Len Schoormann in Aktion gegen Braunschweig

Die Skyliners Frankfurt haben sich im Viertelfinale aus dem BBL-Pokal verabschiedet. Das ist nicht wirklich schlimm. Die Art und Weise des Ausscheidens sorgt aber auch in der Mannschaft für Unmut.

Audiobeitrag

Audio

Audioseite Skyliners fliegen aus dem Pokal

Drei Spieler der Skyliners umringen Braunschweigs David Krämer, der den Ball hat.
Ende des Audiobeitrags

Len Schoormann war sauer. Das war am Samstag nach der Niederlage der Skyliners Frankfurt bei den Löwen Braunschweig eindeutig. Am Magenta-Sport-Mikrofon schimpfte der 19-Jährige über das Defensivverhalten des Basketball-Bundesligisten – und über das Miteinander auf dem Court. "Wir waren defensiv heute nicht gut genug und haben zu viele Läufe zugelassen. Wir haben heute als Team nicht genug kommuniziert, so stehen wir uns am Ende einfach zu sehr selbst im Weg", so der Darmstädter, der eigentlich als zurückhaltender Interview-Partner gilt.

Dass sich Schoormann Luft machte, kam natürlich nicht von ungefähr. Die Skyliners hatten gerade das Final Four des BBL-Pokals verpasst, mussten sich einer Braunschweiger Mannschaft mit 65:86 geschlagen geben, die – bei allem Respekt – eher keine Übermannschaft sind. Und das lag vor allem an den Frankfurtern selbst, deren Spiel viel zu statisch daherkam, um den Gegner ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Mehr Drei- als Zwei-Punkte-Würfe

In der Defensive ließen sich die Hessen von einfachen Pick-Plays viel zu oft durcheinanderbringen. Offensiv nahmen die Skyliners einen Dreier nach dem nächsten. Tatsächlich nahmen die Gäste sogar mehr Drei- als Zwei-Punkte-Würfe. Nur setzten sie diese Versuche eben reihenweise daneben. Mit einer Trefferquote von etwas mehr als 18 Prozent aus der Ferne kommt man auf keinen grünen Zweig. Wenn der Gegner dann auch noch das Geschehen unter dem Korb dominiert und sich die zweiten Bälle schnappt: Game over.

"Wir haben keine gute Teamleistung gezeigt", bemängelte Schoormann, der mit 20 Punkten noch bester Werfer der Hessen war. Und genau das war das Problem der Skyliners: Die Mannschaft baute zu häufig auf Einzelaktionen, das System von Neu-Trainer Diego Ocampo war viel zu selten sichtbar. "Wir haben im zweiten und dritten Viertel versucht, dagegenzuhalten. Aber im ersten und letzten Viertel haben wir nicht auf dem nötigen Level gespielt", gab dann auch der Coach unumwunden zu.

Der Hunger muss zurückkommen

Für die Hessen ist das kein unbekanntes Problem. Ein neuer Trainer, ein neues Spielsystem, viele verletzte Spieler und ein junges, inkonstantes Team: Fertig ist die Mischung, die die Skyliners in der Bundesliga auf dem letzten Tabellenplatz stehen lässt und nun auch den Traum vom Final Four platzen ließ.

Um trotzdem mit einem guten Gefühl in die nahende Länderspielpause zu gehen, ist ein Sieg im nächsten Bundesliga-Spiel in Würzburg (21. November) eigentlich Pflicht. Wie das gelingen kann? "Wir sind das jüngste Team der Liga und müssen daher auch das hungrigste sein", erinnert Schoormann. In Braunschweig war davon wenig zu sehen.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen