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Eltern und ihre Kinder könnten Mittwoch und Donnerstag vor verschlossenen Kitas stehen. Die Gewerkschaft Verdi ruft Beschäftigte in zahlreichen hessischen Städten zu Warnstreiks auf.

Seit Jahren werde gespart, viele Stellen seien unbesetzt, an Personal mangele es - und die Corona-Pandemie habe die Situation zusätzlich belastet: "Die Lage im öffentlichen Dienst ist angespannt", teilt die Gewerkschaft Verdi am Dienstag mit. Sie ruft die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst zu Warnstreiks auf.

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Beschäftigte in der Behindertenhilfe und in Kitas sollen an diesem Mittwoch und Donnerstag ihre Arbeit ruhen lassen.

Hier soll gestreikt werden:

Am Mittwoch sind die Beschäftigten der Städte und Kommunen der Landkreise Main-Taunus, Hochtaunus und Wetterau zum Warnstreik aufgerufen.

Am Donnerstag soll es ganztägige Warnstreiks in den Städten Frankfurt und Offenbach sowie in den Landkreisen Offenbach und Main-Kinzig geben.

Verdi zufolge sollen alle betroffenen Eltern vorher über die Streiks in den Einrichtungen ihrer Kinder informiert werden. In mehreren Städten sind Kundgebungen der Streikenden geplant.

Ukraine-Krieg dürfte Lage verschlechtern

Die insgesamt dritte Verhandlungsrunde für den Sozial- und Erziehungsdienst findet am 16. und 17. Mai in Potsdam statt. Bis dahin dürfte sich Verdi zufolge die Lage der Branche weiter zuspitzen. Das liege auch an der geplanten Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine.

Gewerkschaftssekretärin Kristin Ideler sagte: "Das Leid der Geflüchteten ist dramatisch. Das sehen hier alle. Sie wollen den - hauptsächlich - Frauen und Kindern auch so schnell und umfassend wie möglich helfen, sie unterstützen." Das Personal in Kitas und anderen Einrichtungen werde dabei jedoch an seine Grenzen stoßen.

"Sie sind zu wenige, sie sind zum Teil bis an die Erschöpfungsgrenze belastet", sagte Ideler. "Auch deswegen ist es unverständlich, dass sich die Arbeitgeber in den Verhandlungen so unnachgiebig zeigen."

Bislang zwei Tarifrunden ohne Annäherung

Die Tarifverhandlungen im Sozial- und Erziehungsdienst des öffentlichen Diensts der Kommunen wird für die bundesweit rund 330.000 Beschäftigten zentral geführt - in Hessen gehe es um rund 40.000 Beschäftigte. In der zweiten Verhandlungsrunde Ende März hatte es keine Annäherung gegeben.

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