Lilien-Trainer Markus Anfang

Hat die Arbeit von Markus Anfang in Darmstadt Begehrlichkeiten bei der Liga-Konkurrenz geweckt? Bei den Lilien blockt man konsequent ab. Doch es gibt auch Gründe, die für einen Abgang sprechen könnten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fritsch zu Gerüchten um Anfang: "Was soll ich dazu sagen? Nichts!"

Rüdiger Fritsch
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Rüdiger Fritsch, Präsident von Darmstadt 98, hatte mit der Frage schon gerechnet und war entsprechend vorbereitet, die Gerüchte um einen Abgang von Cheftrainer Markus Anfang sofort im Keim zu ersticken. "Die Antwort ist relativ kurz. Was soll ich dazu sagen? Nichts!", sagte er am Mittwoch in einer Medienrunde. "Wenn Sie mich jetzt immer anrufen wollen, wenn irgendwo im Internet irgendwas steht, dann haben wir in den nächsten vier Wochen eine Standleitung."

Mitte der Woche war es noch um Spekulationen um den Trainerposten bei Fortuna Düsseldorf gegangen. Die Rheinländer haben mit Christian Preußer inzwischen einen Nachfolger für Uwe Rösler gefunden. Um Markus Anfang kehrte dennoch keine Ruhe ein, denn die Bild-Zeitung will herausgefunden haben, dass der 46-Jährige bei Bundesliga-Absteiger Werder Bremen ganz oben auf dem Zettel steht.

Beschränkte finanzielle Möglichkeiten am Bölle

Aus Angst vor der von Fritsch befürchteten Standleitung sah sich der SV Darmstadt 98 gezwungen, sämtliche Medienanfragen direkt im Vorfeld abzubügeln. "Wir kommentieren weiterhin keine Medienberichte. Auch an der bereits kommunizierten grundsätzlichen Haltung des SV 98 zur Arbeit von und Weiterarbeit mit Markus Anfang hat sich nichts geändert", hieß es am Samstag aus der Pressestelle. Die Südhessen geben sich also betont cool und überzeugt, dass der gebürtige Kölner auch in der kommenden Saison am Bölle coachen wird - sein Vertrag läuft bis Sommer 2022.

Dabei gibt es durchaus Argumente, die für einen vorzeitigen Abgang sprechen könnten. Dem Vernehmen nach ist der Trainer unzufrieden mit den beschränkten finanziellen Möglichkeiten in Darmstadt. Mit Top-Torjäger Serdar Dursun (Zukunft offen) und Mittelfeld-Abräumer Victor Palsson (Schalke 04) verlieren die Lilien zudem ihre wichtigsten Spieler. Auch Verteidiger Immanuel Höhn hätte Anfang gerne behalten.

Der Traum vom Bundesliga-Aufstieg

Zudem hat Anfang auch noch eine persönliche Rechnung offen: 2018/2019 betreute er den 1. FC Köln bis kurz vor Saisonende, durfte den Aufstieg und die anschließende Bundesliga-Zeit aber nicht mehr selbst an der Seitenlinie erleben. 2017/2018 war er zudem mit Holstein Kiel in der Relegation zur Bundesliga am VfL Wolfsburg gescheitert. Mit einem Team wie Werder Bremen wäre die Chance, endlich Aufstiegstrainer zu werden, ungleich größer als in Darmstadt - zumindest auf dem Papier.

"Hier geht es einfach weiter. Ich bitte, davon Abstand zu nehmen, weil es für uns kein Thema ist", hatte Fritsch gesagt. Ob es mit Anfang weitergeht, scheint allerdings noch nicht endgültig gesichert - ganz gleich, wie bemüht die Lilien sind, das Thema frühzeitig einzufangen.