Die endgültige Entscheidung über den neuen Frankfurter Oberbürgermeister fällt am 11. März. Bei dieser Stichwahl dürfen mehr Wähler ihr Kreuzchen machen, als bei der ersten OB-Wahlrunde am vergangenen Sonntag. Die Briefwahl ist ab sofort möglich. Fragen und Antworten zur OB-Stichwahl im Überblick.

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Wann wird gewählt?

Der neue Frankfurter Oberbürgermeister wird definitiv am Sonntag, den 11. März bestimmt. Dann treten Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD) und Herausforderin Bernadette Weyland (CDU) in der Stichwahl gegeneinander an. Am Mittwoch, den 28. Februar, hatte der Wahlausschuss das endgültige Ergebnis des ersten Wahlgangs festgestellt und die Durchführung der Stichwahl beschlossen.

Im ersten Wahlgang am 25. Februar hatte keiner der zwölf Kandidaten die notwendige absolute Mehrheit von 50 Prozent der Wählerstimmen erhalten. Feldmann erzielte 46,0 Prozent der Stimmen, Weyland kam auf 25,4 Prozent.

Wie wird gewählt?

Bei dieser Stichwahl-Wahl wird allein der Oberbürgermeister gewählt. Im Unterschied etwa zur Kommunalwahl, kann der Wähler nur ein Kreuz vergeben - an den Kandidaten seiner Wahl. Auf dem Stichwahl-Stimmzettel stehen zwei Kandidaten zur Auswahl: Feldmann und Weyland. Bei der ersten Runde waren es noch zwölf Kandidaten. Sollte jemand mehrere Kreuze setzen oder etwas auf den Wahlzettel schreiben, gilt die Stimme als ungültig.

FAQ Ob-Wahl
Der Stimmzettel bei der ersten OB-Wahlrunde. Da waren es noch zwölf Kandidaten. Bild © hessenschau.de

Wer darf wählen gehen?

So viele Frankfurter wie noch nie durften im ersten Wahlgang der OB-Wahl an die Urnen: 505.275 Frankfurter waren bei der Direktwahl wahlberechtigt. Bei der Stichwahl sind es sogar noch mehr: 506.923 Frankfurter dürfen ihr Kreuz machen, wie Wahlleiter Hans-Joachim Grochocki mitteilte. Das sind 1.648 Wahlberechtigte mehr als bei der Direktwahl.

Wählen darf, wer seit mindestens drei Monaten in Frankfurt seinen Hauptwohnsitz hat, die deutsche Staatsbürgerschaft oder die eines Mitgliedstaats der EU besitzt und mindestens 18 Jahre alt ist. Bei den neuen Wahlberechtigten dürfte mindestens einer dieser Faktoren eine Rolle gespielt haben.

Die Wahlbenachrichtigungen der Direktwahl sind für Bürger, die bereits beim ersten Wahlgang wahlberechtigt waren, weiter gültig. Neue werden für die Stichwahl nicht versandt.

Wo kann ich wählen?

376 Frankfurter Wahllokale sind am 11. März 2018 von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Auf der Wahlbenachrichtigung ist das jeweilige Wahllokal verzeichnet. Rund 4.000 erhrenamtliche Wahlhelfer werden im Einsatz sein.

Kann ich bei der Stichwahl auch per Briefwahl wählen?

Ja, auch bei der Stichwahl ist wieder Briefwahl möglich. Wer am Wahltag nicht in der Stadt ist, kann so auch jetzt schon seine Stimme abgeben. Bereits beantragte Briefwahlunterlagen werden seit Mittwoch verschickt. Wer sie nicht schon mit der Hauptwahl beantragt hat, kann die Briefwahlunterlagen ab sofort schriftlich beantragen. Die Unterlagen können auch online beantragt werden.

Frankfurter, die erst zur Stichwahl wahlberechtigt werden, bekommen laut Stadt automatisch Briefwahlunterlagen zugesandt.

Es gibt außerdem zwei Briefwahllokale in Frankfurt, wo Wahlberechtigte seit Mittwoch bis zum 9. März um 13 Uhr ihr Kreuzchen setzen können. Dazu müssen Wähler in das Wahlamt auf der Zeil (Adresse: Zeil 3, 60313 Frankfurt) oder in das Bürgeramt Frankfurt-Höchst in der Dalbergstraße 14. Die Stadt weist darauf hin, dass Wahlberichtigte ihren Ausweis und ihre Wahlbenachrichtigung mitbringen sollten. Insgesamt gibt es 114 Briefwahlbezirke in Frankfurt.

Wann wird das (amtliche) Endergebnis bekannt sein?

Am Sonntag, den 11. März, schließen um 18 Uhr die Wahllokale, das vorläufige Endergebnis wird voraussichtlich zwischen 20 und 21 Uhr verkündet. Das endgültige Ergebnis der Direktwahl wird der Wahlausschuss laut Wahlleiter am Donnerstag, den 15. März, feststellen.

Für wie lange bleibt der Oberbürgermeister im Amt?

Der Oberbürgermeister wird für sechs Jahre gewählt. Er kann sich beliebig oft zur Wahl stellen. Der amtierende OB Feldmann trat 2012 sein Amt an, seine Vorgängerin Petra Roth (CDU) hatte ihr Amt ein Jahr vor dem regulären Ende abgegeben. Sie war von 1995 bis 2012 Frankfurter Oberbürgermeisterin.

Was sind die Aufgaben des Oberbürgermeisters?

Grafik: Die Stellung des Oberbürgermeisters
Was macht der Oberbürgermeister? Die Stellung des Stadt-Oberhauptes in Frankfurt Bild © hessenschau.de

Der Oberbürgemeister ist der Sprecher des Magistrats, der Stadtregierung. Gegenüber dem Magistrat gilt er als "Erster unter Gleichen". Das heißt, die Stadträte, die den Magistrat bilden, sollen mit dem Oberbürgermeister auf Augenhöhe stehen. Der Oberbürgermeister hat insofern eine hervorgehobene Stellung, als er etwa die Magistratssitzungen leitet und stärker in der Öffentlichkeit steht. Außerdem bestimmt er den inhaltlichen Zuschnitt der Dezernate.

Das Wirken des Oberbürgermeisters ist immer auch von der Zusammensetzung des Magistrats abhängig. Derzeit sind im Magistrat SPD, CDU und Grüne vertreten. Die neun hauptamtlichen Mitglieder verantworten jeweils ein Dezernat, hinzu kommen 14 ehrenamtliche Stadträte und der Oberbürgermeister. Einer der hauptamtlichen Stadträte nimmt zudem das Amt des Bürgermeisters wahr, zurzeit ist es Kämmerer Uwe Becker (CDU).

Wie ging die letzte Wahl aus?

Zehn Kandidaten wollten im Jahr 2012 Oberbürgermeister werden. Am Schluss siegte Feldmann am 25. März 2012 in der Stichwahl gegen seinen Konkurrenten Boris Rhein (CDU). Feldmann erhielt 57,4 Prozent der Stimmen, Rhein 42,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag bei 35,1 Prozent.