Ein Ball liegt im Tor.

Im hessischen Amateurfußball wird ein Saisonabbruch immer wahrscheinlicher. Der Vorstand des Landesverbandes hat sich am Samstag einstimmig für ein vorzeitiges Ende der Spielzeit ausgesprochen.

Videobeitrag

Video

zum Video Amateurfußball: Kein Aufstieg trotz Platz 1

Kesselstein steigt nicht auf
Ende des Videobeitrags

Der Hessische Fußball-Verband (HFV) stellt die Weichen für einen baldigen Saisonabbruch in seinen zahlreichen Amateurligen. Wie der HFV am Samstag mitteilte, hat sich der Verbandsvorstand einstimmig für ein vorzeitiges Ende der wegen der Coronavirus-Krise unterbrochenen Runde ausgesprochen.

Das Gremium empfehle laut Mitteilung einen Abbruch der Spielzeit zum 30. Juni unter Anwendung der Quotienten-Regelung. Es soll Aufsteiger, aber keine Absteiger geben. Weitere Möglichkeiten seien die Fortführung der Saison über den 30. Juni hinaus sowie das vorzeitige Saisonende mit Quotienten-Regelung unter Ermittlung der Auf- und Absteiger gemäß des bestehenden Spielgeschehens.

Entscheidung bei Verbandstag am 13. oder 20. Juni

Welche dieser drei Varianten angewendet wird, entscheidet sich während eines außerordentlichen Verbandstages, der voraussichtlich am 13. oder 20. Juni stattfinden wird. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Auf dem Verbandstag werden die vom HFV-Verbandsvorstand erarbeiteten Vorschläge den Delegierten zur Abstimmung vorgelegt.

Die Empfehlung, die Saison am 30. Juni zu beenden, sehe keine weiteren Meisterschaftsspiele des laufenden Spieljahres vor. Die direkten Aufsteiger sollen über den Quotienten aus erzielten Gewinnpunkten und ausgetragenen Spielen ermittelt werden. Meister und direkter Aufsteiger ist die Mannschaft mit dem höchsten Quotienten.

Umgang mit Relegation und Aufstiegsspielen noch offen

In Staffeln, in denen weitere Mannschaften direktes Aufstiegsrecht besitzen, werde auch diese Platzierung ermittelt und die Mannschaft steigt auf. Auf diese Weise werde gewährleistet, dass die Aufsteiger anhand sportlicher Kriterien ermittelt werden können. Offen ist noch der Umgang mit Relegation und Aufstiegsspielen.

"Im Umgang mit dem HFV-Spielbetrieb haben wir um Geduld und Besonnenheit zur Realisierung der besten Lösung geworben. Vor dem Hintergrund der aktuellen behördlichen Verfügungslage und nach der Einbeziehung des Rats von Experten sowie der Meinung der Vereine in das Prozedere, favorisieren wir die von einem Großteil der Vereine gewünschte Lösung in Verbindung mit deren Machbarkeit und Rechtssicherheit", sagte HFV-Präsident Stefan Reuß.

HFV-Präsident: "Kommen der optimalen Lösung am nächsten"

"Uns ist bewusst, dass nicht alle Vereine diesen Standpunkt teilen, aber leider ist aufgrund der speziellen Situation eine Lösung, die die Zustimmung aller HFV-Vereine findet, nicht möglich. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass wir der optimalen, gerechtesten und vereinsfreundlichsten Lösung hiermit am nächsten kommen."

Im Hessischen Fußball-Verband sind rund 530.000 Mitglieder organisiert. 2.100 Vereine und 10.400 Mannschaften verteilen sich auf die Wettbewerbe der Männer, Frauen sowie der Kinder und Jugendlichen. Allein im Seniorenbereich der Männer betrifft das zwischen Hessen- und Kreisoberliga an die 40 Staffeln mit jeweils bis zu 18 Teams. Hinzu kommen weitere in den Kreisligen A bis D sowie den Kreisklassen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 17.05.2020, 19.30 Uhr