Serdar Dursun

Vor dem Heimspiel gegen Hannover 96 dreht sich im Umfeld des SV Darmstadt 98 vieles um Serdar Dursun. Beim kommenden Gegner hat der Torjäger Begehrlichkeiten geweckt – und ein Einsatz des Stürmers am Sonntag ist nicht sicher.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Anfang über Hannover: "Eine Mannschaft, die um den Aufstieg spielt"

Markus Anfang
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Wechselt er oder nicht? Spielt er oder nicht? Und wenn er spielt: Kann er ein kleines Jubiläum feiern und das 50. Tor seiner Zweitliga-Laufbahn erzielen? Vor dem Heimspiel gegen Hannover 96 (Sonntag, 13.30 Uhr) ist die Personalie Serdar Dursun im Umfeld des SV Darmstadt 98 das alles bestimmende Gesprächsthema. Und genau das sorgt bei Trainer Markus Anfang für Unverständnis.

Als "ein bisschen unglücklich" bezeichnete der Coach am Freitag den Umstand, dass ausgerechnet vor diesem Match erneut Gerüchte über eine Rückkehr Dursuns nach Hannover aufkochten. Die Niedersachsen haben schon länger Interesse am 29-Jährigen, dessen Vertrag beim SV98 am Ende der Saison ausläuft.

"Serdar weiß, wie wir zu dem Thema stehen"

"Der Stand ist unverändert", stellte Anfang klar. "Wir haben uns klar geäußert und positioniert. Serdar weiß, wie wir zu dem Thema stehen. Er soll sich auf sein Spiel konzentrieren."

Zuvor hatte bereits Vereinspräsident Rüdiger Fritsch der Bild-Zeitung gesagt, die Südhessen hätten "kein Interesse" an einem Dursun-Verkauf: "Wir haben eine sportliche Entscheidung getroffen, dass wir ihn nicht abgeben werden. Wir haben unseren eigenen Plan, warten nicht auf irgendwelche Angebote."

Dursun mit Oberschenkelproblemen

Die sportliche Zukunft des Darmstädter Top-Stürmers (zehn Tore und fünf Vorlagen in 16 Pflichtspielen) ist das eine, seine körperliche Verfassung das andere. Lilien-Trainer Anfang verriet am Freitag, dass Dursun seit Mittwoch angeschlagen ist und nach einem Antritt im Training Probleme in der Oberschenkelmuskulatur verspüre.

"Wir müssen abwarten, wie sich das entwickelt", sagte Anfang. Immerhin: Nach einer Behandlung am Donnerstag habe es bereits "ein bisschen besser" ausgesehen, schon am Freitag konnte der Angreifer wieder mit der Mannschaft trainieren.

Anfang sieht Hannover als Aufstiegsaspiranten

Nichtsdestotrotz wäre es dem 46 Jahre alten Coach offenkundig ganz recht, wenn sich die öffentliche Debatte nicht allein um Leistungsträger wie Dursun und auch Tobias Kempe ("Wenn er in eine gute Aktion kommt, weiß die Mannschaft, dass immer was passieren kann") drehen würde. "Ich tue mich bekanntermaßen schwer damit, wenn ich über einzelne Spieler spreche", sagte Anfang – und verwies deshalb lieber auf den Kaliber des Gegners, der am Sonntag im Stadion am Böllenfalltor vorstellig wird.

"Hannover hat eine absolute Qualität im Kader, auch in der Breite. Sie können immer von der Bank nachlegen", so der Trainer. In der Tabelle liegt der SVD dennoch gerade einmal zwei Zähler hinter den 96ern. Anfang: "In der zweiten Liga gibt es viele Gegner auf Augenhöhe. Aber von der Power, die im Verein steckt, wird in Hannover der Aufstieg das Ziel sein."

Weiter mehrere Ausfälle

Personell ist die Lage bei den Lilien nach wie vor alles andere als entspannt. Neben Dursun war auch Nicolai Rapp unter der Woche angeschlagen, der Defensivspezialist konnte aber ebenfalls am Freitag wieder mit dem Team trainieren. Victor Pálsson (Finger), Mathias Wittek (Kreuzbandriss) und auch Fabian Holland (Kopfverletzung nach Zusammenprall) werden definitiv fehlen.

Wie lange der Kapitän ausfallen wird, sei laut Anfang noch nicht abzusehen: "Wir müssen geduldig sein und werden kein Risiko eingehen." Offen ist zudem, ob Neuzugang Thomas Isherwood schon nach einer Woche Eingewöhnung zum Einsatz kommt. Der Verteidiger hat sein letztes Pflichtspiel Anfang Dezember absolviert. "Wir werden sehen, wie er sich fühlt", sagte sein neuer Trainer. "Im Normalfall ist es aber noch zu früh."

So könnte Darmstadt 98 gegen Hannover spielen:

Mögliche Lilien-Aufstellung gegen Hannover

Sendung: hr1, heimspiel!, 9.1.2021, 15.00 Uhr