Thomas Weikert

DOSB-Präsident Thomas Weikert hat sich vor den Olympischen Spielen in Peking zur Menschenrechts-Situation in China geäußert. Die Politik müsse sich stärker positionieren, die Spiele stattfinden.

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DOSB-Präsident Thomas Weikert: "Olympia in Peking muss stattfinden"

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Thomas Weikert, neuer Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, hat sich im Interview mit dem hr-Sport zu den umstrittenen Olympischen Spielen in Peking geäußert. "Das ist das Ereignis für die Sportler, das zählt. Deshalb muss Olympia in Peking jetzt stattfinden", so Weikert. "Das Thema Politik ist nicht die Sache des Sports und des DOSB, da muss sich die Politik positionieren. Wir können wir nicht die Probleme lösen, die die Politik und teilweise auch die Wirtschaft nicht gelöst bekommt", so Weikert weiter.

Immer wieder gab es wegen der Menschenrechtsverletzungen Kritik an den Spielen in China, mehrere Länder planen einen diplomatischen Boykott. So wollen etwa die USA keine politischen Vertreter zu den Winterspielen in Peking schicken, auch die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock kündigte an, den Spielen fernzubleiben.

"Meetings mit Human Rights Watch und dem Auswärtigen Amt"

Die deutschen Athleten seien auf die Situation in China aber gut vorbereitet, sagte der Familienanwalt aus dem hessischen Limburg. "Wir haben Meetings mit Human Rights Watch und dem Auswärtigen Amt gehabt. Wir wissen um die Situation vor Ort, um die Uiguren, um Hongkong, et cetera", so Weikert. Es werde auch noch einen Call mit Bundespräsident Frank Walter Steinmeier geben.

"Die Athleten dürfen sich vor Ort äußern, solange sie die olympische Charta einhalten. Eine Äußerung auf dem Podium ist nicht erlaubt". Überall sonst dürften sich die Sportler und Sportlerinnen äußern. "Sie müssen aber nicht. Ich denke, dass wir als DOSB uns gegebenenfalls vor die Athleten stellen und Statements abgeben." Insgesamt handele es sich dabei um ein "ganz schwieriges Thema. Das IOC hat die nächsten olympischen Spiele ja in demokratische Länder vergeben und ich denke, das ist der richtige Weg."

"Die Freude überwiegt"

Auch wegen der Coronapandemie habe der ein oder andere Sportler Bedenken. "Aber die Freude überwiegt", so Weikert. "Wir bemühen uns sehr, die Bedingungen vor Ort so optimal wie möglich zu machen." Sportlich geht Weikert zuversichtlich in die Olympischen Spiele. "Das Medaillenzählen habe ich noch nicht begonnen. Aber ich weiß, dass der Winter gut angelaufen ist. Die Athleten und Athletinnen sind gut vorbereitet und haben gut trainiert."

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