Die Gießen 46ers jubeln nach dem Sieg gegen die Bayern

Die Gießen 46ers wittern im Abstiegskampf der Basketball-Bundesliga wieder Morgenluft. Der Wille, auch in der kommenden Saison erstklassig zu spielen, war beim Coup gegen den FC Bayern deutlich sichtbar. So muss es gegen Göttingen weitergehen.

Totgesagte leben manchmal länger. So auch die Gießen 46ers. Nachdem die Mittelhessen im März kein einziges ihrer fünf Spiele in der Bundesliga gewinnen konnten, schien der Abstieg des Traditionsclubs besiegelt. Und dann, quasi aus dem Nichts, besiegte der Tabellenletzte am Samstag den großen FC Bayern München mit 95:94 und schob sich wieder in Schlagdistanz zu den Nichtabstiegsplätzen.

Das Bayern-Spiel als Initialzündung

Vier Punkte trennen die Gießener vom rettenden 16. Platz – und das obwohl der aktuelle Tabellen-16., der Mitteldeutsche Basketball Club, schon ein Spiel mehr bestritten hat. Am Mittwoch (20.30 Uhr) können die Hessen beim Gastspiel in Göttingen also weiter Boden gut machen.

"Wir wollen den Schwung aus dem Heimspiel gegen den FC Bayern München mit nach Göttingen nehmen", sagte Head-Coach Rolf Scholz. Sportdirektor Michael Koch beschwor die "mentale Stärke" des Teams, auf die es in den kommenden Wochen ankommen werde. Der Überraschungscoup gegen die Bayern soll zur Initialzündung im Abstiegskampf werden. Und er hat das Potenzial dazu.

Stark aus der Distanz, giftig unterm Korb

Die Gießen 46ers lieferten gegen die Münchener eine starke Partie. Auch im dritten Viertel, wo die Mittelhessen zuletzt oft den Faden verloren hatten, waren sie dieses Mal hellwach. Sinnbildlich dafür stand Point Guard Jonathan Stark. Der zuletzt in die Kritik geratene US-Amerikaner versenkte sechs von acht Drei-Punkte-Würfen und war mit 25 Punkten Top-Scorer der Partie. Zum Vergleich: In den drei vorangegangen Spielen erzielte Stark 5, 9 und 0 Punkte.

Die Gießener waren giftig unter dem Korb, sammelten deutlich mehr Rebounds als die Bayern (42 zu 29) und zwangen den FCB immer wieder zu Fouls. Natürlich darf man nicht unterschlagen, dass der EuroLeague-Teilnehmer aus Bayern ohne einige Stammkräfte nach Mittelhessen gereist war und in der Schlussphase gleich zweimal die Möglichkeit liegen ließ, das Spiel noch zu gewinnen.

Das Quäntchen Glück

Dass es im Basketball aber oft auf Nuancen ankommt und der Sieg für die 46ers bestimmt nicht unverdient war, sollte den Mannen von Trainer Scholz Auftrieb geben. "Am Ende hatten wir dann auch das Quäntchen Glück auf unserer Seite", gab der Coach nach dem Spiel unumwunden zu. Wenn die Gießen 46ers das Restprogramm in der Bundesliga mit einer ähnlichen Einstellung wie gegen die Bayern angehen, könnte der Satz auch zum Klassenerhalt passen.