Jay Jay Okocha

Volleys, Soli und Legenden: Ganze 20 Mal in 50 Jahren kam der Torschütze des Monats aus Hessen. Mit dabei sind weltbekannte Traumtore, fast vergessene Ikonen und ungelöste Rätsel.

Die ersten drei: Alle der Hammer

Bernd Nickel (Eintracht Frankfurt, 29.05.1971 / 22.01.1972 / 28.04.1973 )

Was ein Auftakt: Gleich die ersten drei hessischen Tore des Monats gehen auf das Konto von Eintracht-Legende Bernd Nickel. Was ein Wunder bei einem Spieler, der mit einem Eckball mehr anfangen konnte als andere Profis mit einem Elfmeter. 1971 trifft "Dr. Hammer" per Seitfallzieher, 1972 per 30-Meter-Gewaltschuss, 1973 dann wieder per Seitfallzieher. Was die Frage aufwirft: Was muss eigentlich schieflaufen, wenn man von jeder Ecke des Waldstadions direkt trifft und keine der verwandelten Ecken zum Tor des Monats ausgezeichnet wird?

Der bislang einzige Darmstädter

Uwe Hahn (SV Darmstadt 98,11.11.1978)

Ein Treffer Marke "Der wird doch nicht!?" von Ex-Lilie Uwe Hahn. Hahn, der sieben Jahre für die Darmstädter kickte, ist damit der bislang einzige Torschütze des Monats der Lilien, und das, obwohl Sandro Wagner ja einst zwei Jahre beim SV 98 spielte. Erstaunlich. Wenn man großzügig ist, könnte man aber auch sagen: Weil Hahn das Tor gegen die Bayern erzielte, zählt es doppelt.

Jugend schützt vor Traumtor nicht

Bernhard Trares (Eintracht Frankfurt A-Jugend, 16.07.1983)

Ja, auch Bernhard Trares war mal jung, und ja: der Mann hat mal für die Eintracht gespielt. Und wie. Im Finale um die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft, damals an der Seite von späteren Eintracht-Profis wie Manni Binz und Armin Kraatz, packte Trares einfach mal den Hammer aus, traf zum 1:0 und startete die Profikarriere mit einem ordentlichen Knall. Das einzige hessische Tor des Monats aus dem Juniorenbereich.

In legendärem Trikot

Matthias Becker (Eintracht Frankfurt, 27.05.1995)

60 Meter, fünf Gegenspieler umkurvt, am Ende lässig eingeschoben: Matthias Becker war Mitte der Neunziger eine große Nachwuchshoffnung bei den Hessen. Zur ganz großen Karriere hat es nicht gereicht, wohl aber zum Tor des Monats – und einem lange ungelösten Mysterium der Eintracht-Geschichte. Am Tage Beckers Tor des Monats, beim 4:1 gegen den MSV Duisburg, spielte die Eintracht zum ersten und einzigen Mal überhaupt in blauen Tetra-Pak-Trikots. Wie der Bundesligist am Sonntag aufklärte, ist der Grund dafür eher unspektakulär: Der Sponsor hatte es sich so gewünscht. Unabhängig davon: Für Trikotsammler ist das Jersey so etwas wie der heilige Gral.

Matthias Becker

@hessenschau ...um mal das Mysterium des blauen Trikots aufzulösen: Das war damals der Wunsch des Sponsors 😉✌️

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Der goldene Kopfball

Nia Künzer (Deutsche Nationalmannschaft, 12.10.2003)

Das wohl wichtigste Tor in der Geschichte der DFB-Fußballerinnen fiel am 12. Oktober 2003: Nia Künzer vom 1. FFC Frankfurt köpfte die Nationalmannschaft mit ihrem Golden Goal zum ersten WM-Titel. Der Treffer nach Freistoß-Flanke in der Verlängerung gegen Schweden wurde zunächst zum Tor des Monats Oktober und anschließend zum Tor des Jahres 2003 gewählt.

Das 3-Stationen-Traumtor

Sebastian Schmeer (KSV Hessen Kassel, 26.08.2016)

Videobeitrag

Video

zum Video Tor des Monats für Sebastian Schmeer

Tor des Monats
Ende des Videobeitrags

Eins der schönsten Tore des Monats schoss Sebastian Schmeer für den KSV Hessen Kassel in der Regionalliga. Der Mann hätte mit diesem Sahnestück auch gut ins Camp Nou nach Barcelona oder ins Old Trafford nach Manchester gepasst. Und wie der hr erfuhr, wurde die Bude von langer Hand geplant. Vielleicht.

Das legendärste Tor

Jay Jay Okocha (Eintracht Frankfurt, 31.08.1993)

Es gibt wohl keinen Fußballfan in Hessen, ach was, in ganz Deutschland, der das Tor des Jahres von Eintracht-Legende Jay Jay Okocha gegen Oliver Kahn nicht gesehen hat. Manche sagen, Oli Kahn liegt noch immer auf dem Boden seines Sechzehners und alles dreht sich.

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Das Legendärste aus OFC-Sicht

Erwin Kostedde (Kickers Offenbach, 18.10.1974)

Technik, die begeistert, von OFC-Kultspieler Erwin Kostedde. Eine Flanke von rechts pflückte der Stürmer 1974 mit der Brust aus der Luft und drosch den Ball in einer fließenden Bewegung ins Kreuzeck. Kosteddes Traumtor ist neben Okochas Treffer das einzige hessische Tor des Jahres.

Der einzige Doppelpack

Daichi Kamada und Andre Silva (Eintracht Frankfurt,13.06.2020)

Zumindest ein Hauch von Jay Jay Okocha wehte 2020 auch durchs Berliner Olympiastadion, wo sich Eintracht-Spielmacher Daichi Kamada ein Herz fasste und gleich vier Berliner wie Slalomstangen stehen ließ, um den Ball in die Mitte zu passen. Dort veredelte André Silva standesgemäß mit eingedrehter Hacke. Völlig zurecht wurden beide mit dem Tor des Monats ausgezeichnet.