Frankfurt Skyliners gegen Gießen 46ers

Das Hessenderby zwischen den Gießen 46ers und den Skyliners Frankfurt beendet das Jahr in der Basketball-Bundesliga. Die 46ers wollen nach dem Ende ihrer Sieglos-Serie mehr, die Skyliners setzen selbst bei ihrer Pressemitteilung auf Folklore.

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Spieler der Gießen 46ers und der Frankfurt Skyliners
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Mit vereinseigenen Vorberichten zum nächsten Spiel ist das immer so eine Sache. Es gibt meist Statistiken, jede Menge Floskeln und Zitate der jeweiligen Trainer. Man wolle die Partie unbedingt gewinnen, heißt es dann oft. Und natürlich alles geben, alles raushausen und die Fans glücklich machen.

Vor dem Hessenderby in der Basketball-Bundesliga zwischen den Skyliners Frankfurt und den Gießen 46ers am Mittwoch (19 Uhr) liest sich die Frankfurter Vorabmeldung jedoch deutlich anders. "In Gieße zu schbeele is als e besonderes Speel", wird Headcoach Sebastian Gleim dort zitiert. "Mer schbeele aktuell jede dridden, vierte Doag, woas arig gud für unsern Spielrhythmus is. Des is, woas mer wolle: Mer wolle schbeele unn de Weddkampf."

Für alle, die es nicht erkannt haben: Das war Hessisch und bedeutet übersetzt in etwa so viel wie, dass die Partie beim mittelhessischen Nachbarn für die Skyliners durchaus etwas Besonderes ist. Die aktuelle Belastung sei zwar hoch, die Vorfreude auf das Hessenderby aber ungebrochen. Etwas Schöneres als Wettkampf-Basketball gebe es ja nicht.

46ers haben Blut geleckt

Doch was steht eigentlich sportlich auf dem Spiel? Die Skyliners, die auf Rang elf der BBL-Tabelle stehen, haben sich nach Anfangsschwierigkeiten gefangen und drei der vergangenen fünf Spiele gewonnen. Die 46ers haben ihre Durststrecke von saisonübergreifend 15 Pflichtspiel-Niederlagen in Folge überwunden und am zweiten Weihnachtsfeiertag endlich wieder einmal gewonnen. Folge: jede Menge Euphorie und der Sprung vom letzten auf den vorletzten Tabellenplatz.

"Wir fiebern dem Derby entgegen und hoffen natürlich, dass wir den Schwung aus der Begegnung gegen Bayreuth mitnehmen können", fasste Interimstrainer Rolf Scholz, der das Team vom gefeuerten Ex-Coach Ingo Freyer übernommen hat, die Lage in Gießen zusammen. In der Offensive sind die 46ers vor allem dank Jonathan Stark und Isaac Hamilton gut aufgestellt. Die Defensive ist mit durchschnittlich 98,1 kassierten Punkten aber die schwächste der Liga. "Doa werrn sisch die Skyliners vermutlisch bsonners druff fraan, weil die konnde zuledschd glei zwaamol die Hunnerter-Marke knacke", heißt es dazu aus Frankfurt.

Skyliners in der Favoritenrolle

Bedeutet: Die Skyliners, die voraussichtlich auf ihren isländischen Guard Jon Gudmundsson (Platzwunde am Kopf) verzichten müssen, gehen dank ihrer starken Offense als Favorit in die Partie. "Das ist ein sehr unangenehmer Gegner", kommentierte Gießens Trainer Scholz die Ausgangslage. Auch für ihn sind die 46ers Außenseiter.

So oder so: Hessens Basketball-Fans dürfen sich zum Abschluss dieses seltsamen Jahres noch einmal auf ein Highlight freuen. Zuschauer sind wegen der Pandemie und des Lockdowns zwar keine zugelassen, ein Kribbeln ist dennoch bei beiden Teams spürbar. "Wir freuen uns auf jeden Fall auf das Hessenderby", sagte 46ers-Profi Bjarne Kraushaar. Trotz seiner hessischen Wurzeln auf Hochdeutsch.