Luca Pfeiffer nach seinem Tor gegen Nürnberg.

Mit einem Doppelpack gegen St. Pauli verbesserte Luca Pfeiffer seine beeindruckende Quote noch einmal. Er gilt manchen Beobachtern schon als bester Spieler der Liga. Kann der SV Darmstadt 98 ihn halten?

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Audioseite Luca Pfeiffer: "Der Verein in Dänemark enstscheidet"

Luca Pfeiffer bejubelt sein Tor für die Lilien.
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"Zehn Minuten? So lange?", fragte Luca Pfeiffer, als er in Badelatschen zu den Journalisten geschlendert war. Ja, zehn Minuten Zeit blieben für das Gespräch mit dem Toptorjäger nach dem sensationellen 4:0-Sieg der Lilien gegen den FC St. Pauli, bevor die Pressekonferenz mit den Trainern anstand. "So viel gibt es doch gar nicht zu erzählen", sagte Pfeiffer in der ihm eigenen Art.

Dabei gibt es mit und über Pfeiffer sehr wohl vieles zu bereden. Der Angreifer wird im Kicker als notenbester Spieler der gesamten Liga geführt. Mit seinem Doppelpack gegen die Hamburger schraubte er sein Konto auf insgesamt elf Tore und zwei Vorlagen - in nur 13 Ligaspielen. Auch im Pokal bei 1860 München war er erfolgreich gewesen.

Nicht nur Vollstrecker, sondern Arbeiter

Pfeiffer gibt allwöchentlich das Lob für ihn an seine Kollegen weiter. "Die ganze Mannschaft arbeitet gut mit", lautet sein Motto. Doch Pfeiffer ist eben auch nicht nur der kühle Vollstrecker, sondern ein hingebungsvoller Arbeiter im Dienste des Teams. Als Kollege Braydon Manu gegen St. Pauli überall auf dem Feld unterwegs war, ließ sich Pfeiffer auf dessen Position an der rechten Außenlinie fallen, um die Lücken zu schließen.

Mit seinen langen Schritten und der engen Ballführung reißt er immer wieder Lücken für seinen Sturmkollegen Phillip Tietz, der seinerseits auch auf elf Treffer kommt. "Wir wechseln uns ganz gut ab", meinte Pfeiffer dazu. Und Kapitän Fabian Holland erzählte: "Man sieht, dass sich die beiden nicht nur auf dem Platz gut verstehen."

"Stand jetzt bin ich nächstes Jahr in Dänemark"

Für Pfeiffer scheint am Böllenfalltor ein Umfeld geschaffen, in dem er sich wohl fühlt - und genau deswegen aufblüht. Er braucht als Instinktfußballer das Vertrauen des Umfelds und die ursprüngliche Lust aufs Kicken. "Es macht unfassbar Spaß, wenn wir schon mit dem Bus am Stadion ankommen. Mittlerweile ist es auch ganz egal, zu welcher Uhrzeit wir spielen. Von mir aus können wir auch noch früher spielen", berichtete er.

Übrig war dann noch eine große Frage: Bleibt der ausgeliehene Pfeiffer denn bei dieser Harmonie weiterhin bei den Lilien? "Ich habe das selbst nicht in der Hand. Der Verein in Dänemark entscheidet. Stand jetzt bin ich in der nächsten Saison wieder in Dänemark", sagte er. Der 25-Jährige besitzt noch einen gültigen Vertrag beim FC Midtjylland bis 2024, doch eine Hintertür bliebe: Darmstadt 98 könnte den Stürmer für eine weitere Saison ausleihen. Das immerhin hat auch Pfeiffer als Option bestätigt. Bevor die knappen zehn Minuten doch rasend schnell vorbei waren.