Die Gießen 46ers bedanken sich bei den Fans

Immer mehr US-amerikanische Profis lösen wegen der Corona-Pause ihre Verträge in der Basketball-Bundesliga auf. Die Gießen 46ers haben deshalb nun keinen zweiten Anzug mehr.

Den Gießen 46ers gehen wegen der Corona-Krise langsam aber sicher die Spieler aus. Keine Sorge, allen Profi-Sportlern des Basketball-Bundesligisten geht es gut. Viele Import-Spieler zieht es in Krisenzeiten aber verständlicherweise zur Familie in die Heimat.

Die Mittelhessen haben deshalb schon die Verträge von sechs Spielern aufgelöst. Nach Guard Stephen Brown, Forward Luke Petrasek und Center Kendall Lamar Gray ist am Sonntag auch Flügelspieler Jordan Barnett in die USA abgereist. Man wünsche ihm einen guten Heimflug, Gesundheit und eine sorgenfreie Zeit mit der Familie, heißt es von den 46ers. Am Montag zogen dann Matt Tiby und Teyvon Myers nach.

Nur noch neun Profis übrig

Wie auch in anderen Sportarten pausiert die Basketball-Saison. Wie lange noch? Das vermag niemand zu sagen. Viele Vereine sind auf die Zuschauereinnahmen angewiesen. Das erklärte Ziel der Liga war es deshalb stets, die Spielzeit zu Ende bringen zu wollen. Das könnte nun aber allein schon der Spielerschwund verhindern.

Der Kader der Gießen 46ers umfasste noch vor einigen Tagen 13 Spieler. Nach den Abgänge der sechs US-Amerikaner bleiben nach Adam Riese deren sieben. Die Mittelhessen haben also nicht mehr genug Ersatzspieler. Und sind mit diesem Problem nicht alleine.

Nur ein Wunder kann die Saison retten

Die Wasserstandsmeldungen aus Bayreuth und Braunschweig klingen ähnlich besorgniserregend. In Braunschweig hat man die Vertragsauflösungen zwar mit einer Rückkehr-Option versehen, weil Nicht-Europäer aber derzeit nicht in die EU einreisen dürfen, könnten die Optionen überhaupt nicht greifen. Nahezu alles deutet darauf hin, dass die Bundesliga-Saison wohl doch abgebrochen werden muss. Die finanziellen Folgen dürften schwer wiegen.

Mitte der Woche will sich die Liga in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen beraten. Martin Geissler, Manager beim MBC Weißenfels, sieht keinen anderen Ausweg. "Die einzige Alternative wäre eine Wundersituation, dass es plötzlich einen Impfstoff gibt, der alle Menschen ruckzuck heilt. Oder die Ausbreitung wird wie durch Wunderdinge gestoppt", sagte er unlängst. "Aber wir wissen, dass das nicht passieren wird."