Aaron Seydel

Viele Monate begeisterte das Darmstädter Sturm-Duo Luca Pfeiffer/Phillip Tietz die Liga mit Toren am Fließband. Der dritte Stürmer, Aaron Seydel, war entweder verletzt oder saß auf der Bank. Doch jetzt ändert sich alles.

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Lilien-Stürmer Seydel: "Spaß am Fußball"

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Zu übersehen ist Aaron Seydel nicht. Der Darmstädter Stürmer ist 1,99 Meter lang, wirkt durch seine hochaufragende Frisur aber noch wesentlich größer. Doch was das Sportliche anbetrifft blieb Seydel bei den Lilien lange unsichtbar. Durch eine Achillessehnen-Operation fiel der heute 26-Jährige fast sieben Monate aus.

Seydel konnte nur zuschauen, wie das Darmstädter Sturm-Duo Luca Pfeiffer/Phillip Tietz in der Hinrunde die Abwehr-Reihen der zweiten Liga mit jeweils zwölf Tore auseinandernahm. Zunächst schaute er aus dem Krankenstand, dann von der Auswechselbank. Lilien-Trainer Torsten Lieberknecht baute Seydel ganz langsam wieder auf. Diese Arbeit zahlt sich jetzt aus.

Ende November vergangenen Jahres, beim 2:1-Sieg in Aue, schoss Seydel sein erstes Saisontor. Ab da ging es bergauf. Der lange Schlacks erarbeitete sich eine "Einwechsel-Routine", wie es Lieberknecht bezeichnet. Immer, wenn Seydel in der zweiten Halbzeit kam, rannte und spielte er danach den schon müden Gegner in Grund und Boden. Folge: Der gebürtige Langener bekam immer mehr Einsatz-Zeiten.

Vom Dauer-Reservisten zum Top-Stürmer

Seydel brauchte auch Glück. Gerade als es für ihn besser lief, trafen die bisherigen Topstürmer Tietz und Pfeiffer das Tor nicht mehr. Wochenlang. Und so lief die bisherige Nummer drei im Sturm der prominenten Darmstädter Angriffs-Prominenz so langsam den Rang ab. Drei Tore in den vergangenen fünf Spielen unterstreichen seine Ambitionen. Seins letztes Tor schoss Seydel am vergangenen Wochenende beim 1:1 gegen den SV Sandhausen.

Der 26-Jährige bedankte sich für seinen zweiten Startelf-Einsatz in dieser Saison. Sturm-Konkurrent Pfeiffer wurde erst 20 Minuten vor Schluss (für Tietz) eingewechselt und bekam danach vom Trainer einen verbalen Satz heiße Ohren verpasst. "Von ihm hätte ich mir ein bisschen mehr erwartet", sagte Lieberknecht. Vor allem die Körpersprache hatte dem Coach missfallen. Torschütze Seydel spielte durch.

Seydel auch im Spitzenspiel bei Werder Bremen in der Startelf?

Die große taktische Frage vor dem Zweitliga-Spitzenspiel am Samstag bei Werder Bremen (20.30 Uhr) ist jetzt: Spielt Darmstadt 98 - wie schon in den vergangenen Monaten - mit zwei Stürmern oder stellt Lieberknecht in Bremen nur einen Angreifer auf? Für Aaron Seydel könnte diese Fragestellung persönlich möglicherweise egal sein.

Denn Seydel steht im Darmstädter Stürmer-Ranking aktuell nicht nur vor Pfeiffer, sondern möglicherweise auch vor Tietz, sprich, würde sogar auflaufen, wenn Lieberknecht in Bremen im Angriff nur einen Spieler ins Rennen schickt. Seydel ist auf jeden Fall hochmotiviert. "Im Moment gelingt es mir sehr gut, der Mannschaft zu helfen. Ich hoffe, dass das in den nächsten Wochen so weitergeht", sagte Seydel dem hr-sport.