Jugendliche fordern vor dem Wiesbadener Rathaus, dass die Stadt den Klimanotstand ausruft.

Als erste Stadt in Hessen hat Wiesbaden den Klimanotstand verhängt. Damit verordnet sich die Landeshauptstadt in Zeiten des Klimawandels eine nachhaltigere Politik.

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Die Stadtverordneten stimmten am Donnerstagabend mit knapper Mehrheit einem entsprechenden Antrag von SPD, Grünen, Linken und Piraten zu. Bei Projekten und Prozessen der Stadt wird jetzt überprüft, ob sie dem Klima schaden. Wenn ja, sollen klimafreundlichere Alternativen gesucht werden. Das soll auch für städtische Gesellschaften gelten.

Wiesbaden ist die erste hessische Stadt, die den Klimanotstand ausruft. Zuvor hatten das in Deutschland knapp 20 Städte und Gemeinden getan. Die erste Stadt war Konstanz am Bodensee. Laut Rüsselsheimer Echo hat auch Rüsselsheim am Donnerstagabend kraft eines Mehrheitsbeschlusses in der Stadtverordnetenversammlung den Klimanotstand ausgerufen. Die erste hessische Kommune mit Klimanotstand dürfte dagegen die Spessartgemeinde Brachttal bei Bad Soden-Salmünster im Main-Kinzig-Kreis sein. Dort wurde bereits am Dienstag der Klimanotstand ausgerufen, wie die Gelnhäuser Neue Zeitung schreibt.

Frankreich verhängt Notstand im ganzen Land

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Knappe Mehrheit: Wiesbaden erklärt den Klimanotstand

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Auch Frankreich hatte am Donnerstag auf Forderung der "Fridays for Future"-Bewegung den Klimanotstand erklärt. Dort werden in den kommenden Tagen Temperaturen von bis zu 45 Grad erwartet.

Die Linken- und Piraten-Fraktion in Wiesbadener Rathaus bezeichnete die Klimafrage am Abend in einer Mitteilung als "wichtigstes Thema unserer Zeit" neben der sozialen Gerechtigkeit. Auch beim Bau dringend benötigter Wohnung müsse neben Bezahlbarkeit auf Klimafreundlichkeit geachtet werden.

Sendung: hr-iNFO, 27.06.2019, 21.30 Uhr