Gießen-46ers-Coach Pete Strobl

Die sportlich abgestiegenen Gießen 46ers gehen dank einer Wildcard in eine weitere Saison in der Basketball-Bundesliga. Mit neuem Team, einem neuen Trainer und einer altbekannten Philosophie. Ein Mix, der passen könnte.

Die Gießen 46ers sind weiterhin Bundesligist. Das ist nach der sportlich enttäuschenden Saison 2020/21 gar nicht selbstverständlich. Damit das auch im kommenden Jahr so bleibt, haben sich die 46ers rundum erneuert. Ihre Identität wollen die Gießener dabei aber nicht verlieren.

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Audioseite Pete Strobl: "Müssen jeden Tag hart arbeiten"

Gießen-46ers-Coach Pete Strobl
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So lief die vergangene Saison

Rein sportlich gesehen dürften die Gießen 46ers gar nicht mehr in der Bundesliga spielen. Die Mittelhessen waren mit mageren 16 Punkten als Tabellen-17. am Ende der vergangenen Saison eigentlich abgestiegen. Dass sie auch in dieser Saison wieder erstklassig sind, haben sie einer Wildcard zu verdanken, die man sich für einen mittleren sechsstelligen Betrag gesichert hat.

Über die Vergangenheit wollen sie in Gießen verständlicherweise gar nicht mehr so lange nachdenken. Der Blick soll nach vorne gehen. Auf hoffentlich noch viele weitere Jahre Bundesliga-Basketball.

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Saisonauftakt gegen Bayreuth

Die Gießen 46ers starten am Sonntag (15 Uhr) mit einem Heimspiel in die neue Spielzeit. Gegner in der Osthalle ist dann Bayreuth. Zum Spiel sind 3.752 geimpfte oder genesene Fans zugelassen (2G-Modell). Mehr fasst die Halle nicht.

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Wer kommt? Wer geht?

Es ist daher nicht verwunderlich, dass die 46ers auch in puncto Kader einen Neuanfang wagen. Mit John Bryant, Bjarne Kraushaar und Tim Uhlemann stehen nur drei altbekannte Gesichter auch im diesjährigen Kader. Demgegenüber stehen neun Neuzugänge, viele davon junge, talentierte Spieler, denen man in Gießen den nächsten Schritt in der Karriere zutraut. Es ist die Aufgabe von Trainer Pete Strobl, ebenfalls ein Neuzugang, aus den vielen Neuen eine Einheit zu formen.

Der Trainer

Strobl, der sowohl den US-amerikanischen als auch den österreichischen Pass besitzt, passt nach Einschätzung von Experten perfekt zur 46ers-Philosophie. Bei den Löwen Braunschweig hat der 43-Jährige in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass er junge deutsche Spieler besser machen kann. Man denke etwa nur an Lukas Wank, der es unter Strobl bis in die A-Nationalmannschaft und zu den Olympischen Spielen nach Tokio geschafft hat.

Was sie in Gießen außerdem schätzen dürften: Pete Strobl arbeitet Basketball. "Wir müssen hart arbeiten, wir müssen verteidigen, wir müssen zusammen kämpfen. Und das werden wir machen", verspricht der Neu-Coach. Die 46ers definieren sich über die Defense. Sie wollen gallig sein, keinen Ball verloren geben und immer mit vollem Einsatz spielen. "Wir müssen miteinander spielen und für unsere Zuschauer spielen", sagt Strobl. Die Fans sollte er im Handumdrehen für sich gewinnen können.

Die Ziele

Ein offizielles Saisonziel gibt es nicht bei den 46ers. Nach einer Saison wie der letzten ist das nur verständlich. Mit dem Klassenerhalt dürfte man zufrieden sein in Mittelhessen. Wenn dann auch noch ansprechender Basketball gespielt wird und die Fans Spaß haben: umso besser.

All eyes on…

Pete Strobl natürlich. Es wird spannend zu sehen sein, wie der neue Coach aus einem sicherlich talentierten Haufen ein Team formt. Dass es Tiefs geben wird in der neuen Saison, scheint fast sicher. Die Frage ist, wie Strobl seine Jungs dann wieder aufrichtet. In Mittelhessen wird man Geduld haben müssen – und im besten Falle mitverfolgen können, wie eine Mannschaft zusammenwächst.

Würde man die 46ers selbst fragen, lautete die Antwort wahrscheinlich: "All eyes on the fans". Die Gießener Osthalle darf nach langer Corona-Durststrecke wieder gefüllt werden. Die 46ers haben sich für ein 2G-Modell entschieden: nur Genesene und Geimpfte können die Heimspiele besuchen. Dafür darf die Zuschauer-Kapazität von 3.752 Plätzen voll ausgeschöpft werden.

Prognose

Die Gießen 46ers befinden sich im Umbruch. Träumereien von den Playoffs sind dementsprechend fehl am Platz. Für die Mittelhessen wird es auch in dieser Saison vorrangig darum gehen, die Klasse zu halten. Mit dem Talent, das sich der Traditionsclub ins Team geholt hat, und einem erstklassigen Trainer sollte das eigentlich kein Problem sein. Bleiben die 46ers vom Verletzungspech verschont und knüpft Strobl an seine erfolgreiche Zeit in Braunschweig an, können die Fans auf einen Platz im gesicherten Mittelfeld hoffen.