Torsten Lieberknecht von Darmstadt 98

Der SV Darmstadt 98 steht nach der Winterpause erstmals wieder auf dem Platz und bereitet sich auf die Mission Aufstieg vor. Die Verletzten sind allesamt zurück, ganz glücklich ist Trainer Torsten Lieberknecht dennoch nicht.

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Lieberknecht: "Natürlich haben wir diesen großen Traum"

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Auf und neben dem Trainingsplatz von Darmstadt 98 war am Dienstag jede Menge los. Trainer Torsten Lieberknecht konnte bei der ersten Einheit des Jahres insgesamt 24 fitte Feldspieler begrüßen, die vor den Augen von rund 50 Fans die Winterpause offiziell beendeten. Eine Kombination aus Passübungen und Jogging-Runden mit Koordinations-Aufgaben sorgte dafür, dass die südhessischen Profis durchaus ins Schwitzen kamen. Kalt und langweilig wurde definitiv niemandem.

"Wir starten mit großer Vorfreude", versicherte Darmstadts Coach Lieberknecht nach Feierabend. "Die Jungs sind alle in Shape. Wir sind bereit, wieder Vollgas zu geben." Der Tabellenführer der 2. Bundesliga ist also zurück. Es kann wieder losgehen.

Alles Spieler von Darmstadt 98 wieder fit

Die wichtigste Nachricht dabei: Nach den zahlreichen verletzungsbedingten Ausfällen zum Ende der Hinrunde sind die Lilien inzwischen fast alle personellen Sorgen los. Abwehrchef Klaus Gjasula (Muskelbündelriss), der beim abschließenden Freundschaftsspiel gegen Bern am 18. Dezember noch geschont worden war, ist wieder in Vollbesitz seiner Kräfte und kann voll belastet werden. Gleiches gilt für Sechser Fabian Schnellhardt (Außenband-Teilabriss) und Stürmer Aaron Seydel (Muskelverletzung).

Lediglich Flügelflitzer Mathias Honsak (Rücken) und Youngster Magnus Warming (Syndesmose-Riss), die ebenfalls beide schon mittrainierten, müssen noch etwas vorsichtig sein. "Die zwei brauchen noch ein wenig Zeit. Sonst haben alle grünes Licht erhalten", fasste Lieberknecht zusammen. Alles in bester Ordnung also? Nicht ganz.

Lieberknecht fordert neuen Stürmer

Denn trotz Tabellenplatz eins und der Achtelfinal-Teilnahme im DFB-Pokal sind Lieberknecht und der Sportliche Leiter Carsten Wehlmann noch nicht zufrieden mit dem Kader. Nach dem Abgang von Luca Pfeiffer und Tim Skarke in Richtung Bundesliga fehlt vor allem in der Offensive weiter Qualität. Phillip Tietz und Braydon Manu harmonisieren als Doppelspitze zwar prächtig. Da das Duo insgesamt aber nur zehn Tore erzielt hat, suchen die Lilien intensiv nach einem echten Torjäger.

"Wir brauchen einen Stürmer-Stürmer. Er muss eine gewisse Präsenz haben und Gefahr im Strafraum ausstrahlen", umriss Lieberknecht das Anforderungsprofil und verlieh seinem Wunsch nach einer Verstärkung dabei noch einmal Nachdruck. "Es wäre perfekt gewesen, ihn schon mit ins Trainingslager zu nehmen." Spoiler: Da die Lilien bereits am Donnerstag in Richtung Spanien aufbrechen, wird das wohl eher nix.

Es soll kein Oldie werden

Dass ein weiterer Angreifer kommen soll, ist zwar fest eingeplant. Wann der Wunschspieler in Darmstadt aufschlägt, ist derzeit aber nur schwer abzusehen. "Wir haben noch nicht den Richtigen gefunden", unterstrich Lieberknecht. Klar ist nur, dass Mr. X jünger als 30 Jahre sein und nicht aus einer ganz exotischen Liga kommen soll. Die Lilien streben zudem eine längerfristige Zusammenarbeit an, ein Leihgeschäft wäre nur eine Notlösung. "Es würde uns guttun, wenn da noch einer kommt", so Lieberknecht.

Darmstadt 98 startet von der Pole Position

So oder so: Die Lilien werden – ob mit Torjäger oder ohne – als Gejagter in die Rückrunde gehen. Der Vorsprung des Tabellenführers auf Platz vier beträgt nach der Hälfte der Spiele sieben Punkte, der Drittplatzierte aus Heidenheim ist drei Zähler entfernt. Es riecht nach Aufstieg. "Natürlich haben wir alle diesen großen Traum und wollen den maximalen Erfolg", gab auch Lieberknecht zu.

Unter Zugzwang, und auch das könnte noch zum entscheidenden Trumpf werden, sind aber andere. "Der HSV muss seit fünf Jahren aufsteigen, die haben massiven Druck", so Lieberknecht. "Wir freuen uns eher darauf, dass es wieder losgeht."

Die Ausgangslage vor der Rückrunde ist sehr gut, das Umfeld rund um Darmstadt 98 ist euphorisiert, die Erwartungshaltung insgesamt aber weiter entspannt. Die Südhessen haben das Zeug für die Bundesliga und eine riesige Chance vor Augen. Das könnte alles passen. Jetzt gilt es, schnellstmöglich noch einen passenden Stürmer-Stürmer zu finden.