Peter Feldmann (SPD) und Bernadette Weyland (CDU) im Römer - beim ersten OB-Wahlsonntag vor zwei Wochen..
Peter Feldmann (SPD) und Bernadette Weyland (CDU) im Römer - beim ersten OB-Wahlsonntag vor zwei Wochen. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Über den neuen Frankfurter Oberbürgermeister wird in einer Stichwahl in zwei Wochen entschieden. Im ersten Wahlgang am Sonntag erreichte kein Kandidat eine absolute Mehrheit. Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD) liegt vorne. Irritationen gibt es über die Wahlbeteiligung.

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Die Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt wird erst in zwei Wochen, am 11. März, bei einer Stichwahl entschieden. Zwar siegte Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD) am Sonntag im ersten Wahlgang, allerdings verfehlte er knapp die absolute Mehrheit von 50 Prozent, die ihn bereits am Sonntag zum Sieger gemacht hätte. Feldmann erreichte nach Auszählung aller 490 Wahlbezirke 46,0 Prozent der Wählerstimmen.

Feldmann sagte der hessenschau, er habe einen zweiten Wahlgang erwartet. Es scheine gelungen zu sein, die Bevölkerung zu mobilisieren. Er hoffe, dass sich das bei der Stichwahl wiederhole. Feldmanns Anhänger bejubelten ihn am Sonntagabend im Römer, SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel gratulierte zu einem "sehr guten Ergebnis".

CDU-Kandidatin Weyland: Ziel erreicht

Seine Herausforderin in zwei Wochen ist CDU-Kandidatin Bernadette Weyland. Die ehemalige Staatssekretärin im hessischen Finanzministerium kam auf 25,4 Prozent der Stimmen und erreichte damit Platz 2 von insgesamt 12 Kandidaten.

Weitere Informationen

Zum Nachlesen: Unser Liveticker vom Wahlabend mit Ergebnissen und Stimmen.

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Weyland sagte der hessenschau, die Stichwahl sei ihr Ziel gewesen. "Ich freue mich sehr, dass ich das geschafft habe." Sie wolle nun daran arbeiten, dass sie noch mehr Menschen wählten. Der Generalsekretär der Hessen-CDU, Manfred Pentz, nannte Weylands Abschneiden ein "respektables Ergebnis".

Grüne, Linke und Ex-Dezernent zwischen 6 und 9 Prozent

Hinter Feldmann und Weyland liegen die ehemalige Integrationsdezernentin der Stadt, Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne), mit 9,3 Prozent, die Landtagsabgeordnete Janine Wissler (Linke) mit 8,8 Prozent und der als unabhängiger Kandidat angetretene FDP-Politiker und Ex-Ordnungsdezernent Volker Stein mit 5,9 Prozent. Wissler und Stein kündigten an, sie wollten am Montag mitteilen, ob sie ihren Anhängern einen der beiden Stichwahl-Kandidaten empfehlen.

Die übrigen OB-Kandidaten kamen abgeschlagen auf Werte zwischen 0,1 und 1,5 Prozent. Eine Übersicht der Wahlergebnisse sämtlicher zwölf Kandidaten und die Ergebnisse aus den Stadtteilen finden Sie hier.

Im Wahlkampf hatten in den vergangenen Monaten neben Bildung und der großen sozialen Kluft in der Stadt vor allem der Mangel bezahlbarer Wohnungen eine Rolle gespielt. Der Oberbürgermeister wird für sechs Jahre gewählt.

Wahlbeteiligung geringer als angenommen

Irritationen gab es am Sonntag um die Höhe der Wahlbeteiligung. Den Nachmittag über hatte die Stadt die Wahlbeteiligung in 9 von 490 angeblich repräsentativen Wahlbezirken abgefragt. Um 18 Uhr zur Schließung der Wahllokale meldete sie eine hochgerechnete Wahlbeteiligung von 57,8 Prozent. Das wäre ein neuer Rekord seit Einführung der Direktwahl 1995 (55,8 Prozent).

Feldmann, Weyland und andere Kandidaten sprachen in ersten Reaktionen von einer "Sensation" oder nannten die Wahlbeteiligung "historisch". Bei der Wahl 2012 waren nur 37,5 Prozent der Wahlberechtigten wählen gegangen.

Weitere Informationen

Wahlbeteiligungen OB-Wahl

1995: 55,8%
2001: 40,2%
2007: 33,6%
2012: 37,5%
2018: 37,6%

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Als am Sonntagabend allerdings alle 490 Wahlbezirke ausgezählt waren, meldete die Stadt eine tatsächliche Wahlbeteiligung von 37,6 Prozent - Briefwähler eingeschlossen. Das wäre in etwa auf dem Stand der letzten OB-Wahl 2012.

Auf Twitter teilte die Stadt zunächst mit, man könne sich die Differenz nicht erklären. "Das muss analysiert werden." Später hieß es, man wolle den Fehler am Montag erklären. Bei der Bundestagswahl 2017 habe man diese Methode ebenfalls angewendet, beide Werte hätten "ziemlich nahe beieinander" gelegen.

Dass die Differenz zwischen repräsentativer #Wahlbeteiligung und tatsächlicher Wahlbeteiligung bei der #OBWahl2018 so groß ist, ist ungewöhnlich und im Moment nicht zu erklären. Das muss analysiert werden. Bei der #btw17 lagen beide Werte übrigens ziemlich nahe beieinander.

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