Tobias Kempe sitzt auf den Schultern eines Kollegen und streckt feiernd die Hände in die Luft. Hinter ihnen eine mitfeiernde Fanmasse.

Wie es ist, mit dem SV Darmstadt 98 in die Bundesliga aufzusteigen, hat Tobias Kempe schon einmal erlebt. Davon erzählt er gerne seinen Teamkollegen. Damit es im Sommer wieder zur großen Lilien-Party kommt.

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Kempe: "Möchte, dass jeder mitbekommt, wie es ist, mit diesem geilen Verein aufzusteigen"

Tobias Kempe
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Tobias Kempe kennt das alles. Die Emotionen, die Freude, die Party, ein weiß-blaues Lilien-Fan-Meer auf dem Rasen, freudetrunkend, feiernd, beseelt. Der Mittelfeld-Regisseur war 2015 dabei, als der SV Darmstadt 98 sensationell in die Bundesliga aufstieg. Neben Fabian Holland ist er aber der einzige im aktuellen Kader der Südhessen, der das Gefühl von damals noch kennt. Der Rest soll aber, wenn es nach Kempe geht, im Mai 2022 auch in den Genuss eines Aufstieges kommen.

"Die Mannschaft dieses Jahr ist mega geil. Wir passen so gut zusammen", berichtete Kempe am Dienstag. "Jeder soll mal mitbekommen, wie es ist, mit so einem geilen Verein aufzusteigen." Kempe spricht da bekannterweise aus eigener Erfahrung. "Das ist das Größte, was in der Karriere passieren kann. Das habe ich den Jungs auch so vermittelt."

Die Lilien sind da

Kempe gibt also die emotionale Richtung vor. Falsche Zurückhaltung ist in Darmstadt auch fehl am Platz, die Lilien befinden sich mittendrin im Aufstiegsrennen. Es gibt kein Team in diesem Jahr, das sich absetzen kann, keinen Überflieger. Genau in einer solchen Spielzeit, wenn die Großen, in dieser Saison namentlich Werder, Schalke und der HSV, etwas schwächeln, wollen sie in Darmstadt da sein.

Das gelang im vergangenen Jahr nicht, als am Ende Fürth und Bochum aufstiegen. Dieses Mal sind die Lilien aber auf den Punkt da. Momentan stehen die 98er auf Rang drei, drei Punkte sind es nur auf einen direkten Aufstiegsplatz. In den letzten sieben Spielen geht es nun um nichts weniger als den großen Traum von der Bundesliga.

Drei Konkurrenten am Stück

Nach der Partie am Samstag (13.30 Uhr) gegen Holstein Kiel treffen die Lilien nacheinander auf auf die Konkurrenten Nürnberg, Schalke und St. Pauli. In diesen Spielen dürfte eine Vorentscheidung über den Aufstieg fallen. Da braucht es gute Nerven.

An so einer Ausgangslage ist - der HSV lässt grüßen - schon manch Team nervlich gescheitert. In Darmstadt spielt das aber keine Rolle. Auch wenn vor der Länderspielpause das Spitzenspiel in Bremen verloren wurde, sehen sich die Lilien mental gewappnet. "Bislang sind wir sehr gut damit umgegangen", erklärte Kempe, der auch weiß, worauf es in den kommenden Wochen ankommen wird: "Wir brauchen eine gewisse Lockerheit."

"Wir haben nichts zu verlieren"

Diese haben die Lilien auch dadurch, dass niemand erwartet hätte, dass die Darmstädter tatsächlich oben mitspielen. Klappt es mit dem Aufstieg, wird die Freude riesig sein. Klappt es nicht, ist hinterher aber niemand sauer. "Wir müssen gar nichts", bringt es Kempe auf den Punkt. "Wir haben nichts zu verlieren."

Das war auch 2015 schon so. Das Ende ist bekannt. Auch Aufstiegsheld Kempe, der damals den entscheidenden Treffer im Saisonfinale erzielte. Und dieser wird den Ausgang dieser Geschichte in den nächsten Wochen seinen Teamkollegen bestimmt mehr als nur einmal erzählen. Denn das sollen sie alle ja selbst einmal miterleben.