Es läuft nicht rund bei Darmstadt 98: zu viele Verletzte und zu viele Niederlagen. Die Abstiegsplätze rücken immer näher. Ausgerechnet gegen den Tabellenzweiten Greuther Fürth soll jetzt alles besser werden.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Markus Anfang: Wir brauchen kein Mitleid"

Markus Anfang
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Nein, er wisse auch noch nicht, wie er spielen lassen wolle. Der sonst so positiv denkende Lilien-Trainer Markus Anfang wirkte auf der Pressekonferenz vor dem schweren Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten Greuther Fürth am Dienstag (18.30 Uhr) etwas ratlos. Vor allem, was die Defensive anbetrifft. Denn mit Matthias Bader, Nicolai Rapp, Mathias Wittek und Patrick Herrmann fallen gleich vier Abwehr-Stammkräfte aus. Die ersten drei sind verletzt, Hermann brummt seine Gelb-Rot-Sperre ab.

Deshalb bekommt Anfang für das Spiel in Fürth wahrscheinlich nicht mal genügend Einsatzkräfte für seine zuletzt favorisierte Dreier-Abwehrkette plus zwei Außenspieler zusammen. Eine Vierer-Kette wäre die Lösung. Aber das weiß Anfang wie gesagt noch nicht. Denn auch im Mittelfeld klafft ein Loch, da Fabian Schnellhardt und eventuell auch Marvin Mehlem verletzt ausfallen. Die personellen Möglichkeiten sind vor der Reise zum Tabellenzweiten also begrenzt.

Haben sich höhere Mächte gegen die Lilien verschworen?

"Ich weiß nicht, warum wir derart bestraft werden." Diesen frustrierten Satz hatte Verteidiger Immanuel Höhn nach der 1:2 Niederlage gegen den Hamburger SV losgelassen. Es war immerhin schon die vierte Niederlage in den vergangenen fünf Darmstädter Spielen. Die Bestrafungen der Lilien erfolgten übrigens auf durchaus mannigfaltige Art: durch die vielen Verletzten, die vielen späten Gegentore, die viele Elfmeter des Gegners und zuletzt auch durch Schiedsrichter-Entscheidungen, über die sich die Lilien aufregten.

Eines ist für Trainer Anfang jedoch sonnenklar: "Wir brauchen kein Mitleid, das will auch kein Mensch haben." Doch der 46-Jährige würde es beim Spiel in Fürth schon gerne mal sehen, dass sich seine Jungs für ihre guten Leistungen auch mal belohnten. "Die Leistungen machen mir Mut". Mut wird man beim Spiel in Fürth brauchen."

Doch Anfang weiß, dass die Situation, nur einen Punkt vor dem Abstiegs-Relegationsplatz, für die Lilien so langsam brenzlig wird. Man sei nicht realitätsfremd. "Wir wissen, dass wir gerade in einer schwierigen Situation sind, weil wir die Punkte nicht holen."

Folgenreiche Handspiele machen die Lilien ganz verrückt

Anfang nerven auch die vielen Elfmeter gegen seine Mannschaft. Stattliche sechs davon hat es in dieser Saison schon gegeben. Davon alleine vier Handelfmeter, wie zuletzt gegen den HSV. Dass diese ganzen Handelfmeter die Lilien ganz verrückt machen, zeigte sich ebenfalls im HSV-Spiel. Beim Hamburger Siegtreffer kurz vor Schluss.

"Da unser Abwehrspieler Patric Pfeiffer da mit hinter dem Rücken verschränkten Armen in den Zweikampf geht, um bloß kein Handspiel zu machen, kommt er zu spät, lässt die Flanke zu, die dann zum Hamburger Tor führte", analysiert Anfang. Da waren sie wieder, die höheren Mächte. 'Wie man es macht, ist es falsch', dieser Satz scheint derzeit zum Leitspruch bei den Lilien zu werden.

Beim Auswärtsspiel in Fürth muss also vieles besser laufen, damit sich die Lilien mal wieder belohnen können. Sonst wird sich die Mannschaft - trotz annehmbarer Leistungen - wirklich bald auf dem Abstiegs-Relegationsplatz wiederfinden.