Tobias Kempe und Dimitrios Grammozis auf dem Trainingsplatz.

Nicht nur die Fußball-Vereine wissen nicht, wie es weitergeht. Auch die Spieler befinden sich im Schwebezustand. Für Profis, deren Verträge zum Saisonende auslaufen, eine unschöne Warterei.

Wie der Fußball während oder nach der Corona-Krise aussieht, ist noch überhaupt nicht absehbar. Klar ist nur, dass das neuartige Virus und seine Folgen vor normalen Kalendern keinen Halt machen. Das müssen nun auch die Spieler erfahren. Deren Verträge laufen immer bis zum 30. Juni. Was Profis, deren Kontrakt in diesem Sommer ausläuft, gleichzeitig vor eine äußerst ungewisse Zukunft stellt.

Dass zu jedem Saisonende eine Menge Spieler-Verträge auslaufen, ist der Regelfall. Die Partien im Liga-Endspurt werden so für die Profis auch zum Schaulaufen. Sie können sich präsentieren, für neue Vereine interessant machen. Das alles fällt aktuell weg. Erschwerend kommt hinzu: Von Seiten der Vereine herrscht aktuell Funkstille. Die Planungen für die kommende Saison liegen beinahe komplett auf Eis.

"Es sind gar keine Planungen mehr möglich"

Einer, der sich mit diesem Thema jeden Tag beschäftigt, ist André Fontana. Der Spielerberater betreut unter anderem Tobias Kempe vom SV Darmstadt 98. Auch Kempes Vertrag bei den Lilien läuft im Sommer aus. "Es sind gar keine richtigen Planungen mehr möglich. Das Transferkarussell steht still. Für die Vereine ist es enorm schwer, konkret zu planen", berichtet er.

Die Spielerberater sind daher aktuell nicht nur Job-Beschaffer, sondern mehr. "Mein Beruf hat sich auch gewandelt. Man ist mehr in einer vermittelnden Rolle. Ich führe viele Gespräche und Telefonate - aber natürlich keine Reisen. Die Jungs haben aktuell enormen Gesprächs- und Aufklärungsbedarf", so Fontana.

Kurzarbeit bei den Kickers

Dabei haben es Profis wie Kempe, bei dem die Lilien wohl schon Interesse an einer Vertragsverlängerung kundgetan haben und der Austausch schon länger da ist, noch verhältnismäßig gut. Ihre Saison könnte mit Geisterspielen zuende gebracht werden. Zwei Ligen tiefer, in der Regionalliga, sieht das bei Clubs wie Kickers Offenbach schon ganz anders aus.

Auch dort laufen Verträge aus. Beim OFC gleich ein gutes Dutzend. Die Sorgen sind hier ein wenig größer. Nicht nur, weil deutlich weniger Geld verdient wird - der OFC hat bereits Kurzarbeit für die Spieler beantragt. Sondern auch, weil es in der Regionalliga völlig unklar ist, wie es weitergeht. Die Sommerpause könnte hier für manchen Fußballer quälend lang werden.

Die Sorgen bleiben

Für manch einen Berater in der Regionalliga heißt daher die Maxime, lieber nicht jeden zweiten oder dritten Tag mit den Spielern über die Lage zu reden. Das macht es nicht besser. Die Sorgen bleiben sowieso. Und mit jedem Tag, in dem die Corona-Krise den Fußball weiter ausbremst, werden diese größer - besonders mit Blick auf den 1. Juli.