Die Gießen 46ers liegen sich nach dem Sieg gegen Hamburg in den Armen

Die Gießen 46ers haben in der Basketball-Bundesliga endlich mal wieder ein Spiel gewonnen. Zu verdanken hatten die Mittelhessen das ihrem neuen Kapitän, einem Routinier – und Corona.

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Gießen 46ers mit Lebenszeichen im Abstiegskampf

Eine Spielszene aus der Partie der Gießen 46ers gegen die Hamburg Towers
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Die Gießen 46ers haben ihre Niederlagen-Serie beendet. "Endlich!", möchte man in Mittelhessen dazu sagen. Denn das letzte Erfolgserlebnis des Basketball-Bundesligisten lag bereits etwas mehr als zwei Monate zurück. Am 20. November 2021 gewannen die 46ers in Oldenburg. Die nächsten acht Spiele gingen verloren.

Mit dem überraschenden 100:73-Sieg gegen Hamburg am Samstag fiel nicht nur den 170 Fans in der Gießener Ost-Halle ein Stein vom Herzen. "Ich bin glücklich, dass wir die Serie reißen konnten", sagte Flügelspieler Florian Koch nach dem Spiel bei Magentasport und gab zu: "Das ist unfassbar wichtig für uns, weil man irgendwann auch ein Stück weit das Selbstvertrauen verliert."

Abstiegsränge verlassen, Diskussionen erspart

Der Sieg ist in vielerlei Hinsicht wichtig für die Gießener. Zumindest für den Moment stehen die Hessen nicht mehr auf einem Abstiegsplatz. Zwar haben die hinter den 46ers rangierenden Würzburg Baskets und die gleichnamigen Oldenburger weniger Spiele auf dem Konto, psychologisch gesehen ist der Blick aufs Tableau in Gießen aber trotzdem ein Schritt heraus aus dem Tabellenkeller.

Der Sieg könnte den 46ers nach der nicht ganz geräuschlosen Trennung von Center John Bryant zudem Diskussionen ersparen. Bryant hatte nach seinem Wechsel zum Mitteldeutschen BC in einem Podcast gegen Gießen nachgetreten und unter anderem gesagt, dass es "keine Teamchemie, kein Teamspiel" gibt. Gegen Hamburg sah das ganz anders aus.

Koch und McCullum glänzen

"Wir haben den Ball phasenweise gut laufen lassen", befand Koch und stand mit seiner Einschätzung nicht alleine da. "Wir sind immer noch nicht da, wo wir hinwollen, aber das war auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben sehr gut als Mannschaft gespielt", sagte auch Trainer Pete Strobl auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Matchwinner war zum einen der 29 Jahre alte Koch, der mit 24 Punkten nicht nur Top-Scorer war, sondern damit eine neue Karriere-Bestleitung aufs Parkett legte, und zum anderen Kendale McCullum. "Ausgerechnet", möchte man sagen. Denn der Point Guard ist seit dem Wechsel von Bryant neuer Kapitän der 46ers.

"Wir haben uns die letzten zwei Wochen darauf eingestellt, gemeinsam in den Krieg zu ziehen, füreinander zu kämpfen", sagte der US-Amerikaner nach der Partie bei Magentasport. Er stehe als Spielgestalter und Kapitän da besonders in der Pflicht. Und McCullum lieferte: 22 Punkte, zehn Rebounds, acht Assists und sechs (!) Steals sprechen eine deutliche Sprache. McCullum hat defensiv und offensiv Verantwortung übernommen.

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Corona spielt in die Karten

Zur Wahrheit gehört aber, dass auch externe Faktoren eine Rolle beim 46ers-Sieg gespielt haben. Weil das Spiel gegen Berlin Corona-bedingt ausfiel, hatten die Gießener mehr Zeit, um sich auf die Partie gegen die Towers vorzubereiten. "Die haben wir gut genutzt", befand Head-Coach Strobl. Und auch die Hamburger reisten Corona-geschwächt nach Mittelhessen, mussten auf gleich vier Spieler verzichten.

"Es war ein bisschen glücklich, dass Corona heute auf unserer Seite war. Da müssen wir ganz ehrlich sein", gab dann auch Small Forward Koch zu. Die Leistung der 46ers soll das aber nicht schmälern. "Wir haben es gut gemacht. Jetzt kann man auch mal sagen: Darauf kann man aufbauen."

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