Der Platz des FSV Dorheim
Eine Fußball-Arena oder einfach nur ein Dorfplatz? Hier spielt der FSV Dorheim. Bild © FSV Dorheim

Der Friedberger Fußball-B-Ligist FSV Dorheim geht neue Wege. Er hat die Namensrechte an seinem Sportplatz für die kommenden drei Jahre an einen Sponsor verkauft. Das Problem: Die Stadt Friedberg, der alle Sportanlagen gehören, weiß nichts davon.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Der FSV Dorheim hat die Namensrechte an seinem Sportplatz verkauft

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Benjamin Bindewald hatte eine gute Idee. Der Cousin des ehemaligen Eintracht-Frankfurt-Profis Uwe Bindewald will seinen Verein, den Wetterauer B-Ligisten FSV Dorheim fit machen für die Zukunft. "Wir alle sehen, dass der Jugendfußball beziehungsweise der gesamte Amateurfußball so langsam den Bach runtergeht", sagte er dem hr-sport.

B-Ligist verkauft Namensrechte für seinen Sportplatz

Also suchte Bindewald, der Vereinsvorsitzende des FSV Dorheim, einen Weg, wie Geld in die Kasse kommt. Er schloss einen Sponsoringvertrag mit einer Wetterauer Firma aus Altenstadt. Für über 10.000 Euro für die kommenden drei Jahre. Für Banden und Trikotwerbung, aber halt auch für die Umbenennung des Dorheimer Fußballplatzes in "Teko Kältetechnik Arena".

Seitdem ist dieser Deal ein großes Gesprächsthema in der Wetterau und in Fußballkreisen weit darüber hinaus. Von dem Geld will Bindewald keine "Topstars" für die B-Liga verpflichten, sondern es vor allem in die Jugendarbeit des FSV Dorheim stecken.

Stadt Friedberg weiß nichts vom Sportplatz-Deal

Es gibt allerdings ein Problem beim spektakulären Sponsoring-Vertrag. "Es gibt dafür keine Erlaubnis von Seiten der Stadt Friedberg, weil uns von dem Verein gar kein Antrag vorliegt", sagte die für Sportangelenheiten zuständige Amtsleiterin, Christine Böhmerl, auf Anfrage des hr-sport. Und das hat durchaus Gewicht. Denn die Stadt Friedberg ist Eigentümerin der Sportanlage.

Amtsleiterin Böhmerl kann die Idee des B-Ligisten "aus finanzieller Sicht nachvollziehen". Doch ein Verein könne die Namensrechte an seinem Sportplatz theoretisch nur dann verkaufen, wenn ihm der Platz selber gehört. Doch das ist hier nicht der Fall. Über den vermeintlichen Sportplatz-Deal müsse der Magistrat der Stadt Friedberg entscheiden. Aber dazu muss der FSV Dorheim erst mal einen Antrag stellen.

Bindewald hofft auf Vorreiter-Rolle

Bindewald hofft weiterhin, dass der Sponsoring-Deal über gut 10.000 Euro zustande kommt. Der verkaufte Name des Sportplatzes werde überwiegend über die Social-Media-Kanäle des Clubs verbreitet und "von der ein oder anderen Zeitung verwendet". Der Vereinsvorsitzende hofft, dass der FSV Dorheim eine Art Vorreiter-Rolle für andere Amateurvereine in Hessen und ganz Deutschland einnehmen könne. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.