Terodde bejubelt sein Tor zum 1:0. Die Darmstäder Spieler schauen geknickt.

Der SV Darmstadt 98 hat gegen den Hamburger SV eine unglückliche Niederlage einstecken müssen. Trotz Unterzahl boten die Lilien dem Favoriten aus dem Norden lange Zeit Paroli.

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Audioseite Darmstadt 98 unterliegt dem HSV

Ein Zweikampf im Spiel der Lilien gegen den HSV
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Der SV Darmstadt 98 hat am Samstag mit 1:2 (0:0) gegen den Hamburger SV verloren. Eine lange Zeit ereignislose Partie nahm erst spät Fahrt auf. Die HSV-Führung von Simon Terodde (70. Minute) konnte Tobias Kempe per Traumtor ausgleichen (78.). Die Südhessen waren zu diesem Zeitpunkt schon ein Mann weniger auf dem Platz, nachdem Patrick Herrmann Gelb-Rot gesehen hatte (74.). Die Hoffnung vom Punktgewinn machte Goalgetter Terodde mit seinem zweiten Treffer zunichte (87.).

Gefahr nur durch Standards

Die Darmstädter, die gegen den HSV im defensiven Mittelfeld quasi auf der letzten Felge fuhren, waren zu Beginn der Partie auf Sicherheit bedacht. Die Hanseaten hatten wie erwartet mehr Ballbesitz, hatten aber mit der gut gestaffelten Lilien-Defensive und der eigenen Ideenlosigkeit zu kämpfen. Genau einmal tauchten die Gäste gefährlich vor dem SV98-Gehäuse auf: Nach einem Eckball kam Stephan Ambrosius zum Kopfball, der Keeper Marcel Schuhen aber letztlich vor keine Probleme stellte (18.).

Die Sicherung des eigenen Kastens ging bei den Südhessen auf Kosten der Angriffsbemühungen. Bei nur 38 Prozent Ballbesitz kam die Darmstädter Offensive kaum ins Rollen. Aber – im Gegensatz zum HSV – können die Lilien Standards. Zweimal vergaben sie die vermeintliche Führung nur knapp. Erst köpfte Patric Pfeiffer eine Ecke nur um Zentimeter am Tor vorbei (34.), dann erwischte Serdar Dursun eine Freistoßflanke gerade noch so mit der Fußspitze, konnte den Ball aber nicht mehr entscheidend platzieren (37.).

Elfmeter bringt die Wende

Wer dachte, nach dem Seitenwechsel würde sich etwas am generellen Verlauf des Spiels ändern, wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Lilien überließen dem HSV weitestgehend das Geschehen. Der HSV fiel vor allem durch hanebüchene Fehlpässe auf.

Die Wende brachte, wie konnte es anders sein, ein Standard. Genauer gesagt: zwei Standards. Erst erwischte Dursun eine Freistoßflanke des HSV im eigenen Strafraum mit der Hand. Den fälligen Strafstoß durch Terodde konnte Schuhen noch halten, gegen den Nachschuss war Darmstadts Schlussmann dann aber machtlos (70.). Vier Minuten später musste Herrmann nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz.

Zehn Minuten Hoffnung

Das erste Tor wirkte wie ein Dosenöffner für das Spiel. Plötzlich ging es Schlag auf Schlag. Die nun offensiveren Lilien kamen in der 78. Minute etwas überraschend zum Ausgleich – und das sehr sehenswert. Eine Flanke von Fabian Holland verlängerte der eingewechselte Erich Berko mit der Hacke, Kempe nahm den Ball an der Strafraumkante volley und traf perfekt ins rechte untere Eck. Die Hoffnung der Lilien, doch noch etwas Zählbares mitzunehmen, machte Terodde mit seinem zweiten Treffer zunichte. Eine Flanke von Tim Leibold bugsierte der Goalgetter ins lange Eck zum 1:2-Endstand.

"Es ist sehr bitter für uns", sagte Anfang nach der Partie. "Wir haben nach dem Rückstand und in Unterzahl Moral gezeigt, auch nach dem späten 1:2 weiter nach vorne gespielt. Trotzdem müssen wir auch eingestehen, dass der HSV viel vom Spiel hatte und wir heute auch einen Punkt gerne mitgenommen hätten."

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SV Darmstadt 98 - Hamburger SV  1:2 (0:0)

Darmstadt: Schuhen - Pfeiffer, Höhn, Mai - Herrmann, Holland, Kempe, Paik, Marvin Mehlem - Dursun (85. Honsak), Seydel (61. Berko)                     

Hamburg: Ulreich - Vagnoman (85. Jatta), Leistner, Ambrosius, Leibold - Gjasula (46. Hunt), Heyer, Dudziak (90. Kinsombi), Narey, Terodde (90. Jung) - Wintzheimer (85. Wood)

Tore: 0:1 Terodde (70./HE-Nachschuss), 1:1 Kempe (79.), 1:2 Terodde (87.)       
Gelb Rot: Herrmann (74 .)

Gelbe Karten: Holland – Ulreich, Gjasula, Wintzheimer   
Schiedsrichter: Winter (Hagenbach)    

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Sedung: hr-fernsehen, heimspiel! Bundesliga, 13.12.22020, 22.35 Uhr