Die Gießen 46ers haben vor ihrem ersten Pflichtspiel am Samstag noch einige Baustellen. Die bisherigen Testspiele offenbarten Probleme in der Verteidigung, es gab aber auch Lichtblicke. Steht den Mittelhessen wieder eine turbulente Saison bevor?

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Für die Gießen 46ers beginnt die Spielzeit an diesem Wochenende im Pokal. Nach schmerzlichen Abgängen im Sommer müssen sich die Mittelhessen als Team neu finden. Welche Neuzugänge das Aufbauspiel beflügeln sollen und welche besondere Rolle einem gebürtigen Gießener zukommen könnte, erfahren Sie im Teamcheck.

So lief die vergangene Saison

Eine Saison zum Vergessen war es nicht. Aber auch keine, die in Erinnerung bleiben wird. Das Verletzungspech der Mittelhessen war ein Grund. Ein überhaupt nicht fitter John Bryant ein anderer. Dabei haben die 46ers in vielen Spielen keine schlechte Figur gemacht. Viele Niederlagen waren vermeidbar, fielen aber oft den schwankenden Leistungen der Schlüsselspieler und der fahrlässigen Verteidigung zum Opfer. Am Ende waren viele Fans wohl froh, dass die Gießener das wichtigste Ziel, den Klassenerhalt, auf Platz 14 erreicht haben.

Wer kommt? Wer geht?

Der Aderlass der 46ers war nach Saisonende nicht gering. Neben dem wohl prominentesten Abgang von "Big Man" John Bryant verließen auch wichtige Stützen wie Matthew Tiby, Stephen Brown, Teyvon Myers und Luke Petrasek die Mittelhessen.

Viele Neuzugänge können sich aber durchaus sehen lassen. Für genug Power unterm Korb soll der BBL erprobte und ehemalige Skyliner Johannes Richter sorgen. Mit den US-Amerikanern Scottie James Junior und Issac Hamilton, schnappen sich die Mittelhessen zwei vielversprechende Allrounder. Das Aufbauspiel sollen die US-Amerikaner Liam O´Reilly, Andrew Rowsey und – sobald er wieder fit ist - Jonathan Stark beflügeln.

Der Trainer

Ingo Freyer hat noch viel Arbeit vor sich. Der für seine offensive Spielweise bekannte Headcoach der 46ers muss mit seinem Team noch die Balance zwischen Offensive und Defensive finden. Im letzten Testspiel gegen den Mitteldeutschen BC ließen die Mittelhessen zu viele Dreier zu und verlor in der Konsequenz das Spiel. Das Angriffsspiel kann sich aber durchaus sehen lassen. Mannschaftsdienliche Spielweise, schnelles Umschaltspiel und viel Dynamik zeichnen das Gießener Spiel aus. Schafft es Freyer die Defensive zu festigen und den Kampfgeist innerhalb des Teams zu beschwören, könnte es eine entspannte Saison für den 49-Jährigen werden.

Die Ziele

Die Fans sehnen sich in Gießen wieder nach besseren Zeiten. Ob das Team in diesem Jahr tatsächlich nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben wird, bleibt fraglich. Der Klassenerhalt hat bei den Mittelhessen oberste Priorität. Sollten die Gießener im gesicherten Mittelfeld landen und näher an den Playoff-Plätzen als den Abstiegsrängen sein, wären Fans und Verantwortliche wohl mehr als zufrieden.

All Eyes on...

Bjarne Kraushaar. Der gebürtige Gießener könnte in der kommenden Saison den Durchbruch schaffen und zu einem wichtigen Pfeiler im Aufbauspiel der 46ers werden. Berechtigte Hoffnungen auf mehr Spielzeit kann sich der 21-jährige definitiv machen. Seine gute Übersicht machen ihn zum perfekten Spielmacher für die 46ers. Schafft er es auch noch seine eigene Punkteausbeute zu verbessern, kann er für die Mittelhessen in der kommenden Saison sehr gewinnbringend werden.

Prognose

Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich nur schwer abschätzen, wohin die Reise der 46ers gehen wird. Viel wird davon abhängig sein, ob sie es schaffen, die defensiven Probleme abzuschalten. Auch das Zusammenspiel zwischen den vielen Neuzugängen und den jungen Spielern um Kraushaar, Pjanic und Zylka wird entscheidend sein. Ein wichtiger Faktor wird den 46ers allerdings auf absehbare Zeit fehlen: die Fans. Die Zuschauer in der Gießener Osthalle zählen zu den lautstärksten in der gesamten BBL. Der Offensivmotor läuft aber bereits wie geschmiert. Mit dem entsprechenden Feintuning sollte dem gesicherten Mittelfeld nichts im Wege stehen.