Soll die Altersgrenze für Bundesliga-Spieler auf 16 gesenkt werden? Marc Stendera hat als Jungprofi bei der Eintracht positive Erfahrungen gesammelt. Auch die hessischen Zweitligisten stehen dem Vorschlag offen gegenüber.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Stendera: "Wenn jemand mit 16 schon so weit ist, warum nicht?"

Marc Stendera in seinem ersten Bundesliga-Spiel für Eintracht Frankfurt
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Noch nicht volljährig, aber schon Bundesliga-Profi - das könnte in Zukunft deutlich häufiger der Fall sein. Borussia Dortmund treibt eine Senkung der Altersgrenze im Profi-Fußball auf 16 Jahre voran, bei der nächsten DFL-Mitgliederversammlung Ende März soll ein entsprechender Antrag gestellt werden.

Einer, der sein Bundesliga-Debüt bereits mit 17 Jahren gegeben hat, ist Marc Stendera. "Mir hat es sehr viel weitergeholfen. Ich habe dadurch viel, viel schneller gelernt als manch anderer", so Stendera über seinen ersten Auftritt für Eintracht Frankfurt, in dem er es im April 2013 gleich mit den Bayern zu tun bekommen hatte.

Stendera: "Ich finde es nicht schlecht"

Bislang darf die Spielerlaubnis laut Spielordnung auch A-Junioren des jüngeren und älteren Jahrgangs sowie B-Junioren des älteren Jahrgangs nach Vollendung des 17. Lebensjahres erteilt werden, ansonsten liegt die Altersgrenze bei 18 Jahren. Bei Minderjährigen ist zudem die schriftliche Zustimmung des gesetzlichen Vertreters erforderlich.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Stendera: "Ich habe dadurch viel schneller gelernt als manch anderer"

Marc Stendera
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Stendera selbst steht dem Vorschlag des BVB, die Altersgrenze generell auf 16 Jahre zu senken, offen gegenüber. "Ich persönlich finde es nicht schlecht. Wenn ein Junge mit 16 schon so weit ist, dass er das Bundesliga-Niveau hat, warum sollte er nicht die Chance kriegen? Das Alter spielt da für mich eigentlich keine Rolle."

Darmstadt und SVWW für Vorschlag offen

Auch die hessischen Zweitligisten, die bei einem entsprechenden Antrag auf der DFL-Mitgliederversammlung ihre Stimme abgeben müssten, können sich die Änderung gut vorstellen. "Grundsätzlich stehe ich dem offen gegenüber", sagte Carsten Wehlmann, Sportlicher Leiter von Darmstadt 98, dem hr-sport. "Entscheidend ist, dass die Spieler in diesen Altersbereichen noch mehr Betreuung und Begleitung erhalten müssen, etwa im physischen und psychologischen Bereich."

Christian Hock, Sportdirektor des SV Wehen Wiesbaden, sieht es ähnlich: "Daran ist nichts Verwerfliches. In anderen Ligen ist es gang und gäbe, da wäre es eine logische Schlussfolgerung, das auch in Deutschland zu machen", sagte er dem hr-sport.

Stendera wurde gut aufgenommen

Stendera, inzwischen bei Hannover 96 und dem Nachwuchsbereich entwachsen, glaubt auch daran, dass die erfahreneren Kollegen die Jungen akzeptieren würden. "Die älteren Spieler sehen auch einfach, wenn ein jüngerer Spieler da ist und er Fußball spielen kann. Wenn er Tag für Tag im Training zeigt, was er kann, dann wird er sehr schnell respektiert", so der 24-Jährige, der rückblickend sagt: "Ich wurde damals sehr gut aufgenommen."