Die Lilien-Spieler jubeln

Am Wochenende fährt der SV Darmstadt 98 zum Hessenderby nach Wiesbaden. Beim SVWW wird es aber nur einen Sieger geben. Hier sind fünf Gründe, warum dieser Darmstadt heißen wird.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found SV Wehen Wiesbaden trifft auf Darmstadt 98

Daniel-Kofi Kyereh im Duell mit Tobias Kempe bei einem Testspiel im Januar 2019
Ende des Audiobeitrags

Derbyzeit in der zweiten Fußball-Bundesliga: Am Sonntag kommt es erstmals in dieser Saison zum Schlagabtausch zwischen Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden und dem SV Darmstadt 98. Anpfiff in der Wiesbadener Arena ist um 13.30 Uhr. Fünf Gründe, warum der SVWW das Derby gewinnen wird, finden Sie hier.

1. Weil die Kreativzentrale wieder funktioniert

Nein, die Sterne spielt der SV Darmstadt 98 auch nach fast der Hälfte der Saison noch nicht vom Himmel. Immerhin aber hatte man zuletzt das Gefühl, dass die Offensivmaschine der Lilien nach holprigem Start immer besser ins Laufen kommt. Ein Umstand, der zwei Namen trägt.

Zum einen jenen von Tobias Kempe. Der 30-Jährige war in den beiden vergangenen Spielzeiten jeweils der Topscorer der Lilien mit 16 beziehungsweise 18 Scorerpunkten, wurde von Trainer Dimitrios Grammozis zu Beginn der aktuellen Spielzeit jedoch häufiger links liegen gelassen. Was zur Folge hatte, dass den Lilien vor dem Tor die Durchschlagskraft abging. Grammozis hatte ein Einsehen, korrigierte sich und ließ Kempe wieder von der Leine. Mit dem Ergebnis, dass der zentrale Mittelfeldspieler in den letzten sechs Partien zweimal selbst getroffen und zwei Tore vorbereitet hat.

Ähnlich schwer in die Saison kam Hoffnungsträger Marvin Mehlem. So schwer sogar, dass Grammozis Mehlem öffentlich anzählte. Dieser riss sich in der Folge am Riemen und sich selbst aus dem Formtief und zeigte zuletzt wieder Leistungen, die an jene des Vorjahres erinnerten, als Mehlem das eine oder andere Spiel quasi alleine entschied.

2. Weil der SVWW die schwächste Defensive der Liga hat

Ohne respektlos zu sein, aber: Eine bessere Gelegenheit als das Spiel gegen den SVWW, um das Tore-Konto weiter aufzustocken, wird es für Kempe, Mehlem und Co. übrigens nicht geben. Kein Verein der Zweiten Liga bekommt nämlich mehr Gegentore als der SV Wehen Wiesbaden. Bereits 32 Mal musste der jeweilige SVWW-Keeper hinter sich greifen, nirgendwo sonst klingelte es so häufig. Gegen Bielefeld und Regensburg setzte es jeweils fünf Stück, zuletzt gegen Kiel sogar sechs. Kurios: Alle drei Klatschen gab es vor heimischem Publikum. Was umweglos zum nächsten Punkt führt.

3. Weil der SVWW nur eines seiner Heimspiele gewinnen konnte

Der Nachbar aus Wiesbaden schwächelt vor heimischer Kulisse ganz gewaltig. In der laufenden Saison konnte der SVWW von acht Heimspielen bislang nur eines gewinnen, vor knapp zehn Wochen gegen Osnabrück. Entsprechend liegt man in der Heimtabelle der Liga mit lediglich fünf Punkten auf dem vorletzten Platz, was übrigens in starkem Kontrast zur Auswärtstabelle steht, wo man einen sorglosen siebten Platz belegt.

Apropos Auswärtstabelle: Da liegen die Wiesbadener zwar auch noch vor den Lilien, der Trend ist allerdings der Friend der Darmstädter: Aus den letzten vier Auswärtsspielen haben die Lilien nur eines verloren – und konnten mit dem 2:1-Sieg bei Bundesligaabsteiger Hannover 96 zuletzt ein dickes Ausrufezeichen setzen.

4. Weil der SVWW mit anderen Dingen beschäftigt ist

Vielleicht liegt es ja an der fehlenden Konzentration der Wiesbadener? Wer weiß. Auf jeden Fall hat sich der SVWW in den letzten Wochen mit diversen anderen Problemchen rumschlagen müssen. Ein umstrittener Elfer in Fürth, eine umstrittene Rote Karte gegen Stefan Aigner und schließlich die Partie in Dresden, wo dem SVWW ein Treffer aberkannt worden war, weil der Ball zuvor im Aus gewesen sein – gefühlte zehn Minuten zuvor. Genau dagegen haben die Wiesbadener Einspruch eingelegt, über den am Donnerstag verhandelt wird. Ganz schön viel los in der Landeshauptstadt.

Zwar haben die Lilien mit dem Einspruch von Hannover 96 wegen des aberkannten Ausgleichstreffers zwar eine eigene kleine DFB-Schiedsgerichts-Debatte an den Hacken, diese können die Hessen aber eher entspannt verfolgen. Dass der DFB eine Wertung zurücknimmt, die der Schiedsrichter gemäß der zugegebenermaßen kuriosen, dennoch aber bestehenden Regel getroffen hat, scheint so gut wie ausgeschlossen. Zuletzt spekulierte die Bild sogar, dass Hannover den Einspruch zurückziehen könnte. Störfeuer gibt es in Darmstadt also so gut wie keine.

5. Weil die Statistik nicht lügt

Dafür, dass nur knapp 40 Kilometer zwischen Darmstadt und Wiesbaden liegen, haben die beiden Klubs bislang eher selten die Klinge gekreuzt. Zu selten war man in der gleichen Liga. Wenn man sich aber doch mal traf, ob in Regionalliga, dem DFB-Pokal, der Dritten Liga oder im Testspiel, hatten die Lilien meist das bessere Ende für sich. Von 26 Spielen gewannen die Lilien zehn, siebenmal kam der Sieger aus Wiesbaden.

Von den sechs letzten Aufeinandertreffen mit dem SVWW haben die Lilien nur eines verloren (2012). Die letzte Niederlage in Wiesbaden liegt sogar schon mehr als zehn Jahre zurück (2007). Damals standen übrigens Spieler wie Sandro Schwarz, Markus Beierle oder ein gewisser Matias Cenci auf dem Platz, der beim 3:1-Sieg des damals noch SV Wehen-Taunusstein heißenden Klub gleich doppelt netzte, vor nicht einmal 1.000 Zuschauern am Halberg. Viel hat sich seither also verändert, die Statistik hingegen nicht.