Das DFL-Logo an der Zentrale in Frankfurt

Der Profifußball spielt in der Debatte um die 50+1-Regel und den Streit hinsichtlich der Ausnahmeclubs auf Zeit. Vorstand Axel Hellmann von Eintracht Frankfurt sieht das Thema beim DFL-Präsidium in guten Händen.

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Zeitspiel statt Schnellschuss: Der deutsche Profifußball hat eine Entscheidung im heftig geführten Streit um die 50+1-Regel auf die lange Bank geschoben und mit diesem Politiker-Kniff die explosive Lage zumindest vorerst entschärft. Bei ihrem Treffen am Mittwoch in Frankfurt einigten sich die Bosse der 36 Proficlubs darauf, dass das Präsidium der Deutschen Fußball Liga (DFL) erst einmal die Lage sondieren soll.

"Vorgesehen ist, dass das DFL-Präsidium im nächsten Schritt zu der vorläufigen Einschätzung des Bundeskartellamts schriftlich gegenüber der Behörde Stellung nimmt", hieß es von der DFL: "Ziel ist es, kartellrechtskonforme Lösungsansätze zu entwickeln, die im Interesse aller 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga sind."

Hellmann zeigt sich optimistisch

"Es ist klar, dass der Arbeitsauftrag jetzt beim Präsidium der DFL liegt", sagte Axel Hellmann, Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt, im Anschluss an die Versammlung. "Aber da sollte man jetzt keine Ergebnisse vorweg nehmen. Das liegt da in guten Händen, und man wird da sicherlich zu einer brauchbaren Lösung kommen. Ich hatte ja schon gesagt, dass uns sonst ein jahrelanger juristischer Streit droht."

Mit den Ergebnissen vom Mittwoch ist auch klar, dass die DFL trotz der unterschiedlichen Interessenlagen innerhalb der Liga weiterhin eine einvernehmliche Lösung anstrebt. Wie die aussehen soll, bleibt allerdings offen. Der große Knall zwischen Befürwortern und Gegnern der Investorenregel sowie mögliche juristische Auseinandersetzungen sollen aber in jedem Fall vermieden werden.

Eine Klage steht nach wie vor im Raum

Dass es vor allem um die drei Clubs von Bayer Leverkusen, dem VfL Wolfsburg und der TSG Hoffenheim sowie zum Teil auch RB Leipzig geht, hat die DFL dem Kartellamt zu verdanken. Die Behörde war zuletzt zu dem Schluss gekommen, dass das Prinzip der 50+1-Regel kartellrechtlich grundsätzlich unbedenklich ist.

Zweifel äußerte das Amt aber an den Ausnahmen für die drei Vereine. Das Trio wiederum will seine Sonderrechte behalten, eine Klage gegen 50+1 als letzter Ausweg steht nach wie vor im Raum - was bei einem Erfolg vor Gericht zum kompletten Wegfall der Regel, massiven Verwerfungen bei den Vereinen und einem Fan-Aufstand führen würde.

50+1 soll Investoren-Einfluss begrenzen

50+1 soll den Einfluss von Investoren begrenzen und den vereinsgeprägten Charakter erhalten. Demnach muss die Mehrheit der Stimmrechte stets beim Club liegen. Für Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim gilt eine Ausnahmeregel, weil ihre Investoren seit mehr als 20 Jahren aktiv sind. Dass die Geldgeber in der Vergangenheit mehrmals die Verluste der Klubs ausgeglichen haben, sehen Kritiker als Wettbewerbsverzerrung.