Die Spieler der Gießen 46ers sind nach der Pleite gegen Göttingen enttäuscht

Nach acht Niederlagen in Folge stecken die Gießen 46ers tief im Abstiegskampf der Basketball-Bundesliga. Die Kritik an Coach Pete Strobl wird lauter, die Kritik des Trainers an einigen Spielern aber auch.

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Pete Strobl, Trainer der Gießen 46ers, schaut enttäuscht
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Pete Strobl muss sich auf Pressekonferenzen langsam vorkommen wie Phil Connors in dem Film "Und täglich grüßt das Murmeltier". Der Wetterfrosch Connors, gespielt von Bill Murray, erlebt den Murmeltiertag, den 2. Februar, immer und immer wieder. Egal, was er macht. Strobl, der Trainer von Basketball-Bundesligisten Gießen 46ers, stellt seine Mannschaft seit Wochen immer wieder aufs Neue ein, muss Ausfälle kompensieren und Workarounds finden. Das Ergebnis seiner Mühen ist aber immer dasselbe: Die Gießen 46ers verlieren. Egal, was er macht.

"Das tut weh"

Gegen die BG Göttingen setzte es am Samstag die achte Niederlage in Folge. Auf der anschließenden Pressekonferenz versprühte Strobl fast schon Resignation. "Es war wie immer: Wir haben das ganze Spiel gekämpft und ein paar gute Dinge gemacht. Aber wir haben auch zu viele Dinge schlecht gemacht. Gegen bessere Mannschaften sind wir immer da, aber wir können das Spiel nicht kippen. Das tut weh."

Das Spiel gegen Göttingen war lange Zeit eng. Erst im Schlussviertel konnten sich die Gäste entscheidend absetzen. Laut Strobl waren es wie schon so oft in dieser Saison Kleinigkeiten, die den Ausschlag gaben. Zu viele Fouls hier, schlechte Defense gegen den überragenden Shooting Guard Kamar Baldwin (31 Punkte) dort: fertig ist die nächste unnötige Pleite.

Strobl kritisiert Omot

Die Gießen 46ers haben zu Saisonbeginn eine talentierte Mannschaft zusammengestellt. Ein Führungsspieler, ein Go-To-Guy fehlt im Team des Tabellenvorletzten aber. Am ehesten schien der 27-jährige Nuni Omot in diese Rolle hineinwachsen zu können. Gegen Göttingen saß der Gießener Top-Scorer (13,4 Punkte pro Partie) aber meist auf der Bank.

"Es ist toll, dass Spieler punkten können, aber wir wollen als Mannschaft Spiele gewinnen", kritisierte Strobl den Flügelspieler nach der Partie deutlich. "Wir brauchen eine mannschaftsdienliche Einstellung." Omot lasse diese vermissen, also habe er weniger gespielt.

Der Trainerstuhl wackelt

Jüngst wurde über interne Spannungen bei den 46ers gemutmaßt, was Verantwortliche und Team aber gleichermaßen zurückwiesen. Coach Strobl wurde öffentlich demonstrativ der Rücken gestärkt.

Das Portal mittelhessen.de berichtet allerdings, dass vor der Partie gegen Göttingen der Aufsichtsrat der 46ers darüber abgestimmt hat, ob man an Strobl festhalte. Der Daumen ging da noch nach oben. Tagt der Aufsichtsrat erneut, scheint eine Wiederholung der Ereignisse aber nahezu ausgeschlossen. Murmeltiertag ist erst wieder am 2. Februar.

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