Skyliners-Trainer Geert Hammink

Um Weihnachten haben die Skyliners Frankfurt gute Ergebnisse erzielt. Ins neue Jahr starten sie allerdings mit einer schweren Auswärts-Aufgabe.

Audiobeitrag

Audio

Skyliners Frankfurt verlieren in Bonn

Ende des Audiobeitrags

Das kleine Zwischenhoch, das die Skyliners um Weihnachten herum erlebt haben, ist schon wieder verflogen. Nach den beiden Heimsiegen gegen die Riesen Ludwigsburg und die Rostock Seawolves am 17. und am 26. Dezember verlor der Frankfurter Basketball-Bundesligist am Donnerstag sein letztes Spiel 2022 bei den Baskets Bonn mit 66:89 (27:40). Die Verletzungsprobleme, die die Hessen seit Wochen schwächen, hatten sich vor dem Duell mit dem Tabellenführer noch einmal verschärft - und das vor einem schweren Startspiel 2023.

Nach Einaras Tubutis, der mit einer Innenbandzerrung am Knie pausiert, und Lorenz Brenneke, der an längerfristigen Adduktorenproblemen laboriert, musste sich in Center Matt Haarms wegen eines Muskelspasmus im Rücken der nächste wichtige Spieler abmelden. Der Niederländer könnte jedoch zeitnah zurückkehren, wie Pressesprecher Thomas Nawrath am Freitag sagte. Ob er schon beim Jahresauftakt am Dienstag (19 Uhr) beim Tabellenzweiten Alba Berlin zur Verfügung steht, ist noch nicht klar.

Wieder mitten im Abstiegskampf

Mit den beiden Triumphen zuvor waren die Skyliners gerade erst aus dem tiefsten Tabellenkeller auf Rang 15 geklettert. Ein halbes Jahr nachdem sich der sportlich gescheiterte Club mit einer Wildcard den Klassenverbleib in der BBL gesichert hatte, steckt er mit nur drei Siegen aus zwölf Partien schon wieder mittendrin im Abstiegskampf. 

700.000 Euro musste der deutsche Meister von 2004 hinlegen, um nicht den ungeliebten Weg nach unten einzuschlagen. Das Budget, erklärte Geschäftsführer Yannick Binas kürzlich in einem vereinseigenen Podcast, sei entsprechend "auf Kante genäht". Eine Verstärkung sei zwar möglich, müsse aber wohlüberlegt sein. Einen Neuzugang werde es nur geben, wenn er eine erhebliche und dauerhafte Qualitätssteigerung verspreche. Bislang habe die Marktlage dies nicht hergegeben, betont Cheftrainer Geert Hammink, der die Mannschaft im Sommer übernommen hatte.

"Wir finden unseren Rhythmus"

So muss der Niederländer erstmal mit dem auskommen, was ihm der schon während der Vorbereitung immer wieder reduzierte Kader gerade bietet. Harte Arbeit und der Glaube an sich selbst sollen bei den Skyliners für zunehmend mehr Erfolg bei der Korbjagd sorgen. Dass Hamminks Taktik aufgehen kann, bewiesen die beiden jüngsten Siege gegen stärker eingeschätzte, allerdings ebenfalls geschwächte Gegner. Besonders gegen Rostock funktionierte die zuvor meist gravierend schwache Offensive, und die Gastgeber konnten dreistellig punkten. "Irgendetwas machen wir gerade richtig", erklärte Spielmacher Joshua Obiesie danach. "Wir finden unseren Rhythmus." Man kenne einander jetzt besser und wisse, was jeder kann: "Wir müssen einfach weitermachen."

Kapitän Lukas Wank hatte schon vorher betont, dass die Stimmung im Team nicht so schlecht sei, wie man angesichts der schwierigen Situation vermuten könnte. Der deutsche Nationalspieler selbst versucht seine Teamkollegen ("Lauter gute Typen") noch mehr zusammenzuschweißen, indem er gemeinsame Ausflüge organisiert oder man in kleineren Gruppen Spiele auf internationalem Parkett ansieht und diskutiert. "Dann haben wir auch mal andere Themen und denken nicht ständig über uns selbst nach", sagte Wank.

Die nächsten Herausforderungen erfordern wieder höchste Konzentration. Nach der Berlin-Reise kommt am 8. Januar die BG Göttingen zum ersten Heimspiel 2023 in die Ballsporthalle und könnte auf selbstbewusste Hausherren treffen: Zumindest vor eigenem Publikum haben die Skyliners einen deutlichen Aufwärtstrend bewiesen, an den sie so schnell wie möglich anknüpfen wollen.