Tobias Kempe wünscht sich nichts sehnlicher, als dass Fußball bald wieder vor Zuschauern gespielt wird. Auf etwas anderes kann der Dauerbrenner des SV Darmstadt 98 hingegen sehr gut verzichten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Tobias Kempe hofft auf Fans in den Stadien

Tobias Kempe von Darmstadt 98
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Es nervt. Während sich Tobias Kempe nach dem Training schweißüberströmt den Fragen der Journalisten stellt, umkreist immer wieder eine Wespe seinen Kopf. Diese wechselt nach einem Kempeschen Armwischer zwar kurz zu Pressesprecher Jan Bergholz, kehrt dann aber zielsicher zum offensiven Mittelfeldspieler zurück. "Die Wespen nerven im Training etwas, aber wesentlich mehr beim Mittagessen draußen", sagt Kempe.

Was den Darmstädter Publikumsliebling ähnlich nervt wie Wespen, ist Fußball ohne Fans. "Es ist schon was anderes, wenn du in ein Stadion ohne Zuschauer einläufst. Aber das ist leider momentan der Stand der Dinge. Als Fußballer weinst du schon ein bisschen." Er hoffe aber, dass in naher Zukunft eine Lösung gefunden werde, um Zuschauer wieder teilweise ins Stadion lassen zu können. Auch wenn die Signale aus der Politik derzeit andere sind: Diese deuten auf Bundesliga-Fußball ohne Zuschauer bis mindestens Ende Oktober hin.

Kempe als Routinier im Darmstädter Jungbrunnen

Mittelfeldmann Kempe steht vor seiner sechsten Saison bei den Lilien. Mehr Bölle-Erfahrung hat nur noch Mannschaftskapitän Fabian Holland. Dementsprechend sieht sich Kempe auch in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen. Das Team der Lilien wurde stark verjüngt. Von den aktuell fünf Neuzugängen ist Aaron Seydel mit 24 Jahren mit Abstand der Älteste, alle anderen, wie der 20-Jährige Lars Lukas Mai von der zweiten Mannschaft von Bayern München, sind wesentlich jünger.

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Testspiel-Höhepunkte im hr-fernsehen

Der SV Darmstadt 98 bestreitet am Samstag (15 Uhr) ein Testspiel bei Drittligist SV Wehen Wiesbaden. Eine Zusammenfassung dieser Partie sehen Sie am Samstag ab 17.30 Uhr in der Sendung heimspiel! im hr-fernsehen.

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"Die jungen Wilden sind sehr hungrig, das gefällt mir im Training. Ich habe ihnen auch gesagt, wenn ihr Fragen habt, kommt gerne zu mir", sagt Kempe. Als junger Spieler sei man manchmal noch ein wenig übermotiviert, da müsse man die Jungs dann manchmal bremsen, aber das bekämen sie schon ganz gut hin.

Frischer Wind mit Anfang

Vom neuen Trainer Markus Anfang erwartet sich Kempe viel. "Frischer Wind ist immer gut, und er ist auch für die Atmosphäre im Team gut." Das sehe man auch im Training, jeder haue sich voll rein. Derzeit studiert Anfang mit seiner Mannschaft Spielformen ein, verschiedene Systeme, um auf Situationen im Spiel besser reagieren zu können. Und auch etwas anderes wird im Training deutlich: Der Konkurrenzkampf bei Darmstadt 98 ist groß, besonders im Mittelfeld.

"Da wird es sicherlich auch harte Entscheidungen geben", sagt Kempe. Der 31-Jährige hofft, dass es für ihn nicht hart wird. So wie zu Saisonbeginn der vergangenen Spielzeit, als er unter dem damaligen Trainer Dimitrios Grammozis sehr oft auf der Bank schmorte. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Kempe wurde letztlich zu einem der Garanten dafür, dass die Lilien auf einem hervorragenden fünften Tabellenplatz landeten.

Feierei? Nur mit Fans!

Dass die neue Spielzeit wieder so erfolgreich wird, dafür gibt es trotz neuem Trainer und frischem Wind keine Garantien. Wenn es wieder Erfolge zu feiern geben sollte, wäre Kempe sehr dafür, es gemeinsam mit Zuschauern zu tun. "Für die Fans ist es ja wirklich schade, die Spiele nur am Fernseher verfolgen zu können", sagt Kempe, verscheucht noch einmal eine Wespe von seinem verschwitzten Kopf und trottet Richtung Spielerkabine. Schon am Nachmittag ist wieder Training.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am samstag, 22.08.20, 17.30 Uhr