Eine Ärztin macht einen Coronatest

Die Gießen 46ers brauchen ein neues Zuhause: Da in der angestammten Trainingshalle ein Corona-Testcenter errichtet wurde, müssen die Bundesliga-Basketballer umziehen. Hilfe gibt es aus der Nachbarschaft.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Gießen 46ers haben ein Corona-Problem

Matthew Tiby von den Gießen 46ers
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An Freiwürfe oder Dunkings ist in der Gießener Rivers-Sporthalle derzeit nicht zu denken. Dort, wo sich in normalen Zeiten die Bundesliga-Basketballer der Gießen 46ers auf ihre Saison vorbereiten würden, werden momentan Abstriche genommen und SARS-CoV-2-Viren gesucht.

Der Grund: Der Landkreis hat im Zuge der Pandemie bereits Ende März zwischen den beiden Körben ein Corona-Testcenter aufgebaut und dieses bislang – verständlicherweise – auch nicht wieder eingemottet. Corona- statt Körbejagd. Training: unmöglich. Die Gießen 46ers: (zumindest teilweise) obdachlos.

Eine Halle muss her

"Diese Hallen-Problematik hat uns vor eine große Herausforderung gestellt", kommentierte Geschäftsführer Michael Koch die missliche Lage der Gießener Basketballer. In den vergangenen Monaten kam die Mannschaft von Headcoach Ingo Freyer, die letztmals Mitte März gemeinsam trainierte, zwar auch ohne die Rivers-Sporthalle aus. Da die trainingsfreie Zeit aber am 11. September zu Ende geht und im November die BBL-Saison starten soll, wurde das Problem akut.

Die Nachmittagseinheit, das erklärte ein Vereinssprecher gegenüber dem hr-sport, kann zwar weiterhin wie gewohnt in der Sporthalle Gießen-Ost, der Heimspiel-Stätte der 46ers, stattfinden. Für das morgendliche Training, das normalerweise im derzeitigen Corona-Testcenter abgehalten wird, muss aber ein Ersatz her. Eine weitere Einheit in der Sporthalle Gießen-Ost ist wegen Schulunterrichts nicht möglich. Voraussetzung dafür: Dach über dem Kopf, zwei Körbe, kein medizinisches Personal im Weg und eine möglichst kurze Anfahrt. Eine Mission Impossible? Mitnichten.

Der kleine Nachbar hilft gerne

Denn Hilfe kam, so läuft das eben in Mittelhessen, aus der direkten Nachbarschaft vom TSV Krofdorf-Gleiberg. Der kleine Verein, der neben Basketball auch Judo, Tanzen oder Triathlon im sportlichen Portfolio hat, gewährt den 46ers sportliches Asyl und öffnet den Bundesliga-Profis jeden Morgen die Türen. Warmes Wasser in den Duschen inklusive. "Für diese Unterstützung sind wir außerordentlich dankbar", so Koch.

Wie lange die 46ers diese rund sieben Kilometer lange Reise auf sich nehmen müssen, ist freilich nicht bekannt. Der Nutzungsvertrag des Testcenters, in dem im Schnitt täglich 35 Corona-Tests durchgeführt werden, wurde erst kürzlich um zwei Monate bis Ende Oktober verlängert. Angesicht der steigenden Fallzahlen ist ein baldiger Abbau wohl eher unwahrscheinlich. Normale Zeiten wird es in Gießen und für die 46ers also erst einmal nicht geben.