BC Marburg

Die Basketballerinnen des BC Marburg kleben am Tabellenende der Bundesliga fest. Trainer Patrick Unger spricht schon jetzt von einer frostigen Situation, hofft aber, dass der Turnaround noch vor dem Fest gelingt.

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Patrick Unger: "Es ist schon jetzt frostig"

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Patrick Unger will gar nicht drumherum reden. "Es ist schon frostig. Das ist eine ganz schwierige Situation für uns momentan", sagt der Trainer des BC Marburg im Gespräch mit dem hr-sport. Alles andere würde aber auch überraschen. Der mittelhessische Basketball-Bundesligist ist nach neun Spieltagen weiter Tabellenletzter, nur ein Sieg steht auf der Habenseite der Marburgerinnen. Tristesse und die Rote Laterne: Zwei Sachen, die man so kurz vor Weihnachten eigentlich gar nicht gebrauchen kann.

Die Lage haben sie sich in der Universitätsstadt freilich aber selbst eingebrockt. Der BCM hat in neun Saisonspielen bislang acht Pleiten kassiert, mit dieser Bilanz steht man dann letztendlich auch zurecht auf dem letzten Rang. "Es ist logisch, dass die Stimmung von Woche zu Woche tiefer gegangen ist", erklärt Unger.

Rettende Ufer noch im Blick

Dabei waren die Ambitionen vor Saisonbeginn eigentlich deutlich höher in Marburg. Verletzungen, Krankheiten, ein mieser Lauf und viele unnötig verlorene Spiele führten nun zu dieser Situation, in der sie beim BCM nie stecken wollten. "Wir müssen jetzt nach vorne blicken", betont Unger. Was natürlich eine Floskel ist - gleichzeitig aber auch die Wahrheit. Denn verloren ist noch nichts in Mittelhessen.

Damit sich die Lage wenigstens ein bisschen entspannt, sollte am Donnerstag (19.30 Uhr) bei den Panthers in Osnabrück ganz dringend ein Sieg her. Denn abgeschlagen sind die Marburgerinnen natürlich nicht, mit einem Sieg vor der Weihnachtspause sähe die Lage wieder deutlich entspannter aus.

"Die Leute verfallen hier nicht in Panik"

"Jedes Spiel wird jetzt umso wichtiger", erklärt Unger, der schon bei der Niederlage gegen Alba Berlin am Wochenende eine gute Leistung seines Teams gesehen hat. "Wir haben vor einer Woche neu angefangen", erklärt der Marburger Trainer mit Blick auf die einsatzfähigen Spielerinnen im Kader. Diesen Neustart sollen nun die Panthers zu spüren bekommen.

Es würde auch langsam Zeit werden. "Die Leute verfallen hier nicht gleich in Panik", sagt Unger zwar, auf dem letzten Platz wollen die Marburgerinnen aber auf keinen Fall bleiben - auch wenn dieser nicht automatisch den Abstieg bedeuten würde.

Abstiegs-Frage nicht in Gänze geklärt

Die Rheinland Lions, ironischerweise gerade Tabellenführer, haben Anfang Dezember einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Das Team aus Köln spielt zwar erst einmal weiter, die Zukunft ist aber völlig unklar. Außerdem ist noch nicht geklärt, wer genau für die beiden Aufsteiger aus der 2. Liga runter müsste - oder ob einfach die Liga aufgestockt wird.

Verlassen sollten sich die Mittelhessinnen auf solche Szenarien aber nicht. Der letzte Tabellenplatz würde am Ende der Saison weiter ein Abstiegs-Risiko bedeuten. Im besten Fall wird gegen Osnabrück daher einfach der Turnaround aus Marburger Sicht gepackt. Damit das Weihnachtsfest nicht noch frostiger wird.