Braydon Manu von Darmstadt 98 jubelt

Der SV Darmstadt 98 setzt in der 2. Liga ein fettes Ausrufezeichen und gewinnt bei Heim-Macht SC Paderborn. In der Anfangsphase geht zwar alles schief, dann spielen die Lilien aber wie ein Aufsteiger.

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Highlights: Paderborn - Darmstadt

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Der SV Darmstadt 98 hat die Länderspielpause am Freitagabend mit Big Points beendet. Die Lilien setzten sich im Spitzenspiel der 2. Liga mit 2:1 (2:1) beim SC Paderborn durch und sprangen vorbei an den Ostwestfalen auf Platz zwei. Robert Leipertz hatte die Gastgeber früh in Führung gebracht (4.), zwei Kopfballtore von Braydon Manu (10.) und Jannik Müller (24.) ließen letztlich aber die Lilien jubeln. Der Abstand auf Spitzenreiter Hamburger SV beträgt drei Punkte.

Lilien-Abwehr wackelt ohn Gjasula bedenklich

Dabei hatte das Spitzenspiel in Paderborn für die Lilien denkbar schlecht begonnen. Abwehrchef Klaus Gjasula musste nach einem beim Länderspiel mit Albanien erlittenen Muskelbündelriss im Oberschenkel passen und fehlte in der Startelf. Christoph Zimmermann ersetzte ihn auf der zentralen Position in der Dreierkette, die Defensive der Lilien wackelte nach dieser Umstellung zu Beginn der Partie aber bedenklich.

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Lilien springen nach Sieg in Paderborn auf Platz zwei

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Schon nach exakt 181 Sekunden nutzte Paderborns Stürmer Leipertz die Unordnung in der Darmstädter Abwehr nach einem langen Ball zur Führung, knapp drei Minuten später hätte Marvin Pieringer per Elfmeter erhöhen können. Da Lilien-Keeper Marcel Schuhen den von Patric Pfeiffer verschuldeten Strafstoß jedoch entschärfte und die Lilien im Spiel hielt, kippte die Partie in die andere Richtung.

Kempe bereitet zweimal vor

Die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht zeigte sich trotz der zwei Schockmomente unbeeindruckt und profitierte dann wieder einmal vom feinen Füßchen von Tobias Kempe. Der Mittelfeld-Antreiber bediente zunächst Manu, der mit einem Flugkopfball den Ausgleich erzielte, dann fand er nach einem Freistoß den Kopf von Innenverteidiger Müller, der ebenfalls traf und das Spiel schon in der ersten Hälfte drehte.

Im Anschluss zogen sich die Lilien etwas weiter zurück und konzentrierten sich auf das Spiel gegen den Ball. Die Hausherren, die zuvor alle Heimspiele dieser Zweitliga-Saison gewonnen hatten, kombinierten zwar weiter ansehnlich. Kurz vor dem Darmstädter Strafraum war aber Endstation. Die südhessische Halbzeitführung deshalb: zuerst glücklich, dann verdient.

Paderborn drückt, Lilien souverän

Nach dem Wechsel erhöhten die Ostwestfalen noch einmal merklich den Druck und stellten die Darmstädter Dreierkette zunächst immer wieder vor Probleme. Allen voran Pfeiffer, der schon beim Elfmeter höchst unglücklich agiert hatte, wirkte alles andere als sicher. Ein Fehlpass des 23-Jährigen im Spielaufbau leitete dann auch die erste große Chance der Gastgeber ein: Pieringer zielte aus knapp 16 Metern aber knapp vorbei (50).

Der Spielverlauf blieb fortan gleich: Paderborn drängte aufs Tor, die Lilien standen jedoch sehr sicher und blieben ihrerseits bei Kontern gefährlich. Fabian Holland scheiterte aus aussichtsreicher Position an SC-Keeper Jannik Huth (65.), Matthias Bader verpasste mit einem Pfostenschuss die vorzeitige Entscheidung (67.), auch Manu traf nach einem schönen Solo nur Aluminium (73.).

So gewinnt ein Aufsteiger

Paderborn tat mehr fürs Spiel und schoss öfter aufs Tor, die clevere und effizientere Mannschaft blieb aber Darmstadt 98. Der Puls der mitgereisten Fans schnellte in der Schlussphase zwar noch ein paar Mal in die Höhe, letztlich verteidigten die Lilien aber souverän und retteten den Vorsprung über die Zeit. Ein Sieg im Stile eines Aufsteigers.

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SC Paderborn – Darmstadt 98 1:2 (1:2)

Paderborn: Huth - Hoffmeier, Hünemeier (72.Tachie), Rohr (81.Heuer) - Schallenberg - Leipertz, Justvan, Srbeny (56.Muslija), Obermair (81.Carls) - Conteh (72.Ofori), Pieringer 
Darmstadt: Schuhen - Pfeiffer, Zimmermann, Müller - Bader, Schnellhardt (81.Ronstadt), Kempe (81.Balla), Holland (75.Karic) – Mehlem (90.Riedel) - Manu (81.Warming), Tietz

Tore: 1:0 Leipertz (4.), 1:1 Manu (10.), 1:2 Müller (24.)
Gelbe Karten: - / Pfeiffer, Müller

Schiedsrichter: Cortus (Röthenbach)
Zuschauer: 11.238

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