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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Corona-Zahlen steigen weiter

Eine Kellnerin bedient zwei Gäste in einem Café.

Welche Corona-Regeln gelten künftig in Hessen? Darüber berät heute das Corona-Kabinett der Landesregierung. Im Gespräch sind Lockerungen für die Gastronomie - doch die Infektionszahlen steigen wieder.

Die hessische Landesregierung berät seit Montagvormittag, welche Corona-Regeln künftig gelten sollen. Dazu tagt das Corona-Kabinett in Wiesbaden. Im Anschluss, gegen 14 Uhr, will die Landesregierung unter Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) über die Ergebnisse informieren. hessenschau.de wird die Pressekonferenz live übertragen.

Die neue Corona-Verordnung des Landes soll die aktuelle ersetzen, die noch bis kommenden Donnerstag gilt. Nachdem sich die Lage im Juni entspannt hatte, berät das Corona-Kabinett diesmal unter den Vorzeichen wieder ansteigender Fallzahlen, aber auch sinkender Krankenhaus-Belegungen.

Kommt das Ende der Gastronomie-Testpflicht?

Zuletzt waren die Regeln deutlich gelockert worden. Voraussetzung hierfür war, dass die Sieben-Tage-Inzidenz unter dem Wert von 50 bleibt. Unter anderem dürfen Restaurants, Kneipen und Cafés seither mit einem Hygiene- und Abstandskonzept drinnen und draußen Gäste empfangen. Diese müssen ihre Kontaktdaten angeben. In Innenräumen ist bislang zudem eine Testpflicht für Nicht-Geimpfte oder Genesene vorgeschrieben - die nun fallen könnte.

Bouffier hatte vergangene Woche ein Ende dieser Pflicht ins Gespräch gebracht. "Wir sind in der sehr glücklichen Lage, dass die Entwicklungen in unseren Krankenhäusern kontinuierlich nach unten gehen", sagte er im Interview mit RTL. "Alles, was wir machen, sind ja Einschränkungen von Grundrechten. Und deshalb wird man jetzt auch Stück für Stück in den Innenbereichen und in den Gaststätten sagen: OK, wir können auf das Testen verzichten", so Bouffier.

Diskussion über Aussagekraft der Inzidenz

Bei den Beratungen des Corona-Kabinetts dürfte auch die Diskussion darüber eine Rolle spielen, ob die Politik neben der Inzidenz als Haupt-Kriterium andere Messgrößen stärker in den Blick nehmen sollte. So kündigte etwa die Bundesregierung an, bei einer möglichen Rückkehr zur "Bundesnotbremse" nicht nur die Fallzahlen, sondern auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen heranziehen zu wollen.

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Hintergrund ist, dass wegen der steigenden Impfquote weniger Menschen schwer an Covid-19 erkranken und ins Krankenhaus kommen. In Hessen ist die Zahl der Corona-Patientinnen und -Patienten auf Intensivstationen seit Januar stark gesunken. "Die steigende Inzidenz führt nicht mehr automatisch zu steigenden Zahlen auf den Intensivstationen, weil hier die protektive Wirkung des Impfstoffs greift", erläuterte der Frankfurter Virologe Martin Stürmer zuletzt im hr-Interview.

Virologe Stürmer warnt vor hohen Infektionszahlen

Stürmer warnte aber auch davor, sich nur an dem Ziel zu orientieren, die Krankenhäuser nicht zu überlasten. Das führe dazu, dass man deutlich mehr Infektionen zulasse als bisher. "Das heißt: Ich riskiere, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen, primär die Ungeimpften, massiv erkranken können", sagte Stürmer.

"Die vulnerable Gruppe, die übrig bleibt, sind die Kinder und Jugendlichen. Sie werden das ausbaden müssen, weil sie im Moment nicht geimpft werden können." Außerdem riskiere man bei deutlich mehr Infektionen, dass neue Virusvarianten entstünden, gegen die die Impfung schlechter oder gar nicht mehr wirke, erklärte Stürmer.

Schulen sollen mit Präsenzunterricht starten

Für den Schulbetrieb hatte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) bereits angekündigt, dass zum neuen Schuljahr alle Schulformen landesweit im Präsenzunterricht starten werden.

Allerdings sollen mit Blick auf die Reiserückkehrer zur Sicherheit zunächst verschärfte Corona-Regeln gelten. Für die ersten beiden Wochen des neuen Schuljahres zählen dazu eine erhöhte Corona-Testfrequenz von derzeit zwei auf drei Tests pro Woche und eine Maskenpflicht am Platz während des Unterrichts.

Deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern

Weil nach dem Ende der "Bundesnotbremse" im Juni wieder die Bundesländer für die Corona-Bekämpfung zuständig sind, unterscheiden sich die Beschränkungen von Land zu Land teilweise deutlich. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel gilt bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 10 keine Masken- oder Testpflicht mehr in Innenräumen.

Während in vielen Bundesländern auch Bars und Diskotheken ihre Innenbereiche öffnen dürfen, ist Bayern strenger: Dort dürfen Gäste nur drinnen sitzen, wenn es in der Wirtschaft etwas zu essen gibt. Reine "Schankwirtschaften", in denen nur getrunken wird, dürfen nur draußen öffnen.

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