Die unterschiedlichen Angaben der Wahlbeteiligung
Die widersprüchlichen Zahlen hatten am Wahlabend auch CDU-Kandidatin Bernadette Weyland und PARTEI-Kandidat Nico Wehnemann irritiert. Bild © Screenshot: hessenschau.de, Imago

Stundenlang hatten Vertreter der Stadt auf ein Rekordergebnis gehofft, am Ende war es ziemlich biederer Durchschnitt: die Beteiligung bei der Frankfurter OB-Wahl. Nun ist klar, wie es zu den falschen Schätzungen kommen konnte.

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Die Verwirrung um die merkwürdigen Zahlen zur Wahlbeteiligung bei der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt am Sonntag ist geklärt: Die Stadt hatte eine falsche Zahl von Wahlberechtigten berücksichtigt. Das gab Jan Schneider (CDU), Dezernent für Wahlen und Statistik, am Montag auf einer Pressekonferenz der Stadt bekannt.

Bis zur Schließung der Wahllokale hatte die Stadt von einer Rekord-Wahlbeteiligung gesprochen - 57,8 Prozent, so die offiziellen Zahlen, so viele wie noch nie. Zahlreiche Medien - auch hessenschau.de - hatten über die hohe Wahlbeteiligung berichtet, auch viele Kandidaten zeigten sich in ersten Reaktionen darüber erfreut. Tatsächlich waren es am Ende aber nur 37,6 Prozent und damit ähnlich wenige wie bei der vergangenen Wahl vor sechs Jahren (37,5 Prozent).

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Bei Bundestagswahlen sind weniger Menschen wahlberechtigt

Die Zwischenstände ermittelte die Stadt anhand von neun repräsentativen Urnenwahlbezirken - und die lagen auch gar nicht so schlecht: Wären sie korrekt ausgewertet worden, hätte die Stadt um 18 Uhr einen Wahlbeteiligungs-Zwischenstand von 35,9 Prozent bekannt gegeben, also eine Abweichung von unter 2 Prozentpunkten zum tatsächlichen Wert.

Allerdings: Die Verantwortlichen hatten zur Berechnung die Wahlberechtigten-Zahlen der Bundestagswahl zugrundegelegt, nicht die der Oberbürgermeisterwahl.

Bei der Bundestagswahl sind aber deutlich weniger Menschen wahlberechtigt, denn - wie bei der Kommunalwahl - dürfen bei OB-Wahlen auch EU-Ausländer ihre Stimme abgeben. Um genau zu sein: 421.480 waren es bei der letzten Bundestagswsahl, jetzt bei der OB-Wahl dagegen 505.275. "Wo gearbeitet wird, passieren Fehler", sagte Schneider.

In zwei Wochen ist Stichwahl

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Zum Nachlesen: Unser Liveticker vom Wahlabend mit Ergebnissen und Stimmen.

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Am Ergebnis änderte das alles freilich nichts: Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD) gewann die erste Runde klar mit 46,0 Prozent. In zwei Wochen tritt er damit in der Stichwahl gegen CDU-Herausfordererin Bernadette Weyland an, die 25,4 Prozent der Stimmen erhielt.

Dass die Differenz zwischen repräsentativer #Wahlbeteiligung und tatsächlicher Wahlbeteiligung bei der #OBWahl2018 so groß ist, ist ungewöhnlich und im Moment nicht zu erklären. Das muss analysiert werden. Bei der #btw17 lagen beide Werte übrigens ziemlich nahe beieinander.

Sendung: hr-iNFO, 26.02.2018, 13 Uhr