Svenja Greunke

Nach einer sensationellen Saison in der 2. Bundesliga haben sich die Rhein-Main-Baskets in der ersten Playoff-Runde gegen Braunschweig durchsetzen können. In der nächsten Runde spielt das Team ab Samstag gegen Alba Berlin um den Aufstieg ins Oberhaus. Der Ehrgeiz ist groß, Druck gibt es aber keinen.

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Rhein-Main-Baskets: Coach Engler zur Lage vor den Spielen gegen Alba Berlin

Saymon Engler
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"Das erste Spiel gegen Braunschweig haben wir in der zweiten Halbzeit abgegeben", erzählt Baskets-Trainer Saymon Engler dem hr-Sport. Nachdem seine Spielerinnen mit einer Führung in die Kabine gegangen sind, wurden sie von der Zonen-Defense der Gegnerinnen aus dem Konzept gebracht. "Wir haben angefangen, hektisch zu spielen und die Würfe nicht mehr getroffen", so der 27-Jährige. Das Spiel endete knapp mit 59:60 zugunsten der Braunschweigerinnen.

Beim Rückspiel in der heimischen Georg-Sehring-Halle in Langen sind die Würfe wieder gefallen. Etwa 300 Fans haben ordentlich für Stimmung gesorgt und dem Team "einen Extra-Boost gegeben", wie Engler sagt. Trotzdem sind die Gäste im letzten Viertel auf drei Punkte rangekommen. Mit mentaler Stärke und, wie der Coach betont, einer "bärenstarken" Defense konnte sein Team zum Schluss noch mit 74:66 gewinnen und ins Playoff-Halbfinale einziehen.

Diesen Samstag (17.30 Uhr) in Langen und kommenden Freitag (14.30 Uhr) in Berlin spielen die Baskets im Playoff-Halbfinale gegen Alba Berlin und können sich schon bei einem Sieg eines von zwei Bundesliga-Tickets sichern. Die Stimmung in der Mannschaft sei gut, von Ehrfurcht vor dem großen Namen des Gegners keine Spur erkennbar, so Engler. Ganz im Gegenteil: Die Berlinerinnen haben beide Saisonspiele gegen Viertelfinal-Gegner Braunschweig verloren. "Es ist völlig offen, wer weiterkommt", so der 27 Jahre alte Trainer.

Erstes Ziel: Klassenerhalt

Dass die Rhein-Main-Baskets in diesen Wochen mit solch einem großen Selbstvertrauen in ein Playoff-Halbfinale gehen würden, hätte vor dieser Spielzeit niemand erwartet. Denn: Mit Trainer Thorsten Schulz sowie den Stammspielerinnen Lena Herrmann und Jasmin Weyell hatte man vor der Saison schmerzhafte Abgänge zu verbuchen. Zudem würde es die erste Bundesliga-Saison von Neu-Trainer Saymon Engler werden.

Der 27-Jährige, der zuvor Trainer in Darmstadt-Roßdorf war, hat sich in Langen von Anfang an darauf konzentriert, welche Spielerinnen vor Ort waren und bewusst niemanden von außen dazugeholt. "Erstes Ziel war es, die jungen Spielerinnen ins Team zu integrieren und ihnen eine Plattform zu bieten", so Engler. "Verstärkung von außen wäre da kontraproduktiv gewesen." Eine bestimmte Platzierung habe man vor der Saison nicht angepeilt. "Wir wollten auf jeden Fall die Klasse halten", so Engler.

Nachdem sein Team die ersten drei Saisonspiele allesamt deutlich gewann, merkte man jedoch, dass mehr drin ist als nur der Klassenerhalt. "Wir dachten dann, dass eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte möglich ist", so Engler. Den Schwung der ersten Spiele konnte die Mannschaft in den Rest der Saison mitnehmen. Wie manch anderes Team wurden die Rhein-Main-Baskets auch nicht durch teamweite Corona-Ausbrüche ausgebremst. Etwas überrascht war der Club kurz vor Ende der Hauptrunde allerdings doch, als das Team in der Tabelle immer noch auf dem zweiten Tabellenplatz lag.

Die Sache mit dem Aufstieg

"Das war schon echt eine Sahnesaison", resümiert Engler. Die Taktik des jungen Coachs ist dabei voll aufgegangen. "Man hat gesehen, wie die Nachwuchsspielerinnen immer besser reingekommen sind und Verantwortung übernommen haben", freut er sich. Dass das so gut geklappt hat, sei der tollen Teamchemie zu verdanken. "Die Mädels machen auch außerhalb des Trainings und der Spiele viel zusammen", verrät er.

Wie weit es in den Playoffs gehen kann und ob am Ende vielleicht sogar der Titel drin ist, lässt der Trainer offen. "Wir machen uns kein Druck und wollen das Playoff-Feeling genießen", sagt er. Auch wisse man noch nicht, wie man im Verein mit einem möglichen Bundesliga-Aufstieg umgehen würde. "Das hat vor allem finanzielle Gründe", meint der Trainer.