Ein Amateurfußballer hat einen Schiedsrichter attackiert und niedergeschlagen. Nach dem Vorfall bei einem Kreisliga-Spiel in Münster musste der Verletzte per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eklat in Südhessen: Schiedsrichter niedergeschlagen

Rettungshubschrauber und Krankenwagen auf einem Fußballplatz
Ende des Audiobeitrags

Eklat beim Spiel FSV Münster gegen den TV Semd in der Fußball-Kreisliga C Dieburg: Der 22 Jahre alte Schiedsrichter ist am Sonntag von einem Spieler niedergeschlagen worden, nachdem er diesen zuvor mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz geschickt hatte. Ein Video, das hessenschau.de vorliegt, zeigt den Angriff und den gezielten Faustschlag.

Der Unparteiische brach im Anschluss bewusstlos zusammen, das Spiel wurde abgebrochen. Der 22-Jährige wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht, war aber bald wieder ansprechbar. Er lag auch am Montag noch im Krankenhaus.

Die Schiedsrichtervereinigung Odenwaldkreis, der der Betroffene angehört, hatte noch am Sonntag via Facebook dazu aufgerufen, das Video "aus Rücksicht auf den Schiedsrichter nicht weiter zu verbreiten".

Täter muss mit "massiver Strafe" rechnen

Wie ein Sprecher des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) am Montag der Deutschen Presse-Agentur erklärte, könnte das Sportgericht des Kreises den Fall übernehmen, möglich sei aber auch, dass sich das Verbandssportgericht dieser Sache annehme.

Videobeitrag

Video

zum Video So geht es dem in Münster verletzten Schiedsrichter

Thorsten Schenk
Ende des Videobeitrags

"Das ist absolut inakzeptabel und natürlich extrem bedauerlich", sagte Klassenleiter Theo Greiner dem Echo. "Das macht mich wirklich sehr betroffen." Der Spieler müsse nun mit einer "massiven Strafe" rechnen.

Verband reagiert schockiert

HFV-Präsident Stefan Reuß zeigte sich "schockiert": "Leider reißen die Meldungen von verbaler und körperlicher Gewalt gegen Schiedsrichter in jüngster Zeit nicht ab." Der Verband werde "diese Auswüchse an Gewalt nicht tolerieren, sondern mit aller Härte und allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln sportgerichtlich dagegen vorgehen", sagte Reuß laut HFV-Mitteilung vom Montag.

Videobeitrag

Video

zum Video Kreis-Schiedsrichter-Obmann Schenk über die Attacke in Münster

Thorsten Schenk
Ende des Videobeitrags

Auch Lutz Wagner, selbst jahrelang Schiedsrichter in der Fußball-Bundesliga und Ausbilder der Unparteiischen, verurteilte die Geschehnisse. "Vielleicht ist es auch ein Problem unserer Gesellschaft, dass man heute extrem schnell gewaltbereit ist", sagte er in hr3. "Wir müssen dahin kommen, dass jeder mal wieder ein bisschen vor der eigenen Haustür kehrt und sich einfach auf dem Sportplatz benimmt und Vorbildcharakter zeigt." Wagner fordert daher "drastische Strafen" für Gewalt gegen Schiedsrichter.

Schiedsrichter-Streik in Berlin

Der Berliner Verband hatte am vergangenen Wochenende wegen der zunehmenden Gewalt gegen Schiedsrichter alle Spiele einschließlich der Berlin-Liga abgesagt. Allein auf den Fußballplätzen der Stadt wurden in der aktuellen Saison 53 Fälle von Übergriffen gegen Unparteiische registriert.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Attacke in Münster: Ex-Schiri Wagner fordert "drastische Strafen"

Ein Schiedsrichter zeigt die rote Karte.
Ende des Audiobeitrags

Sendung: hr3, 28.10.2019, 8.40 Uhr