Markus Anfang

Auf Darmstadt 98 wartet beim FC St. Pauli das nächste Kellerduell. Trainer Markus Anfang muss auf mehrere angeschlagene und verletzte Spieler verzichten – sowie wahrscheinlich auf Seung-ho Paik, der die Lilien wohl in Kürze verlassen wird.

"Alle Spiele sind jetzt Schlüsselduelle." Die Botschaft, die Markus Anfang bereits rund um den jüngsten Heimsieg gegen den VfL Osnabrück platzierte, hat der Trainer von Zweitligist Darmstadt 98 nun noch einmal eindringlich erneuert. Trotz – oder gerade wegen – dieses 1:0 gegen die Niedersachsen, bei dem die Lilien fußballerisch nicht über die vollen 90 Minuten überzeugen konnten.

"Es braucht sich keiner zurücklehnen"

"Es braucht sich keiner zurückzulehnen und erleichtert zu sein. Wir haben einen Schritt gemacht, denn wir machen müssen, wenn wir da unten raus wollen", sagte Anfang am Donnerstag, und nahm damit auch seine Mannschaft in die Pflicht. Kapitän Fabian Holland und Co. hätten sich im Training unter der Woche zwar selbstkritisch gezeigt, aber "wir müssen jetzt nachlegen", forderte der Coach.

Bei Tabellennachbar St. Pauli steht am Samstag (13 Uhr) das nächste Kellerduell auf dem Plan. Beide Teams belegen vor dem Spieltag punktgleich die Ränge zwölf (Darmstadt) bzw. 13, selbst das Torverhältnis ist nahezu identisch. "Wir wissen, dass es schwierig wird", so Anfang. "Aber auch wir können leidenschaftlich kämpfen und Fußball spielen."

Clemens muss das Training abbrechen

Das Problem: Auch Mitte Februar werden die Südhessen ihre andauernden Personal- und Verletzungssorgen einfach nicht los. Am Donnerstag erwischte es Winterneuzugang Christian Clemens, der das Training wegen Oberschenkelproblemen abbrechen musste. Diagnose? Noch offen. Einsatz am Samstag? Fraglich. Gleiches gilt für Patrick Herrmann, der ebenfalls angeschlagen ist und bereits am Mittwochnachmittag mit dem Training aussetzen musste.

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Allerdings ist der SV98 gerade auf der Rechtsverteidiger-Position nicht unbedingt üppig besetzt, schließlich wird auch Matthias Bader mit Wadenproblemen erneut fehlen. Hinzu kommen die Ausfälle von Thomas Isherwood (Syndesmose) und Mathias Wittek (Trainingsrückstand nach Kreuzbandriss).

Paik vor Wechsel nach Südkorea

Ebenfalls nicht mit nach Hamburg fliegen wird voraussichtlich Seung-ho Paik. Anfang bestätigte, dass der Südkoreaner um die Freigabe für einen Wechsel in seine Heimat gebeten hat. "Er wird uns aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zur Verfügung stehen. Wir sind da in den letzten Zügen", sagte der Trainer mit Blick auf den bevorstehenden Transfer. Medienberichten zufolge soll der südkoreanische Meister Jeonbuk Hyundai zuvor ein Angebot für den 23 Jahre alten Paik abgegeben haben. Das Transferfenster schließt dort erst Ende März.

"Für den Verein ist das am Ende auch ein wirtschaftlicher Aspekt", so Anfang. Das Fachportal transfermarkt.de beziffert den Marktwert des Mittelfeldspielers auf immerhin 700.000 Euro. Warum Paik ausgerechnet jetzt wechselt? Sein Noch-Trainer: "Für ihn ist es wichtig, dass er mit der Nationalmannschaft bei Olympia spielen kann." In der Heimat, die er nun rund zwölf Jahre hinter sich gelassen hat, könne er sich für dieses Ziel besser empfehlen. Auf Paik warten also einige Schlüsselduelle – und auf Darmstadt 98 sowieso.

So könnte Darmstadt 98 beim FC St. Pauli spielen:

Mögliche Lilien-Aufstellung auf St. Pauli