Neben einer Hessenkarte, auf welcher der Landkreis Groß-Gerau farblich abgesetzt ist, Portraits der vier Kandidierenden.

Im Kreis Groß-Gerau können Bürger am Sonntag einen neuen Landrat wählen. Mehr als 200.000 Wahlberechtigte sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Zur Wahl stehen vier Kandidaten.

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hessenschau om 04.12.2021
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Kampf um den Opel-Standort Rüsselsheim, eine zwischenzeitlich insolvente Kreisklinik mitten in der Corona-Pandemie, Fluglärm, Digitalisierung, der Klimawandel: Inmitten all dieser Herausforderungen bewirbt sich Thomas Will von der SPD für eine dritte Amtszeit als Landrat im Kreis Groß-Gerau.

Der 62-Jährige aus Bischofsheim hat das Amt seit 2010 inne, 2015 wurde er mit 64 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Für seine mögliche dritte Amtszeit hat er sich mehrere wichtige Ziele gesetzt: Die Herausforderungen der Corona-Pandemie zu meistern - etwa die massiven finanziellen Einschränkungen, die die Pandemie mit sich bringt.

Zudem will er sich für den Erhalt der Kreisklinik einsetzen, wie er dem hr sagte. Außerdem plane er weitere Investitionen von 500 Millionen Euro in Schulen, wo er den Ausbau der Ganztagsbetreuung und die Inklusion vorantreiben möchte. Der Kreis soll zum Hotspot für alternative Energien werden, unter anderem, indem der ÖPNV auf Wasserstoff umgestellt und entsprechende Unternehmen ansiedelt werden.

Kreis soll "digitalster in Hessen" werden

Herausforderer von der CDU ist Thies Puttnins-von Trotha. Der Polizist war bisher Bürgermeister von Ginsheim-Gustavsburg. Bei den Bürgermeisterwahlen am Sonntag in seiner Heimatgemeinde tritt er nicht wieder an. Nach einem Kassensturz und möglichen Entlastungen der Bürgerinnen und Bürger möchte er den Kreis zum "digitalsten in Hessen" machen, sagte er dem hr.

Auch er setzt sich für den Erhalt der Kreisklinik ein und schlägt dafür eine Zusammenarbeit mit dem Gesundheits- und Pflegezentrum Rüsselsheim vor. Er will zudem für den Erhalt des Stammwerks von Opel kämpfen und die Mobilitätswende auf den Weg bringen, etwa durch die Vernetzung von ÖPNV, Car-Sharing und Mieträdern oder die Förderung von Wasserstoff- und E-Mobilität.

Bewerberinnen von der AfD und Die Partei

Für die Landratswahl kandidieren außerdem zwei Frauen: Irmgard Horesnyi aus Rüsselsheim tritt als Bewerberin der AfD an, Daniela Zaun aus Mainz steht für die Satirepartei Die Partei auf dem Stimmzettel. Horesnyi möchte die Personalstruktur in der Verwaltung auf Einsparpotenziale überprüfen.

Sie möchte sich ebenfalls für den Erhalt der Automobilindustrie und der Arbeitsplätze dort einsetzen. Auch beim Thema Mobilität setzt sie aufs Auto und möglichst viele Parkplätze in den Innenstädten. Den Betrieb der Kreisklinik sieht sie kritisch - die Belegung sei zu gering.

Mögliche Stichwahl am 19. Dezember

Daniela Zaun wiederum möchte unter anderem mit dem Landratsgehalt von etwa 10.000 Euro "ihre Rente aufstocken", wie Die Partei mit dem ihr eigenen Humor auf Facebook schreibt.

Bei den vergangenen beiden Landratswahlen holte Amtsinhaber Thomas Will von der SPD jeweils auf Anhieb die absolute Mehrheit. Sollte dieses Mal eine Stichwahl nötig sein, ist diese für den 19. Dezember geplant.

Bürgermeisterwahl in Ginsheim-Gustavsburg

In Ginsheim-Gustavsburg (Groß-Gerau) wird am Sonntag außerdem ein neuer Bürgermeister gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Puttnins-von Trotha (CDU) scheidet aus, weil er für das Landratsamt kandidiert. Insgesamt drei Bewerber stehen für den frei werdenden Posten auf dem Stimmzettel.

Für die SPD geht Thorsten Siehr ins Rennen, der zum zweiten Mal zur Wahl antritt. Für die CDU kandidiert Matthias Zimmerer. Seit September ist der 49-Jährige Stadtrat im Magistrat der Stadt. Dritte Bewerberin ist Christina Gohl (Grüne). Die 34-Jährige ist Vorsitzende der Grünen-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung.

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