Die volle Fankurve von Eintracht Frankfurt

Beginnt die Bundesliga-Saison am Wochenende mit Zuschauern in allen Stadien? Heute entscheiden die Länder. Hessen drängt auf eine bundeseinheitliche Öffnung – und eine Auslastung der Plätze bis zu 20 Prozent.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Volker Bouffier über die Fan-Rückkehr

Volker Bouffier (CDU)
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Beim Heimspiel-Auftakt am Samstag gegen Bielefeld will Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt bis zu 6.500 Zuschauer ins Stadion lassen. Geht es nach Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), könnten es trotz Corona noch mehr werden. "20 Prozent als bundesweite Richtgröße müssten möglich sein", sagte er am Dienstag dem hr zu einer möglichen Stadionauslastung.

"Schritt in eine verantwortete Realität"

Das werde Hessen bei der am Nachmittag um 16 Uhr vereinbarten Telefonschalte der Staatskanzlei-Chefs über den Bundesliga-Saisonstart so vorschlagen. Bouffier sieht nach eigenen Angaben gute Chancen dafür, dass die Initiative auf Zustimmung trifft. "Wir haben das Pandemiegeschehen gut im Griff. Das ist ein Schritt in eine verantwortete Normalität", sagte er.

Für die Eintracht würde ein Fünftel besetzte Plätze bedeuten, dass mehr als 10.000 Fans die Partie gegen Bielefeld sehen könnten. Das Stadion fasst insgesamt 51.500 Zuschauer. Der Ministerpräsident schränkte allerdings ein: Die 20-Prozent-Regel müsse sich jeweils an den lokalen Gegebenheiten messen: dem Infektionsgeschehen und den Voraussetzungen in den Stadien.

Sechswöchige Testphase

Die vorgeschlagene Öffnung soll nach Bouffiers Vorstellungen sechs Wochen getestet werden. "Wenn es sich nicht bewährt, müsste man auch einen Schritt zurückgehen", sagte er. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass sich die 20-Prozent-Regel angesichts der großen Stadien und möglicher Abstände sicher umsetzen lasse. Die Liga habe ja bereits ein Hygienekonzept erarbeitet.

Problematisch könnte die 20-Prozent-Regel bei Hallen-Sportarten wie Handball, Basketball oder Eishockey werden. "Da haben wir eine größere Herausforderung, weil das ja geschlossen ist", gab Bouffier zu. Dort könne es doch zu Einzelfall-Entscheidungen kommen. Wichtig sei aber, den ersten Schritt zurück in Richtung Normalität zu gehen. "Und dann schauen wir Stück für Stück, wie es weitergeht", sagte er.

Bayern 0, Leipzig 8.500

Ursprünglich hatten die Staatskanzlei-Chefs der Bundesländer bis Ende Oktober ein Konzept für Fußballspiele mit Publikum erarbeiten sollen. Der Druck auf eine frühere und bundesweit einheitliche Lösung wuchs aber – vor allem durch Einzelentscheidungen einzelner Länder. Bayern drängte dagegen zur Vorsicht.

Schleswig-Holstein etwa preschte am Montagabend vor - über Bouffiers Vorstellungen hinaus: Vom 19. September an dürfen bis zu 25 Prozent aller Zuschauerplätze in Stadien und Hallen belegt werden - entsprechende Hygienekonzepte vorausgesetzt. Rekordmeister Bayern München muss die Saison am Freitag gegen den FC Schalke 04 nach aktuellem Stand vor leeren Rängen eröffnen.

Neben Eintracht Frankfurt haben dagegen gleich drei Bundesliga-Clubs von den zuständigen Gesundheitsämtern die Erlaubnis für Heimspiele vor mehreren Tausend Zuschauern erhalten. Für die Partien Werder Bremen gegen Hertha BSC und RB Leipzig gegen Mainz 05 wurden jeweils 8.500 Besucher zugelassen, beim Spiel von Union Berlin gegen den FC Augsburg dürfen 5.000 Personen ins Stadion.

In Dresden waren schon 10.000 da

In der ersten Runde des DFB-Pokals waren in einzelnen Ländern bereits tausende Zuschauer erlaubt. Das Heimspiel von Dynamo Dresden gegen den HSV am Montagabend verfolgten zum Beispiel 10.000 Fans im Stadion. Das entspricht einer Auslastung von knapp einem Drittel.

Sendung: hr-iNFO, 15.09.2020, 13.30 Uhr