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Marcus Lewis wäre fast nach Ulm gewechselt

Marcus Lewis ist bereit für seinen ersten Einsatz im Trikot der Skyliners Frankfurt. Um ein Haar wäre der US-Amerikaner beim kommenden Gegner Ulm gelandet.

Sein erstes Spiel mit den Skyliners Frankfurt hat Marcus Lewis streng genommen schon hinter sicher. Der Neuzugang aus den USA war kurz nach seiner Verpflichtung mit der Mannschaft nach Bamberg gereist. Weil er in Frankfurt aber noch kein einziges Training mitgemacht hatte, kam der Shooting Guard beim 83:100 nicht zum Einsatz. Am Sonntag (15 Uhr) gegen Ulm soll es nun soweit sein.

Erst klopft Ulm an, dann Frankfurt

Ausgerechnet gegen Ulm, möchte man sagen. Denn: "Ich wäre fast nach Ulm gewechselt", verrät Lewis im Gespräch mit dem hr-sport. Es habe Gespräche gegeben mit den Baden-Württembergern, die sich letztlich aber für eine andere Option entschieden hätten. Über Umwege verschlug es Lewis dann aber doch in die Basketball-Bundesliga.

Der 30-Jährige stand zuletzt bei Czarni Slupsk in Polen unter Vertrag, suchte aber noch einmal eine neue Herausforderung. Ein Wechsel zum französischen Erstligisten Pau scheiterte im Oktober an der Ligaleitung, die dem finanziell arg angeschlagenen Club den Transfer verweigerte. Rund einen Monat später klingelten dann die Skyliners beim Agenten des Flügelspielers durch.

"Ein komplett anderer Basketball"

"Es war auf jeden Fall schonmal gut aus dem Schnee in Chicago rauszukommen", witzelt Lewis, der zwar noch nicht viel von Frankfurt gesehen hat, sich aber immerhin auf dem Trainingscourt immer wohler fühlt. "Ich komme gut klar. Ich verstehe die Offense immer besser und wie die Jungs spielen", so der US-Amerikaner. "Es ist ein komplett anderer Basketball."

In Polen ging es meist darum, Iso-Plays zu kreieren, also einen Spieler in ein bestimmtes Eins-gegen-Eins-Duell zu bringen und ihm dann den Weg zum Korb freizumachen. In Frankfurt will Coach Geert Hammink "viel Free Motion spielen und viele Dribble Handoffs", so der Neuzugang. Die Skyliners setzen in der Offensive auf Bewegung, Passspiel und Ballübergaben, um einen freien Wurf zu kreieren. Die Umstellung sei zwar immens, gibt Lewis zu. "Aber ich gewöhne mich daran."

Ein Teamplayer, kein Schütze

Die erste Nachverpflichtung der Saison ist eine, die weiter auf die Stärken der Skyliners einzahlt. Lewis definiert sich über seine starke Defense und versteht sich als Teamplayer. Ein klassischer Schütze, wie die Bezeichnung Shooting Guard annehmen lassen könnte, ist er nicht. Ein paar Punkte soll er bei den Skyliners natürlich trotzdem pro Spiel erzielen. In Polen waren es im Schnitt starke 12,8.

Gegen Ulm wird das umso nötiger sein, da Top-Scorer Martinas Geben, der den Club verlassen wird, nicht mehr zur Verfügung steht. Und weil auch Lorenz Brennekes Adduktoren wenig bis gar keine Hoffnung auf einen Einsatz machen, werden die Skyliners auch gegen Ulm wieder viel Small Ball spielen müssen. Heißt: den Ball schnell und gut bewegen, freie Schüsse kreieren und diese am besten auch treffen, damit der Größen-Nachteil beim Rebounding nicht zu stark ins Gewicht fällt.

Ein Sieg am Sonntag ließe das Liga-Schlusslicht aus Frankfurt in der Tabelle mit den Baden-Württembergern gleichziehen. "Ich bin bereit", sagt Lewis.