Die Streetball-Anlage im Frankfurter Hafenpark

Im Frankfurter Hafenpark spielen Basketballer seit zwei Jahren auf einem löchrigen Boden und riskieren Verletzungen. Die Initiative "EZB Basketball" fordert eine Gesamtrenovierung des Courts. Sponsoren gibt es bereits, noch fehlt allerdings das Go aus dem Umweltdezernat. 

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Angeberwissen FC Barcelona | hessenschau Sport vom 05.04.2022

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Der Hafenpark in Frankfurt ist ein Hotspot für Basketball-Begeisterte aus ganz Deutschland. Auf den beiden Feldern wird Streetball gespielt, das heißt: Die Spieler bestimmen die Regeln. Keine Trainer, keine Schiedsrichter. Gespielt wird beispielsweise bis elf Punkte, Korbleger zählen einen Punkt, Treffer jenseits der Dreierlinie zwei Punkte. Und: Eine Mannschaft bleibt so lange auf dem Feld, bis sie verloren hat.

Streetball bedeutet allerdings auch: Egal, welches Geschlecht oder welche Altersklasse - alle spielen zusammen. "Wir haben hier echt alles vertreten: Kleine Kiddies bis 63-Jährige, alle Herkünfte und alle Kulturen", erzählt Thorsten De Souza dem hr-sport. Zusammen mit Philipp Wollrab hat er vor zwei Jahren die Initiative "EZB Basketball" gegründet. Das Ziel: Sie wollen eine Gesamtrenovierung des Platzes realisieren und damit den deutschen Streetball neu definieren.

Neuer Boden und Nachtbeleuchtung

Das Vorbild der beiden Frankfurter ist der Rucker Park in New York, wo die wohl umkämpftesten Streetball-Turniere der Welt stattfinden. Größter Unterschied: Während der Sonnenuntergang im Hafenpark den Spieltag beendet, erlauben in New York Nachtbeleuchtungen das Spielen bis in die späten Abendstunden. Dieser Umstand veranlasste De Souza vor knapp zwei Jahren dazu, eine Petition für die Installation von Nachtlichtern im Hafenpark zu starten.

In kurzer Zeit sammelte er 1.200 Unterschriften. Doch schnell merkte der 22-Jährige, dass das Projekt größer ist. Das sagte ihm auch Jan Jagla, ehemaliger Basketball-Nationalspieler. "Er hat mir per E-Mail geschrieben, dass wir uns größer kommunizieren müssen", erinnert sich Thorsten. Zusammen mit seinem Kumpel Philipp Wollrab, ehemaliger Footballer von Frankfurt Universe, gründete er die Non-Profit-Streetball-Community "EZB Basketball".

Auf 27 Seiten verfassten die beiden ein umfassendes Konzept für die Gesamtrenovierung der Basketballplätze. Dazu gehören die Nachtlichter, der Austausch der mittlerweile stark beschädigten Bodenbeläge sowie höhenverstellbare Plexiglas-Korbanlagen. Auch Zuschauertribünen schweben den beiden vor. "Das wäre das Sahnehäubchen", schmunzelt De Souza.

Viel Support, keine Entscheidungsmacht

Auf das abgelieferte Konzept folgten Gespräche mit der Politik. Sogar in den Frankfurter Römer wurden De Souza und Wollrab eingeladen. Viele, darunter auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), sicherten den beiden ihre Unterstützung zu. Auch wurden sie schnell von möglichen Sponsoren kontaktiert, die sich um die finanzielle Umsetzung der Renovierung kümmern wollen.

Das Problem: Die vielen Unterstützer haben bei der Freigabe der Renovierung keine Entscheidungsmacht inne. Da sich der Basketballplatz in einem Park und somit auf einer Grünfläche befindet, liegt diese Macht beim Umweltdezernat. Zusätzlich schränkt die geltende Grünflächensatzung die Möglichkeiten der Renovierung stark ein. Bei der Suche nach einer Lösung zeige sich das Dezernat nicht besonders kooperativ, so De Souza.

"Es muss immer über Umwege gehen. E-Mails und Telefonate werden nicht beantwortet", erzählt er. Auch gegenüber dem hr-sport hat sich das Umweltdezernat trotz mehrfacher Nachfrage nicht geäußert. Im Februar erfuhren De Souza und Wollrab schließlich über die Presse, dass von Rosemarie Heilig (Grüne), der Umweltdezernentin, eine Ausnahmegenehmigung für die Nachtbeleuchtung erteilt wurde.

Renovierung muss auf einmal passieren

Demnach soll die Installation der Nachtbeleuchtung im kommenden Winter stattfinden. Für De Souza und Wollrab ist damit ein Zwischenziel erreicht, dennoch bleibt für sie einiges ungeklärt. Sie wissen nicht, ob mit der Installation der Nachtlichter auch die Gesamtrenovierung mit neuem Boden und Korbanlagen einhergeht. Eines ist für sie klar: "Es macht nur Sinn, wenn alles in einem Rutsch bearbeitet wird", so De Souza. Trotz der vielen Hindernisse, die er und Wollrab auch nach zwei Jahren Arbeit noch überwinden müssen, geht ihnen die Motivation nicht aus.

"Wir stoßen damit etwas ganz Großes an", ist sich Wollrab sicher. Ob wegen der Corona-Pandemie oder zur Integration von Geflüchteten, öffentliche Sportplätze seien momentan so wichtig wie noch nie und müssten ausgebaut werden. Der Ausbau von öffentlich zugänglichen Tischtennisplatten, Flächen für Breakdancern und Sportflächen auf Dächern, De Souza und Wollrab haben schon einige Ideen, welche Projekte sie nach der Gesamtrenovierung des Basketballplatzes anpacken könnten. "Ich bin wirklich erst zufrieden, wenn wir uns in zehn Jahren hier umgucken und sagen können: 'Wow, jetzt ist die Stadt fresh'", so Wollrab.

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