Filip Kostic hadert nach einer der vergebenen Chancen.

Ein aufregendes hessisches Sportjahr 2021 geht zu Ende. Das waren die Highlights, Aufreger und Storys von Juli bis September.

Highlight des Quartals

Manchmal werden die wirklich wichtigen Spiele ganz abseits der großen Sportwelt gespielt. Etwa beim SV Heftrich aus Idstein. Der kleine Klub lädt im Oktober nämlich Nachwuchskicker des Ahrweiler BC in ein einwöchiges Trainingscamp ein, die Kids aus dem von der Flutkatastrophe im Sommer verwüsteten Ort in Rheinland-Pfalz können so einfach mal wieder unbeschwert Fußball spielen, eine gute Zeit haben, einfach Kind sein. "Ich sehe nur strahlende Gesichter", sagt Initiator Felix Erhardt. "Das macht mich glücklich." Wie die Trainingsspiele im Camp ausgehen, ist nicht überliefert. Man kann aber davon ausgehen: Gewonnen haben alle.

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Aufreger des Quartals

Für Eintracht Frankfurt ist 2021 ja sowieso schon - Grüße an Adi Hütter und Fredi Bobic – das Jahr der ungelenken Vereinswechsel. Da will der beste Spieler natürlich in nichts nachstehen. Entsprechend wahnwitzig die Wechselposse rund um Filip Kostic am letzten Wochenende des Sommertransferfensters. Eintrachts bester Spieler verweigert erst das Training, um einen Wechsel Lazio Rom zu erzwingen, fliegt dann aus dem Kader, das Angebot der Römer wird aber zunächst an eine falsche Email-Adresse geschickt und reicht dann gerade mal aus, um jedem auf der Eintracht-Geschäftsstelle ein Eis zu spendieren, weswegen es natürlich abgelehnt wird, woraufhin sich Kostic kleinlaut per Instagram halb-entschuldigt, sich von seinem Berater trennt und am kommenden Spieltag, na klar, nach seiner Einwechslung ein Tor schießt. Hätte Shakespeare nicht schon vor 400 Jahren das Drama "Viel Lärm um Nichts" geschrieben, man hätte es im Sommer rund um die Kostic-Posse wunderbar nachholen können.

Spruch des Quartals: "Wir sind mit Corona in die Saison gestartet, brauchten jeden Mann. Das hat das Team sehr zusammengeschweißt"

Der SV Darmstadt 98 kommt extrem unglücklich in die Saison, was vor allem daran liegt, dass die Lilien zeitweise eher an ein mittelalterliches Pestlager erinnern denn an einen Fußballverein. Bis zu sieben Spieler fallen mit Corona aus, Lilien-Kreativspieler Marvin Mehlem sieht in der Retrospektive aber darin auch das Geheimnis des kommenden Erfolges. Denn eine zusammengeschweißte Lilien-Truppe schießt nach überstandener Vereins-Epidemie die Gegner reihenweise aus dem Stadion und legt einen unglaublichen Lauf hin, der den Klub bis auf Tabellenplatz zwei führt.

Und sonst so?

"Auf den Alkohol – den Ursprung und die Lösung aller Probleme", sagte einst Homer Simpson, und was soll man sagen: Der Mann war möglicherweise OFC-Fan. Beim Regionalliga-Tabellenführer entspinnt sich im Juli nämlich ein bizarrer Streit um das Stadionbier, das wegen der Corona-Bestimmungen nicht ans Stehplatzpublikum ausgeschenkt werden darf, während im Business-Bereich jedoch zwei kleine Bier erlaubt sind. "Fußballfans werden als minderbemittelt hingestellt, weil man der Meinung ist, dass sie sich pauschal besaufen und dann an keine Regeln halten", mosert OFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik zurecht. Wenig später dann legen Klub und Stadt den Bier-Streit bei: "Einfach gesagt: Je weniger Zuschauer, desto mehr Alkohol darf getrunken werden. Je mehr Zuschauer, desto weniger Alkohol ist möglich", sagt OFC-Pressesprecher Lars Kissner. Nur, um mit Homer Simpson zu sprechen: Ist das dann die Lösung eines Problems oder der Ursprung eines neuen?