Darmstadt 98 Patrick Herrmann im Zweikampf

Beim Auswärtsspiel in Braunschweig kann Zweitligist Darmstadt 98 einen riesigen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Die Lilien setzen dafür abermals auf das "neue" Erfolgsrezept.

Mit Eintracht Braunschweig und Darmstadt 98 duellieren sich am Samstag (13 Uhr) zwei der formstärksten Teams im Unterhaus. Die Lilien siegten zuletzt zweimal in Folge, Braunschweig blieb viermal ungeschlagen. Für beide Clubs geht es dabei um wichtige Punkte für den Klassenerhalt. Gewinnen die Lilien, vergrößern sie den Vorsprung auf die Niedersachsen auf neun Zähler. Der Klassenerhalt wäre den Südhessen mit dann 34 Punkten wohl nicht mehr zu nehmen.

"Wir werden alles dafür tun, die drei Punkte mitzunehmen", sagte Lilien-Trainer Markus Anfang auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Auch wenn er die Floskel vom "Sechs-Punkte-Spiel" gegen einen direkten Konkurrenten nicht mehr hören kann, so sagt der Chefcoach: "Das Spiel hat eine große Bedeutung, weil Braunschweig selbst um den Klassenerhalt kämpft."

Lilien stehen tiefer und gewinnen höher

Die Lilien könnten nebenbei noch eine Saison-Bestmarke aufstellen: Noch nie in dieser Zweitliga-Spielzeit gelangen ihnen drei Erfolge in Serie. Das Sieges-Triple, so Anfang, "muss unser Ziel sein". Da kommt es den Gästen ganz gelegen, dass Kapitän Fabian Holland nach abgelaufener Sperre wieder in den Kader – und damit wohl auch in die Startelf – zurückkehren wird.

Der jüngste Darmstädter Aufschwung ist eng verbunden mit einer angepassten Spielweise. Anfang und sein Team haben sich in den vergangenen Wochen etwas vom Spiel mit dem Ball verabschiedet und setzen mehr auf schnelles Umschalten nach Ballgewinnen. Und in diesem Fall gewinnt Defensive zwar keine Meisterschaften, aber doch immerhin Spiele. Und sie verhindert auch nicht, dass die Lilien zuletzt trotz dieser Ausrichtung häufig den Weg ins gegnerische Tor fanden.

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So könnte Darmstadt spielen

Schuhen - Herrmann, Pfeiffer, Höhn, Holland - Palsson, Rapp - Skarke, Mehlem, Honsak - Dursun

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Keine Rücksicht auf gegnerische Befindlichkeiten

Anfang erklärt die veränderte Herangehensweise ganz simpel: "Wir haben die komplette Saison Schulterklopfer bekommen, aber oft keine Ergebnisse erzielt. Das mussten wir ändern."

Mit dieser Ausrichtung fuhren die Darmstädter zuletzt einen ungefährdeten 4:1-Erfolg über Erzgebirge Aue ein. Dessen Stürmer Pascal Testroet beschwerte sich im Nachgang: "Die Darmstädter wollten gar nichts mit dem Spiel zu tun haben. Ich war enttäuscht." Ein schlechtes Gewissen plagt in Südhessen deswegen aber niemanden. "Wie unsere Spielweise beim Gegner ankommt, darauf haben wir keinen Einfluss", entgegnete Anfang. "Wichtig ist allein, dass wir die Punkte holen."

Dursun weckt Begehrlichkeiten

Ankommen wird es wie so oft bei den Lilien auf die Treffsicherheit von Serdar Dursun. Der Mittelstürmer präsentierte sich zuletzt in bestechender Form, gegen Aue erzielte er drei Tore. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten, zumal Dursun keinen Hehl aus seinem Ziel macht, erstklassigen Fußball spielen zu wollen.

Eine bittersüße Situation für die Lilien, denn mit jedem weiteren Treffer scheint Dursuns Abgang näher zu rücken. Über diese ungelegten Eier macht sich Anfang aber derzeit keinen Kopf. "Wir haben Gespräche geführt und ihm signalisiert, dass wir ihn gern behalten würden. Es liegt an ihm, eine Entscheidung zu treffen."

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Serdar Dursun: "Will in der Bundesliga spielen"

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