Sebastian Schmidt, Geschäftsführer der Gießen 46ers

Die Lage bei den Gießen 46ers könnte wahrlich besser sein. Der Tabellenletzte der Basketball-Bundesliga hat in dieser Saison viel Lehrgeld gezahlt. Das Vertrauen in die Entwicklung der Mannschaft und in Trainer Pete Strobl ist aber ungebrochen.

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Sebastian Schmidt: "Keine Weltuntergangsstimmung"

Sebastian Schmidt, Geschäftsführer der Gießen 46ers
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Die Saison der Gießen 46ers verläuft nicht so, wie sich das die Verantwortlichen im Sommer erhofft hatten. Mit nur vier Siegen aus 19 Spielen sind die Mittelhessen das Schlusslicht der Liga. Die Gründe dafür sind vielschichtig: überraschende Spielerabgänge, ein Corona-Ausbruch im Team und schlichtweg unglückliche Niederlagen haben die 46ers in eine Lage gebracht, in der sie eigentlich nicht sein wollten, betont Geschäftsführer Sebastian Schmidt im Gespräch mit dem hr-sport.

Schönreden will Schmidt die Situation in Mittelhessen aber nicht. "Wir sind von dem bisherigen Saisonverlauf enttäuscht", gibt er unumwunden zu. Dass in Gießen zeitweise aber schon "eine Weltuntergangsstimmung" herrsche, versteht der 36-Jährige nicht ganz. Immerhin haben die Mittelhessen noch zwei Spiele weniger auf dem Konto als die Konkurrenz aus Würzburg und Oldenburg – und nur zwei Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. "Da ist noch alles möglich", so Schmidt.

Do-or-Die-Spiele klar definiert

Schon das erste Spiel nach der Länderspielpause gegen Ludwigsburg am Sonntag (15 Uhr) sei gleich ein wichtiges. Die wirklich entscheidenden Begegnungen warten aber später auf die Gießener. Im April geht es unter anderem gegen Heidelberg, Würzburg und im Hessenderby gegen die Skyliners Frankfurt – alles direkte Konkurrenten im Abstiegskampf.

"Wir müssen auf jeden Fall noch sechs Spiele gewinnen", rechnet Schmidt vor. "Wir haben für uns klar definiert, was Do-or-Die-Spiele sind. Und dann müssen wir vielleicht ein oder zwei noch klauen."

Kontakt zu BJ Blake nie abgerissen

In der entscheidenden Saisonphase können die 46ers vielleicht sogar auf einen alten Bekannten bauen: BJ Blake. Zehn Spiele absolvierte der US-Amerikaner in dieser Saison für die Mittelhessen. Dann wurde sein Bruder in den USA erschossen. Blake reiste zurück in die Heimat, um bei seiner Familie zu sein. Der Kontakt nach Gießen ist aber nie abgebrochen.

"Wir sind in Gesprächen, lassen uns aber die nötige Zeit", sagt Schmidt. Eine seriöse Aussage, ob Blake noch einmal das Gießener Trikot überstreift, könne er derzeit nicht treffen. Eines weiß Schmidt aber mit Sicherheit: "Wenn er körperlich und psychisch fit ist, würde er einen Mehrwert für uns liefern." In seinen zehn Spielen zu Saisonbeginn erzielte der Small Forward im Schnitt rund 13 Punkte.

Strobl genießt das Vertrauen

Eine definitive Aussage traf Geschäftsführer Schmidt allerdings zur Zukunft von Head-Coach Pete Strobl. Auch wenn die Gießener von den vergangenen elf Partien nur eine gewinnen konnten, genießt der Austro-Amerikaner weiter das Vertrauen des Vereins. "Pete Strobl hat gezeigt, wie er Mannschaften entwickeln kann und sich die Mannschaften in der zweiten Saisonhälfte gesteigert haben. Wir stehen aktuell voll hinter ihm, ohne Wenn und Aber."