Gießen 46ers

Die Gießen 46ers könnten mit einer Wildcard in der kommenden Saison doch in der Basketball Bundesliga spielen. Doch dafür bräuchte der Club viel Geld und müsste sich gegen die Konkurrenz durchsetzen. Darüber beraten die Mittelhessen jetzt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found 46ers-Geschäftsführer Dehler: "Müssen sehen, ob sich das rechnet"

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Die Portokasse, sie ist nur bei den wenigsten Clubs aktuell gut gefüllt. Die Corona-Pandemie, sie hat auch im Sport finanzielle Spuren hinterlassen. Und so überrascht es nicht, dass auch die Gießen 46ers aktuell nicht mal eben 700.000 Euro übrig haben. So viel bräuchte der Club, um die Wildcard für die Basketball Bundesliga (BBL) zu finanzieren.

"Klar ist, wir sind sportlich abgestiegen, dass ist nun mal leider so. Jetzt müssen wir tatsächlich sehen, ob wir 700.000€ außerhalb des regulären Budgets aufbringen können", sagte Geschäftsführer Stephan Dehler in einer Mitteilung des Clubs. "Wir müssen das Spielerbudget halten, um in einer möglichen nächsten BBL-Saison schlagkräftig und konkurrenzfähig auftreten zu können." Nur mit der Wildcard könnte das Traditionsteam in der kommenden Saison erstklassig sein.

Vechta mit Kampfansage

Dass überhaupt eine Wildcard ausgeschrieben wird, hatten die BBL und die Clubs erst am Montag entschieden. Das ist möglich, weil aus der Zweiten Liga nur die MLP Academics Heidelberg aufsteigen, sofern sie die auflösenden Bedingungen in der erteilten Lizenz erfüllen. Die Giants Leverkusen haben trotz ihrer sportlichen Qualifikation keine Lizenz beantragt. Bis zum 20. Mai 2021, 18 Uhr, haben interessierte Clubs jetzt die Möglichkeit, sich um die Wildcard zu bewerben.

"Wir werden dann in den kommenden Tagen eine Entscheidung treffen, ob wir uns bewerben werden. Dass werden wir gut abwägen", so Dehler. Während die 46ers noch abwägen, hat die Konkurrenz aus Vechta bereits eine Entscheidung getroffen. "Wir jedenfalls würden sehr gerne beweisen, dass wir BBL-tauglich sind", sagte Vechtas Klubchef Stefan Niemeyer: "Die letzte Saison war eine furchtbare für den gesamten Klub. Wir sind sicher, dass wir es besser können, und möchten das in 2021/22 zeigen."

"Kraftanstrengung" für 46ers

Das Statement ist deutlich und dürfte auch in Gießen angekommen sein. Klar ist, um allen Clubs in den unsicheren Corona-Zeiten die Bewerbung zu erleichtern, können diese die zu zahlende Gebühr in Höhe von 700.000 Euro in zwei Etappen bezahlen. Das hat die BBL ebenfalls offiziell entschieden.

Zudem ist die zweite Tranche über 350.000 Euro nur im Falle des Klassenerhalts zu zahlen. Und - es könnte sogar noch ein zweites Wildcars-Verfahren geben, falls Heidelberg die Lizenz nicht erhalten sollte. Das würde am 30. Juni beginnen. Die Lizenz haben die 46ers übrigens problemlos bekommen, jetzt geht es um die Summe für die Wildcard. Für die Mittelhessen wäre das eine "Kraftanstrengung".

Summe über Sponsoring?

"Das entscheidende ist, dass wir 700.000 Euro gestaffelt auf zwei Raten über zusätzliches Sponsoring erwirtschaften können", so Dehler. Sollte das gelingen, ist das Ziel klar: "Doch wenn wir uns für eine Bewerbung entscheiden, dann werden wir 110 Prozent geben, um eine aussagekräftige und erfolgreiche Bewerbung einzureichen." Und wenn die 46ers nicht den Gang in die Zweite Liga antreten müssten, dann könnte sich in der kommenden Saison auch die Portokasse vielleicht wieder füllen.