Darmstadts Trainer Dimitrios Grammozis hatte sich von seiner Mannschaft ein anderes Gesicht gewünscht - das zeigte sie prompt: Gegen St. Pauli spielten die Lilien beeindruckend effizient und feierten einen ungefährdeten Sieg.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Lilien feiern 4:0-Sieg gegen St. Pauli

Imago Lilien Pauli
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Wiedergutmachung gelungen: Darmstadt 98 hat nach dem verpatzten Re-Start in der 2. Bundesliga am Samstag gegen den FC St. Pauli ein anderes Gesicht gezeigt und die Partie mit 4:0 (0:0) gewonnen. Das Team von Coach Dimitrios Grammozis ging nach nur sieben Minuten durch Mathias Honsak in Führung. Die eingewechselten Yannick Stark (74. Minute) und Marvin Mehlem (78.) erhöhten, Victor Pàlsson besorgte den 4:0-Endstand (90.). Dimitrios Diamantakos verpasste zudem, den Ehrentreffer für die Gäste vom Kiez zu erzielen - er verschoss einen Handelfmeter.

Darmstadt 98 klettert damit vorerst sogar auf Rang fünf. "Ich bin sehr stolz und glücklich über die Reaktion. Vom ersten Moment an waren unsere Aktionen mit viel Energie und sehr positiv", sagte Grammozis nach der Partie. Auch Torschütze Honsak freute sich über die Leistungssteigerung. "Wir konnten das aus Karlsruhe nicht auf uns sitzen lassen."

Fünf Änderungen in der Startelf

Nach der Niederlage in Karlsruhe hatte nicht nur Trainer Grammozis deutliche Worte für den schwachen Auftritt seiner Mannschaft gefunden, auch Pàlsson hatte die Leistung als "nicht akzeptabel" bezeichnet. Wenig überraschend wirbelte Grammozis die Startelf gegen St. Pauli mächtig durcheinander und wechselte auf gleich fünf Positionen. Die Selbstkritik der vergangenen Tage und das Durchgreifen des Coaches zeigten Wirkung.

Die Lilien hatten von Beginn an mehr Zug zum Tor, lieferten sich ein munteres Zweitliga-Duell mit dem Gast vom Kiez. Und für das erste Ausrufezeichen sorgte dann auch Pàlsson. Der Isländer tankte sich bis zur Grundlinie durch und legte zurück auf Honsak, der aus sechs Metern ungehindert zum 1:0 einschieben konnte.

Defensive und Schuhen stabil

St. Pauli zeigte sich von der Führung der Darmstädter wenig beeindruckt und näherte sich dem Strafraum vor allem mit Standards. Die blieben meist harmlos, anders der Angriff in der 19. Minute. Borys Tashchy bediente Viktor Gyökeres, der an Marcel Schuhen im Kasten der Darmstädter scheiterte. Der Lilien-Keeper vereitelte in der Folge gleich mehrere gute Möglichkeiten der Gäste und so ging es mit der knappen Führung für die Lilien in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel verteidigte das Team von Trainer Grammozis weiter konsequent. Die Partie aber wurde zusehends ruppiger, die Zwischenrufe im leeren Böllenfalltor lauter. In der 57. Minute musste schließlich Felix Platte vom Platz, der sich in einem Kopfballduell eine klaffende und stark blutende Platzwunde zugezogen hatte. Die Bilder erinnerten an die Lilien vergangener Tage - denn das legendäre Innenverteidiger-Duo Gorka-Sulu trug vor einigen Jahren Kopfverbände so selbstverständlich wie Fußballschuhe.

Heller steht im Abseits

Für Platte kam Serdar Dursun in die Partie. Der Stürmer war Grammozis’ Rotation zum Opfer gefallen und hatte zunächst auf der Bank Platz nehmen müssen. Zurück im Team bereitete er dann aber direkt einen Treffer vor - mit einem sehenswerten Zuspiel per Hacke bediente er Heller, der zum 2:0 traf (63.). Doch weil der Lilien-Routinier dabei im Abseits stand, zählte das Tor nicht.

Während Trainer Grammozis sein Team mit weiteren Wechseln auf ein defensiveres Spiel einstellte, tat Dursun dem Spiel sichtlich gut. Doch der Angreifer scheiterte an Pauli-Schlussmann Robin Himmelmann (67.). Und nicht nur Dursun - auch Torschütze Honsak prüfte Himmelmann gleich zwei Mal, der Keeper aber blieb unbeeindruckt und unüberzwingbar - zumindest vorerst.

Torreiche Schlussphase

Stark aber hatte Himmelmann dann aber nichts mehr entgegenzusetzen. Der eingewechselte Mittelfeldspieler blieb auf seinem Weg zum Tor erstaunlich einsam und zog so aus rund 17 Metern Torentfernung einfach mal ab - 2:0 (74.). Doch damit nicht genug - in der Schlussphase leistete sich die Defensive der Gäste Auflösungserscheinungen, sehr zur Freude der Lilien: Mehlem erhöhte rund zehn Minuten vor Schluss noch auf 3:0 (78.).

Und dann ließ auch noch Pàlsson seinen Worten Taten folgen und versenkte eine Direktabnahme zum 4:0-Endstand in der Schlussminute (90.). Den Ehrentreffer für St. Pauli verpasste Diamantakos nur einen Augenblick später, er verschoss einen Handelfmeter.

Weitere Informationen

SV DARMSTADT 98 - FC ST. PAULI 4:0 (1:0)

Darmstadt: Schuhen - Herrmann, Dumic, Rapp, Holland - Palsson, Schnellhardt (75. Paik) - Heller (75. Mehlem), Honsak (75. Kempe), Skarke (66. Stark) - Platte (61. Dursun)

St. Pauli: Himmelmann - Ohlsson, Östigard, Lawrence - Miyaichi, Benatelli (62. Flum), Buballa (62. Coordes) - Sobota, Knoll (77. Becker) - Tashchy (62.Veerman), Gyökeres (62. Diamantakos)

Tore: 1:0 Honsak (7.), 2:0 Stark (74.), 3:0 Mehlem (78.), 4:0 Palsson (88.)
Gelbe Karten: -/ Östigard, Buballa

Besondere Vorkommnisse: Diamantakos verschießt Handelfmeter (90.+2)

Schiedsrichter: Kempkes
Zuschauer: keine

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