Imago Kombo Freudenberg Kerkeling

Die Basketball-Bundesliga beendet ihre Saison mit einem Turnier in München und verfrachtet dafür alle zehn teilnehmenden Teams in ein Hotel. Skyliners-Chef Gunnar Wöbke fühlt sich wie in einem Film von Hape Kerkeling.

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"Bienvenidos heißt Willkommen. Fühlt euch wohl bei uns!" Mit diesen Worten begrüßen Hape Kerkeling alias Edwin und seine Animateur-Kollegin Biggi ihre Gäste auf der Busfahrt zu einem fiktiven Ferienclub irgendwo in Südeuropa. Es wird gesungen und gelacht, nur Junggeselle Kurt schämt sich ein bisschen. Später verteilt dann die angetrunkene Clubdirektorin Dr. Renate Wenger die Zimmerschlüssel und ein paar warme Worte. "Guten Morgen, ihr lieben Menschen!" Die Küche hat aber leider schon zu. Und im Pool ist kein Wasser.

Wöbke im Club Las Piranjas

Was das alles mit Basketball zu tun hat? Nach Meinung von Skyliners-Geschäftsführer Gunnar Wöbke jede Menge. Da die BBL ihre Saison mit einem Turnier in München beendet und dafür zehn Teams, die zusammen eine 220-köpfige Reisegruppe bilden, in einem Hotel unterbringt, wähnt sich Wöbke in einer Fernsehkomödie aus dem Jahr 1995: "Es könnte ein bisschen so werden wie bei 'Club Las Piranjas', diesem unfassbar witzigen Film mit Hape Kerkeling." Einer Parodie auf Pauschalreisen.

Nun wird es vermutlich nicht so sein, dass sich die Basketball-Profis die Zeit mit Völkerball, dem Aufräumen der Hotelanlage (Aktion sauberer Strand!) oder dem Besuch eines belgisch-persischen Kostümabends vertreiben müssen. Ebenso wenig werden sie wohl im Takt des Club-Tanzes auf ihr Frühstücks-Ei schlagen und sich anschließend an den Händen halten (das ist wegen Corona ohnehin verboten). Streng aufgeteilte Essensgruppen und sehr begrenzte Freizeit-Möglichkeiten wird es analog zum Film aber sehr wohl geben. "Die Regeln sind sehr streng, das wird eine Ausnahmesituation", so Wöbke.

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Ein bisschen wie im Gefängnis

Konkret heißt das, dass Spieler und Verantwortliche der Skyliners wegen der Corona-Krise keinen direkten Kontakt zu ihren Familien haben und sich während des Turniers ausschließlich im Kreis der Teamkameraden und Konkurrenten bewegen dürfen. Die Vorrunde mit zwei Fünfer-Gruppen startet am kommenden Samstag, das Finale steigt am 28. Juni. "Wenn wir ausscheiden, sind wir nach zehn Tagen wieder draußen", so Wöbke. Im Erfolgsfall winken (oder drohen) drei Wochen in freiwillig gewählter Quarantäne. So eine Fahrt ins Blaue hat ja auch immer etwas Ungewisses.

"Ich hatte anfangs schon ein bisschen Angst davor, dass man uns einsperrt. Jetzt glaube ich aber, dass es ganz lustig werden könnte", fasst Skyliners-Profi Richard Freudenberg die gemischte Frankfurter Gefühlslage zusammen. Um gegen einen möglichen Lagerkoller anzukämpfen, hat der 21-Jährige bereits mehrere Bücher und Kartenspiele bereitgelegt. "Mit den Mit-Insassen", so Freudenberg, dürfe man ja auch mal raus. Selbst Besuchen an der Hotelbar steht zumindest aus virologischer Sicht nichts im Wege. "Die, die im Hotel sind, sind ja alle gesund", so Wöbke.

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Hotel: ja, Urlaub: nein

Wer den lieben langen Tag nur im Bett liegen mag und leise Hoffnung auf eine entspannte Zeit hat, der hat sich allerdings auch getäuscht. Neben Schlafen, Essen, Trainieren und Spielen steht auch noch tägliches Fiebermessen und alle drei Tage ein Corona-Abstrich auf dem Stundenplan. Rein sportlich nehmen das Turnier zudem alle Teams sehr ernst. "Es wird am Ende einen würdigen Deutschen Meister geben", ist sich Wöbke sicher.

Urlaubsgefühle, und das wäre dann die klarste Parallele zur Kerkeling-Komödie "Club Las Piranjas", werden also mit Sicherheit nicht aufkommen. 

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! Bundesliga, 31.05.20, 22.05 Uhr