Braydon Manu

Beim SV Darmstadt 98 stellt Braydon Manu derzeit sein Potenzial als Leistungsträger unter Beweis. Eine Reise in das Heimatland seiner Eltern lässt ihn neuerdings etwas anders auf das Leben blicken.

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Manche Gesprächsrunden mit Fußballprofis fallen komplett aus der Reihe. Da geht es nicht um 0:1 oder 1:1, um 0815-Standard-Floskeln oder die Halbzeitansprache des Trainers. Stattdessen wird gemeinsam laut gelacht, ehe es nur kurz darauf einen nachdenklichen Moment der Stille gibt. Und zwischendrin geht es - natürlich - auch ums Kicken. Gespräche mit Braydon Manu vom SV Darmstadt 98 haben alles davon.

Gut lachen hat der Offensivspieler von der rechten Außenbahn vor allem dann, wenn es um seine persönliche sportliche Situation geht. Nach zuletzt herausfordernden Jahren mit vielen Ausfall- und wenig Einsatzzeiten sowie dem coronabedingt holprigen Start in die aktuelle Saison hat Manu derzeit gute Chancen, sich im Team von Coach Torsten Lieberknecht zu einem Leistungsträger zu entwickeln.

Braydon Manu: Gute Leistungen bei Darmstadt 98

Ein Tor und zwei Vorlagen in sechs Liga-Einsätzen hat der 24-Jährige schon auf seinem Konto. "Ich kann mich nicht beklagen, für mich und die Mannschaft läuft es ganz solide", sagt Manu. "Ich versuche, das zu machen, was ich am besten kann: Und das ist halt Fußball spielen." Was genau besser läuft als noch zu anderen Zeiten?

Der Mittelfeldspieler überlegt einen Moment. "Ich weiß es nicht", antwortet er ehrlich. Er könne es auch wirklich nicht wissen, "weil ich hab' ja nicht viel gespielt die Jahre davor", ergänzt Manu humorvoll. Lautes Gelächter. Fakt ist nur: Die Rückrunde der Saison 2020/21, in der er an Drittligist Halle ausgeliehen war, hat ihm gutgetan. Von 21 möglichen Spielen verpasste er lediglich drei wegen eines Muskelfaserrisses, am Ende der Leihe konnte er auf vier Tore und fünf Assists zurückblicken.

Torvorlagen gegen Nürnberg und auf Schalke

Beim SV98 hat er nun das Zeug zum Zweitliga-Startelfspieler, gegen Nürnberg (2:0) und auch am vergangenen Spieltag auf Schalke (4:2) bereitete er jeweils einen Treffer vor. Ausgewechselt wurde er nach 45 bzw. knapp 60 Minuten nur deshalb, weil Lieberknecht taktisch umstellte oder eine Gelb-Rote Karte verhindern wollte. Ansonsten wäre vielleicht auch ein Einsatz über die vollen 90 Minuten möglich gewesen.

Manu ist kein Dampfplauderer, auch das wird im Laufe eines solchen Gesprächs deutlich. Erst recht nicht, wenn es um das Heimatland seiner Eltern geht: Ghana. Dann wirkt der 24-Jährige auch mal nachdenklich, fast schon feinsinnig. Vor rund vier Wochen war er erstmals seit frühester Kindheit wieder zu Besuch in dem westafrikanischen Staat. Der Anlass: eine Einladung zur Nationalmannschaft. In den WM-Qualispielen gegen Simbabwe kam er zwar nicht zum Einsatz, gelohnt habe sich die Reise dennoch.

"Dort musst du mit wenig viel machen"

"Es hat mich und auch meine Eltern super stolz gemacht, weil ihr Sohn zu ihrer Nationalmannschaft eingeladen wurde", erzählt er. Manu selbst wurde in Itzehoe im Südwesten Schleswig-Holsteins geboren, die Eindrücke aus Ghana werden ihn noch lange prägen. "Ich habe als Mensch viel dazugelernt", sagt er. "Die Menschen dort sind viel offener, machen sich nicht so viel Kopf, genießen einfach das Leben, obwohl sie nicht so viel haben. Dort musst du mit wenig viel machen. Durch diese Reise sehe ich jetzt gewisse Dinge anders."

Ein Beispiel: Manu sei prinzipiell nicht der Typ für teure Kleidungsstücke. "Ab und zu hole ich mir mal etwas auf dem Flohmarkt oder Second Hand. Wenn ich da etwas finde, was mir gefällt oder passt, dann hole ich mir das. Das habe ich vorher auch schon gemacht, aber jetzt mache ich es noch bewusster. Es wird ja eh weggeschmissen oder liegt einfach nur rum, dann trage ich es lieber." Wie gesagt: In Gesprächen mit Braydon Manu muss es nicht zwangsweise immer nur um Fußball gehen.

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