Die Zahl der Straftaten und Gewaltdelikte an hessischen Schulen ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen.

Das geht aus einer Antwort des Kultusministeriums in Wiesbaden auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Landtagsfraktion hervor. Demnach wurden laut polizeilicher Kriminalstatistik im vergangenen Jahr 5.936 Straftaten mit dem Tatort "Schule" registriert. 2017 waren es noch 6.079 Fälle gewesen, ein Jahr zuvor 5.990 Fälle.

Das Ministerium gab zu Bedenken, dass in der Polizeistatistik auch Taten erfasst werden, die von Schulfremden außerhalb der Schulzeiten begangen wurden - etwa Fahrraddiebstähle, Drogenkonsum oder Graffiti-Schmierereien. Bei rund 1.290 der Taten an Schulen war Gewalt im Spiel, darunter Körperverletzungen, Raub oder Vergewaltigung. Die Zahl der Gewaltdelikte ging im Vergleich zu 2017 um 219 Fälle zurück.

Nach der Auffassung der Lehrergewerkschaft GEW ist Gewalt an Schulen kein vordringliches Problem. "Der insgesamt rückläufige Trend und auch das Gesamtniveau scheinen keinen Alarmismus zu rechtfertigen, auch wenn selbstverständlich jeder Fall einer zu viel ist", erklärte ein Sprecher. Ein deutlich drängenderes Problem sei Cyber-Mobbing. Die Hälfte aller Schüler habe wohl schon negative Erfahrungen mit der Verletzung von Persönlichkeitsrechten gemacht. Diese Fälle würden von der Polizeistatistik nicht erfasst, da es häufig unterhalb der strafrechtlichen Grenze bleibe und zudem schwer verfolgbar sei.